Verschönerungsverein

Rüden feiert ohne Flammen an der Wupper

Beim Sommerfest des Verschönerungsvereins Rüden-Friedrichstal unterhielt Clown Willy Kinder auf der Festwiese.
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Beim Sommerfest des Verschönerungsvereins Rüden-Friedrichstal unterhielt Clown Willy Kinder auf der Festwiese.

Nach der Flut im Juli 2021 hat der Verschönerungsverein seinen Kotten renoviert und das Gelände saniert.

Von Karl-Rainer Broch

Solingen. Von „abgespeckt“, wie Petra Meis, die zweite Vorsitzende des Verschönerungsvereins Rüden-Friedrichstal, es formulierte, merkte man am Samstag auf der Festwiese am Untenrüdener Kotten so gut wie nichts. Die Solinger wollten wissen, wie die Mitglieder den durch die Flut vor gut 13 Monaten demolierten Gebäudekomplex wieder hergerichtet hatten – und kamen in Scharen. Herrschte schon am Nachmittag Hochbetrieb, amüsierten sich viele Hundert Besucher und Besucherinnen bis in die Nacht zu den Klängen der Kölner Band „Two-live“.

Da störte es sie nicht, dass wegen der Trockenheit das Traditionsfeuerwerk „Wupper in Flammen“ ausfiel und man das Motto kurzerhand in „Wupper ohne Flammen“ umgetitelt hatte und man diesmal nur am Samstag feierte. Auch die beliebte Verlosung fand noch nicht statt. „Den Sonntag nehmen wir nächstes Jahr wieder dazu und dann kommt auch wieder das Feuerwerk“, kündigte Petra Meis an.

Nach den Aufräumarbeiten konnten die inzwischen 220 Mitglieder vor einem halben Jahr wieder das Vereinsheim benutzen und waren letzte Woche intensiv damit beschäftigt, den Festplatz aufzubauen, Bäume zu schneiden, Kuchen zu backen und Schilder zu platzieren.

Vor allem über Tag war das Sommerfest eine Familienangelegenheit. Für die Kinder gab es Gelegenheit, auf der Hüpfburg zu tanzen und die Künste beim Torwandschießen zu erproben. Am Nachmittag erfreute Bernd Möller als „Clown Willy“ vor allem die Kleinen, indem er Luftballons in Hunde, Schmetterlinge oder Marienkäfer verwandelte.

Währenddessen genossen die Gäste unter den alten Lindenbäumen die kulinarischen Genüsse wie die herzhafte Currywurst mit Pommes oder selbst gebackene Torten und Kuchen. Getränke gab es für jeden Geschmack, Kaffee, alkoholfreie Säfte, Wasser und natürlich Bier vom Fass. Am Sektstand bot Ola Preis neben Wein auch Pfirsichbowle an. Sie wohnt seit mehr als 25 Jahren in Obenrüden, bei ihr wurde die untere Etage vom Wasser überflutet: „Aber keiner von uns will deshalb wegziehen, wir alle wollen weiter hier wohnen.“

Diese positive Stimmung bemerkte auch Bezirksbürgermeister Paul Westeppe (CDU): „Ich bin beeindruckt, wie sich die Vereinsmitglieder für ihren Ortsteil ehrenamtlich engagieren.“ Sie hätten großen Anteil daran, diese Perle der Solinger Naherholung pflegerisch wieder auf Vordermann zu bringen.

Aber nicht nur die Bewohner von Rüden halfen, die Schäden zu beseitigen. Georg Schubert vom Verein „Gräfrath hilft“ war mit etlichen Helfern gekommen: „Wir haben zusammen mit den Pfadfindern Silva mitgeholfen, den Weg zum Kotten wiederherzustellen.“ Als kleines Dankeschön erhielten sie von Petra Meis die Einladung.

Bärbel Börner aus Höhscheid gehörte schon vor Corona zu den Stammgästen: „Wir genießen Kaffee, Kuchen, die Musik und die schöne Landschaft. Außerdem trifft man immer Bekannte.“ Auch die Musiker Reiner Axen und Melanie König der Kölner Band „Two-live“ waren von der Atmosphäre beeindruckt: „Wir spielen vor allem deutsche Interpreten, besonders zu später Stunde kommen Stimmungslieder am besten an.“

Natürlich konnte man sich auch von den Renovierungsarbeiten überzeugen. Heinrich Ledderhose zeigte Interessenten, wie man alles wieder hergerichtet hatte: „Der Kotten stand kopfhoch unter Wasser, der Aufsitzmäher wurde aus der Garage rausgespült und die gerade frisch renovierten Toiletten durch das Hochwasser zerstört.“ Davon war beim Sommerfest nichts mehr zu sehen.

Verschönerungsverein Rüden

Zweck: Der Verein will die Verschönerungen der Ortschaften Rüden, Friedrichstal, Leysiefen, Rödel und Fähr erwirken.

Feiern: Vom ersten Vereinsfest in Friedrichstal folgte der Umzug nach Fähr, wo 1958 das Sommerfest „Wupper in Flammen“ Premiere hatte. 1968 pachtete der Verein den Schleifkotten in Rüden, wo seit 1971 gefeiert wird.

Mitglieder: Heute hat der Verein 220 Mitglieder.

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