Im Museum

Schatzsuche mit Taschenlampen macht viel Spaß

Die Kinder fanden bei ihrem Rundgang durchs Museum Rätsel, die an verschiedenen Stellen versteckt worden waren. Foto: Michael Strahlen
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Die Kinder fanden bei ihrem Rundgang durchs Museum Rätsel, die an verschiedenen Stellen versteckt worden waren.

Kinder erkundeten mit Begleitung das abendliche dunkle Industriemuseum.

Von Jutta Schreiber-Lenz

Solingen. Nach anderthalb Stunden war ein pinkfarbener Schlüssel gefunden und damit der Weg zum bisher mit Kettenschlössern verriegelten Schmiederaum zugänglich: Nun galt es nur noch, hier den verborgenen Schatz zu finden, von dem der geheimnisvolle „Dr. Jones“ aus den USA seiner Kollegin Anne Cogan-Krumnow, Mitarbeiterin im LVR-Industriemuseum, in einer mysteriösen E-Mail berichtet hatte. Die hatte sich für die „heimliche“ Suche im abendlichen dunklen Museum Hilfe geholt: Sieben Kinder im Alter von sechs bis zwölf Jahren in Begleitung von Erwachsenen hatten Taschenlampen mitgebracht, um sich als Gruppe dieser Aufgabe zu stellen.

Mit akribischem Eifer machte sich der detektivische Suchtrupp bei der Taschenlampenführung durch das Industriemuseum Gesenkschmiede Hendrichs auf den Weg. Erst entlang von geheimnisvoll glimmenden Lichtchen, die in geschwungenem Bogen vorbei an im Flackerlicht undeutlich wahrnehmbaren Dingen führte: einem großen schwarzen Motor im Boden neben altem rauen Industrieboden, alten Leitern und Zinkeimern, die aussahen als seien sie vor 50 Jahren das letzte Mal benutzt worden.

Auf dem Weg zum Schatz waren Rätsel zu lösen

Beinahe unheimlich huschten die mitgebrachten Lichter der Taschenlampen an Wänden und Böden entlang und erinnerten an die von Cogan-Krumnow ausgesprochene Warnung, zusammen zu bleiben: „Es könnten vielleicht Geister hier sein, um die Räume zu bewachen.“ Die Kinder voran, die Erwachsenen hinterher, ging es langsam und vorsichtig von Raum zu Raum.

Da: ein erster Hinweis-Zettel, geschrieben in großen geschwungener Schrift auf braunem Packpapier: eine erste Aufgabe, die es zu lösen galt, um damit in kleinen Denk- Schritten dem Geheimnis um den Schatz auf die Spur zu kommen. Hier mussten die richtigen Schalter errätselt werden, um weiterzukommen und den „alten Umkleideraum“ zu finden. Dort angekommen, hingen, in historischen Spinden verteilt, Arbeitskittel, die überzuziehen waren, um mit Arbeitskleidung nicht als Fremder in der alten Fabrik zu gelten und von den eventuellen Geistern als „zugehörig“ akzeptiert zu werden.

Immer lebhafter und eifriger wurde die kleine Schar bei ihrer gemeinschaftlichen Aufgabe, begleitet vom wohlwollenden Schmunzeln ihrer erwachsenen Begleiter, die sichtlich selbst ihre Freude an dem kniffeligen Tun hatten und bereitwillig mit ihren Taschenlampen die Lichtstrahlen ihrer Sprösslinge verstärkten.

Walkie-Talkies kamen zum Einsatz, Schattenfiguren mussten im Licht eines instandgesetzten Scheinwerfers ausprobiert werden, vorsichtig eine schmale Eisentreppe hinauf ins Obergeschoß bewältigt werden, um dort einen großen „Lewer-Korb“ zu finden, in dem erneute Anweisungen und Hinweise verborgen waren. Ganz nebenbei gab es viel zu lernen: Zum Beispiel, was Gesenke waren und wie schwer diese Teile sind. Dass es ganz verschiedene Sorten an Scheren gab, zum Beispiel zierliche Handarbeitsscheren in Form eines Storches oder Knopflochscheren.

Einige Erwachsene nutzten die Zeit auch, um sich im Taschenlampenlicht etwas genauer im Museum umzusehen. „Schon imponierend, dass hier trotz modernem Museumsbetrieb noch die Atmosphäre der Originalzeit erhalten geblieben ist“, sagte ein Vater mit Blick auf einen wackeligen Schemel in der Ecke und einer alten Butterbrotdose aus Emaille, die auf einem ehemaligen Arbeitsplatz liegengeblieben war.

Sie mache diese Führung zum ersten Mal, aber mit großer Freude erzählte Cogan-Krumnow, die viel Mühe in die Vorbereitung gesteckt hatte. Erst seit Kurzem im Team des Museums hat sie dieses Format von ihrem Vorgänger übernommen, das sich wachsender Beliebtheit erfreut.

Zugangsregeln

Nachweis: Entsprechend den Regelungen der Coronaschutzverordnung NRW gilt in den Museen des Landschaftsverbands Rheinland (LVR) die sogenannte 2G-Regel. Das heißt: Besucherinnen und Besucher müssen nachweisen, dass sie geimpft oder genesen sind. Kinder bis zum Schuleintritt und Jugendliche bis 15 Jahre, während des normalen Schulbetriebs (Schülerinnen und Schüler mit Schultestungen), benötigen keinen Immunisierungsnachweis.

Masken: Es gilt eine strikte FFP2-Maskenpflicht für Erwachsene. Kinder und Jugendliche müssen zumindest einen medizinischen Mund- und Nase-Schutz tragen.

Lesen Sie auch: Mysteriöses Rätsel-Spiel um ein Attentat in Müngsten

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