Gemeinnützige Lösung soll gefunden werden

Rückkauf der Ohligser Festhalle erntet Zustimmung

Die Festhalle ist in keinem guten Zustand. Foto: Michael Schütz
+
Die Festhalle ist in keinem guten Zustand.

Die Linke hatte sich bereits 2005 gegen den Verkauf ausgesprochen.

Von Kristin Dowe

Solingen. Grundsätzlich positiv äußern sich nun auch die Fraktionen von BfS/Abi und der Linken/Die Partei im Rat der Stadt Solingen zum Rückkauf der Ohligser Festhalle durch die Stadt. Die Bürgergemeinschaft für Solingen (BfS) habe sich schon vor 16 Jahren für eine ähnliche Lösung eingesetzt, die damals aber von den anderen Parteien blockiert worden sei, heißt es in einer Pressemitteilung. Konkret habe sie gemeinsam mit der Prinzengarde Blau-Gelb Solingen Ohligs 2005 die Bürgerinitiative „Bürger retten ihre Festhalle“ gegründet.

Anfang voriger Woche war bekannt geworden, dass die Stadt die Festhalle zurückgekauft hat – sie ist in zunehmend ungepflegtem Zustand. Perspektivisch soll die Halle aber nicht im Eigentum der Stadt bleiben. Im Zuge eines Weiterverkaufs soll eine „gemeinnützige Lösung“ in Form einer Stiftung gefunden werden. Aktuell seien die Verantwortlichen dazu aber noch in Gesprächen.

Auch einen Trägerverein habe die BfS 2005 in Betracht gezogen, erinnert deren Vorsitzender Martin Bender. „Jetzt, 16 Jahre später, wird diese Idee nicht nur aufgegriffen, sondern auch umgesetzt. Das zeigt, dass wir vor 16 Jahren schon die richtige Idee hatten.“

Solingen: Nach dem Verkauf mehr und mehr abgewirtschaftet

Auch die Fraktion Die Linke/Die Partei erinnert in einer Mitteilung daran, dass Die Linke 2011 gegen den Verkauf an einen privaten Investor gestimmt habe. „Vor dem Verkauf hatte die Stadt Solingen rund 2,5 Millionen Euro öffentliche Fördergelder für Ausbau und Renovierung der Halle erhalten und aus diesem Grund eine Zweckbindung in den Kaufvertrag geschrieben. Im Dezember 2018 endete die Zweckbindung, die Halle wurde an den nächsten Investor verkauft und mehr und mehr abgewirtschaftet“, heißt es seitens der Fraktion.

Nun befänden sich das Gebäude und die Innenausstattung in einem schlechten Zustand. „Es wird viel Geld kosten, die Immobilie wieder herzurichten. Hier wird wieder einmal deutlich, dass es sehr teuer ist, einmal verkauftes kommunales Eigentum zurückzukaufen.“

Die Fraktion wolle den Prozess, die Festhalle zu neuem Leben zu erwecken, gemeinsam mit Vereinen und kulturellen Einrichtungen voranbringen. Dieses Ziel hat sich auch die BfS auf die Fahnen geschrieben. Zuvor hatten bereits CDU und Grüne den Rückkauf der Halle begrüßt. Ebenso betonte die Ohligser Bezirksbürgermeisterin Gundi Hübel (SPD) zuletzt die große Bedeutung der Festhalle für das Veranstaltungsleben in Solingen – das Gebäude sei trotz seines renovierungsbedürftigen Zustands „ein Schmuckstück“.

Die CDU hatte in Person des stellvertretenden Bezirksbürgermeisters Marc Westkämper aber angemahnt, dass die geplante Übertragung an eine Bürgerstiftung nur die halbe Miete sei. Die Christdemokraten regten an, dass gemeinsam Überlegungen getroffen werden, wie sich örtliche Vereine, aber auch interessierte Bürger, in die Stiftung einbringen können, um die Zukunft der Festhalle zu sichern. Ein einziger Verein oder wenige Personen seien damit überfordert, so Westkämper.

Standpunkt: Blick nach vorne richten

Von Kristin Dowe

kristin.dowe@solinger-tageblatt.de

Es wurde höchste Zeit, dass die Stadt bei der Ohligser Festhalle ihr Ass im Ärmel in Form ihres Vorkaufsrechts für Immobilie und Grundstück zieht. Viel länger hätten die Solinger dem Niedergang ihrer einst vor Leben pulsierenden Festhalle wohl auch nicht zuschauen wollen. Hatten die früheren Vorbesitzer André und René Hitzegrad die vertraglichen Bedingungen stets erfüllt – sie verpflichteten sich, bis 2018 die Festhalle als örtliche Bürgerbegegnungsstätte für die Allgemeinheit zur Verfügung zu stellen – war nach dem neuerlichen Eigentümerwechsel der Verfall des Objekts nicht mehr aufzuhalten. Mit dem Rückkauf hat die Stadt den Weg dafür geebnet, dass die Festhalle wieder zu einem Zentrum des kulturellen Lebens und einem lebendigen, sozialen Treffpunkt für die Solinger werden kann – auch wenn dies angesichts des jetzigen Zustands des Gebäudes ein finanzieller Kraftakt werden dürfte. Die Diskussion, ob die damalige Entscheidung für den Verkauf sinnvoll war, ist allerdings müßig. Jetzt gilt es, den Blick nach vorne zu richten.

Das könnte Sie auch interessieren

Unsere News per Mail

Nach der Registrierung erhalten Sie eine E-Mail mit einem Bestätigungslink. Erst mit Anklicken dieses Links ist die Anmeldung abgeschlossen. Ihre Einwilligung zum Erhalt des Newsletters können Sie jederzeit über einen Link am Ende jeder E-Mail widerrufen.

Die mit Stern (*) markierten Felder sind Pflichtfelder.

Meistgelesen

Bahnstraße in Ohligs nach schwerem Unfall wieder frei
Bahnstraße in Ohligs nach schwerem Unfall wieder frei
Bahnstraße in Ohligs nach schwerem Unfall wieder frei
Bergische Messer aus 100 Prozent Abfall
Bergische Messer aus 100 Prozent Abfall
Bergische Messer aus 100 Prozent Abfall
Solinger bei Unfall mit Falschfahrer verletzt
Solinger bei Unfall mit Falschfahrer verletzt
Solinger bei Unfall mit Falschfahrer verletzt
Tierärztin: Welche Impfungen Hunde brauchen
Tierärztin: Welche Impfungen Hunde brauchen
Tierärztin: Welche Impfungen Hunde brauchen

Kommentare