Debatte

Sanierung der Klingenhalle wirft nicht nur Kostenfrage auf

Bundesliga-Handball mit dem Bergischen HC in der Klingenhalle: Der einzige bergische Spitzensport in einer der deutschen Top-Sportarten benötigt dringend eine zeitgemäße Arena. Foto: Christian Beier
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Bundesliga-Handball mit dem Bergischen HC in der Klingenhalle: Der einzige bergische Spitzensport in einer der deutschen Top-Sportarten benötigt dringend eine zeitgemäße Arena.

Auch der Sportausschuss tagte zum Thema Arena Bergisch Land.

Von Jürgen König

Solingen. In der Sitzung des Stadtrats am 16. Dezember setzt die Rathausspitze um Oberbürgermeister Tim Kurzbach (SPD) auf ein Ja zum Grundsatzbeschluss für die Planung einer Arena Bergisch Land. Diese soll am Weyersberg unter anderem zur neuen sportlichen Heimat des Handball-Bundesligisten Bergischer HC werden und Shows beherbergen. Dafür würde die Klingenhalle abgerissen – um dieses für Solingen wegweisende Thema drehte sich naturgemäß auch viel in der jüngsten Sitzung des Sportausschusses.

Sportdezernentin Dagmar Becker (Grüne) beantwortete in Abstimmung mit ihrem Stadtdienst Sport und Freizeit sowie Stadtkämmerer Ralf Weeke (SPD) von der CDU gestellte Fragen. Dabei ging es unter anderem um die Nutzung und Auslastung der Klingenhalle. Ersatz-Kapazitäten seien aufgrund der hohen Auslastung nicht gegeben – das würde auch auf die Fußballer insbesondere von DV Solingen zutreffen, die den Kunstrasenplatz an der Halle nutzen. Im Zuge der Entstehung einer Arena würde dieser wegfallen. Betroffen wären auch die Zweitliga-Handballerinnen des HSV, die im Arena-Gutachten aufgeführten Standorte August-Dicke-Schule und Fals erfüllen als Alternativen nicht den notwendigen Standard. Angefragt worden war zudem die Zusammensetzung der Kosten für eine Sanierung der Klingenhalle. 19,5 bis 21,5 Millionen werden dafür veranschlagt, Brandschutz (1,8), Dach und Oberfläche (je 1,5) sowie Lüftung (1,4) sind dabei die dicksten Brocken. „Wir wollen keine Stimmung gegen die Arena machen, sondern nur Dinge geklärt haben“, sagte CDU-Ratsmitglied Martin Röhrig.

Quer durch die im Ausschuss vertretenen Parteien herrschten Irritationen bezüglich des sportpolitischen Ablaufs zur Bekanntgabe der Arena-Planungen. Bei einer vergangenen Sitzung hatte Kirsten Olsen-Buchkremer zunächst über den hohen Sanierungsbedarf der Klingenhalle informiert, kurz darauf war das Thema in die Öffentlichkeit gedrungen. „Sie war seinerzeit im Ausschuss nicht in die Entwicklungen zu einer Arena einbezogen“, stellte Becker mit Blick auf die Geschäftsführerin der Bädergesellschaft fest.

Bedenken gegen das Arena-Konzept

Derweil haben sich die Solinger Linken dafür ausgesprochen, die Beschlussvorlage von der Tagesordnung zu nehmen. Sprecher Adrian Scheffels: „Solingen muss endlich dringend notwendige Investitionen tätigen, anstatt städtisches Geld in einem Prestigeprojekt zu versenken!“ Die Partei orientiert sich dabei an einer Präsentation von „Fridays for Future“, in der Probleme sowohl in ökologischer, verkehrstechnischer als auch sozialer Hinsicht aufgeführt werden – und zur Ablehnung des rund 50 Millionen Euro teuren Projektes führen.

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