Corona-Krise

Solingen schafft 17 neue Stellen im Gesundheitsamt

Im Gesundheitsamt (Gebäude links) wurden in der Krise viele Mitarbeiter aus anderen städtischen Bereichen eingesetzt. Foto: Christian Beier
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Im Gesundheitsamt (Gebäude links) wurden in der Krise viele Mitarbeiter aus anderen städtischen Bereichen eingesetzt.

Zusätzliches Personal soll schneller auf mögliche Corona-Infektionen reagieren können

Von Björn Boch

Solingen. Die Verwaltung will das Gesundheitsamt personell stark aufstocken: 17 neue Stellen sollen geschaffen werden. Darüber informierte Oberbürgermeister Tim Kurzbach am Mittwoch die Mitarbeiter und den Ältestenrat der Stadt. „Wir wollen mit dem Gesundheitsamt auf ein Infektionsgeschehen in Solingen jederzeit angemessen reagieren können“, sagte Kurzbach dem Tageblatt.

In der ersten Hochphase der Corona-Krise seien mehr als 100 Mitarbeiter aus verschiedenen Bereichen der Verwaltung im Gesundheitsamt eingesetzt worden. Viele von ihnen würden aber wieder für ihre ursprünglichen Aufgaben gebraucht. „Deshalb werden wir das Amt umstrukturieren“, so Kurzbach. Außerdem seien Pläne erarbeitet worden, um im Notfall erneut Kapazitäten ins Gesundheitsamt verlagern zu können – zusätzlich zu den neuen Stellen.

Das sei eine große Maßnahme, auch finanziell. „Aber das ist zwingend notwendig, denn die Nachverfolgung von Infektionsketten muss rasend schnell gehen. Da gibt es eine Reaktionszeit von nur wenigen Stunden“, erklärte Kurzbach. Das zusätzliche Personal werde unter anderem benötigt, weil im Notfall Mitarbeiter 24 Stunden am Tag an sieben Tagen in der Woche einsatzbereit sein müssen.

Wird ein Infizierter dem Amt gemeldet, prüfen die Mitarbeiter, an welchen Orten sich die Person aufgehalten hat und mit wem sie Kontakt hatte – in der Regel für einen Zeitraum von drei Tagen vor Beginn der Symptome. Personen mit relevanten Kontakten zum Infizierten – also zum Beispiel 15 Minuten Gespräch ohne Abstand und Schutz – müssen dann in Quarantäne.

Fast alle Gesundheitsämter arbeiten mit solchen „Corona-Detektiven“, teilweise gab es von Bund oder Bundesland dafür finanzielle Hilfe – Unterstützung, die sich Solingen auch von NRW wünscht.

Solingen: System soll auch über die Corona-Krise hinaus Bestand haben

In Solingen sollen die neuen Mitarbeiter über die Recherche und Quarantäne-Entscheidungen hinaus auch Tests durchführen sowie regelmäßige Kontrollen und Gesundheitsabfragen bei möglichen Infizierten sicherstellen.

Grundsätzlich, so Kurzbach, solle dieses System auch über die aktuelle Krise hinaus Bestand haben. Ob es dauerhaft in dieser Dimension bleibe, wenn ein Impfstoff gefunden sei, müsse dann entschieden werden. „Ich glaube aber, dass Gesundheitsfürsorge und der Umgang mit Pandemien Aufgaben sind, die wir nun dauerhaft haben.“

Auch andere Gesundheitsbereiche hätten auf Dauer eine andere Priorität verdient. Kurzbach: „Noch vor Weihnachten hat das Landesgesundheitsministerium analysiert, dass wir in Solingen zu viele Krankenhausbetten haben. Ich bin mir nicht sicher, ob das Ministerium diese Aussage heute so noch einmal wiederholen würde.“

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