Dorp

Sanierung des Kirchturms landet vor Gericht

An der Dorper Kirche begann der vorläufige Abbau des Gerüsts. Es soll wieder aufgebaut werden, wenn Gerichte geklärt haben, wer die Kosten für schadhafte Putzarbeiten zu tragen hat. Foto: Michael Schütz
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An der Dorper Kirche begann der vorläufige Abbau des Gerüsts. Es soll wieder aufgebaut werden, wenn Gerichte geklärt haben, wer die Kosten für schadhafte Putzarbeiten zu tragen hat.

Die evangelische Gemeinde Dorp und eine Fachfirma streiten um schadhafte Putzarbeiten auf dem Mauerwerk.

Von Philipp Müller

Dorp Gemütlich mit dem Lastenaufzug fuhren am Montag Gerüstbauer die ersten Lagen des Gerüsts rund um den Turm der Dorper Kirche herunter. Doch das ist nicht das Ende der Arbeiten. Das alles ist nur eine Zäsur. Denn die seit mehr als einem Jahr ruhenden Arbeiten sind vor Gericht gelandet. Mit Hilfe eines Wuppertaler Rechtsanwalts wehrt sich die Gemeinde Dorp gegen die aus ihrer Sicht mangelnde Ausführung der abschließenden Putzarbeiten an den vier Seiten des Turms.

Mit viel Engagement aus der Gemeinde und der Bürgerschaft hatten Gemeinde und Presbyterium den Eigenanteil an den mehr als 700 000 Euro Kosten mit Benefizkonzerten und Spendensammlungen gestemmt. Es wurde extra eine Stiftung unter dem Dach der Deutschen Denkmalstiftung gegründet, um den Putz und das Mauerwerk des 1912 errichteten Gotteshauses zu sanieren.

Entsprechend enttäuscht war schon im vergangenen Jahr Pfarrer Joachim Römelt, als sich an der Westseite über dem Eingang der Dorper Kirche der Putz innen löste, Hohlräume entstanden waren. Und sofort entbrannte der Streit mit der ausführenden Fachfirma, wer daran die Schuld trägt.

Römelt erklärte am Montag zum aktuellen Sachstand: „Nach fast zwei Jahren wird in diesen Tagen das Baugerüst wieder abgebaut, das zur Sanierung des Turms der Dorper Kirche errichtet wurde. Abgeschlossen sind die Arbeiten am denkmalgeschützten Kirchturm aber noch nicht.“ Denn die festgestellten Mängel im neuen Putz seien von der ausführenden Firma bis jetzt nicht beseitigt worden. Man habe das Gerüst bis Monag stehenlassen, um der Firma ein Einlenken in einer gesetzten Frist einzuräumen, die Arbeiten noch einmal aufzunehmen. Das passierte aber nicht. „Jetzt versucht die evangelische Kirchengemeinde Dorp, vor Gericht zum Erfolg zu kommen.“

Zum Hintergrund sagte er, die Sanierung des Turmes sei im Januar 2019 gestartet. Der alte Putz musste dazu zunächst ganz abgetragen werden. Im Anschluss wurden 3000 schadhafte Steine aus dem Ziegelmauerwerk des Turms aufwendig ausgetauscht. Es folgte der Schritt, um den es jetzt vor Gericht gehen wird. Römelt erklärte: „Dann wurden vier Schichten neuen Putzes aufgebracht. Bei der Abnahme vor einem Jahr stellten sich aber Mängel im neuen Putz heraus. In größerem Umfang auf der Westseite, in kleinerem Umfang auch auf den anderen Seiten. Daraufhin wurde der neue Putz auf der Westseite wieder entfernt.“

„Einen Termin für einen Prozess vor Gericht, gibt es noch nicht.“
Joachim Römelt, Gemeinde Dorp

Der Pfarrer berichtete, dass sich die Untersuchungen und Verhandlungen über die Beseitigung der Fehler über Monate hingezogen hätten. „Sie führten zu keiner Einigung. Nun wird die Frage der Mängelbeseitigung vor Gericht verhandelt.“ Doch er sagte auch: Einen Termin für einen Prozess vor Gericht gibt es nicht.“

Um das Gerüst jetzt entfernen zu können, seien folgende Schritte erfolgt: „Auf die Westseite des Turms wurde eine Schutzschicht, eine sogenannte Schlämme, aufgebracht, die das Mauerwerk in der kommenden Zeit schützen soll.“ Nun sei damit begonnen worden, das Gerüst, um den Turm vorläufig abzubauen, bis eine Entscheidung vor Gericht getroffen ist. „Die Dorper Gemeinde bedauert die Verzögerung des Abschlusses der Sanierungsarbeiten“, betonte der Pfarrer. „Gleichzeitig sind wir von Herzen dankbar für die großzügige Spendenbereitschaft und alle Unterstützung, die wir von so vielen Menschen erfahren haben.“

Dorper Kirche

Die 1912 errichtete Kirche steht unter Denkmalschutz. Mit einer eigenen Bürgerstiftung Dorper Kirche – unter dem Dach der Deutschen Denkmalstiftung angesiedelt – wurden 400 000 der Gesamtkosten von 713 000 Euro finanziert. Private Gönner, darunter das Ehepaar Busch, spendeten weitere große Beträge. Die am Ende fehlenden 55 000 Euro wurden durch Veranstaltungen erwirtschaftet wie dem Auftritt des Solinger Philosophen Richard-David Precht.

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