Arbeitspferd

Rückepferd Eliot räumt Wälder schonend auf

Daniel Proske bei der Arbeit mit Comtois Wallach Eliot, einem seiner beiden Kaltblüter.
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Daniel Proske bei der Arbeit mit Comtois Wallach Eliot, einem seiner beiden Kaltblüter.

Daniel Proske spannt seine beiden Kaltblüter auch vor Hochzeitskutschen und Planwagen.

Von Jutta Schreiber-Lenz

Solingen. Gelassen nutzt Comtois Wallach Eliot die Wartezeit, die sein Halter Daniel Proske braucht, um Kummet, Arbeitshalfter und Zugstränge aus der Remise zu holen. Gemütlich knabbert er an der Rasennarbe des Ziergartens und lässt sich weder durch den Pressebesuch noch vom temperamentvoll bellenden Hofhund aus der Ruhe bringen.

Stall und Pferdekoppel im idyllischen Nümmener Bachtal gehören Proske und seiner Frau Nadine. Sie leben dort seit ein paar Jahren mit ihren Kindern, versorgen Hühner und Hund und bauen Gemüse für den eigenen Verbrauch an. Die beiden Kaltblüter Eliot und Paula, die sie als Arbeitspferde halten, gehören mit zur Familie, mögen Besuch – und begrüßen den gerne freundlich mit einem Stups ihrer weichen Nüstern.

Zickige Charaktere könnte man für die Arbeit als Rücke- und auch Kutschpferde nicht gebrauchen.

Daniel Proske

„Zickige Charaktere könnte man für die Arbeit als Rücke- und auch Kutschpferde nicht gebrauchen“, sagt Daniel Proske, der auch regelmäßig Ausfahrten mit einem Planwagen anbietet und seit kurzem auch anspannt, um Paare zu ihrer Trauung zu fahren.

Das sind die Vorteile von Rückepferden

Regelmäßig ackern die beiden etwa 750 kg schweren Tiere beispielsweise auf dem nahe gelegenen Bio-Hof von Diplom-Landwirtin Corinna Nau, um auf den Gemüsefeldern zu helfen. Auch in Wäldern kommen sie zum Einsatz, um gefällte oder umgestürzte Baumstämme zu Transportern zu ziehen.

Er bediene Anfragen in ganz Nordrhein-Westfalen, erzählt Daniel Proske, der die Vorteile des Einsatzes von Pferden gegenüber motorisierten Fahrzeugen klar benennt: „Die Bodenverdichtung ist durch die Pferde ungleich geringer; auch bleiben die Umgebungsschäden an der Flora kleiner, weil man für den Abtransport weniger Gassen und Schneisen in den Forst schlagen muss.“ Außerdem kämen Pferde an Stellen weiter, die für großes Gerät schwer zugänglich seien, und sparten zudem Kraftstoff.

Waldpflege ist aktiver Klimaschutz

Im sogenannten Kölner Verfahren kombiniere man Mensch beziehungsweise Pferd und Maschine bei der Holzernte. Für den gelernten Versicherungsmakler ist der Umweltschutzgedanke seit vielen Jahren präsent. So baue er schon lange Gemüse an und habe irgendwann für Feld-Arbeit auf die Arbeitskraft „Pferd“ gesetzt.

Nicht „einfach so“, sondern mit sorgfältig angeeignetem Wissen über zum Beispiel richtiges Geschirr und die nötige Ausbildung der Pferde oder ihre optimale Unterbringung. „Ich setze auf Qualität, das bedeutet, dass Eliot und Paula auf sie angepasstes Leder-Geschirr bei der Arbeit tragen, um Druckstellen vorzubeugen, und das gilt sowohl für den Einsatz als Kutschen- wie auch als Rückepferde.“

Regelmäßig lässt sich der 42-Jährige vom zuständigen Verband zertifizieren. Transparenz ist ihm wichtig, schließlich haben die Standards, die er hochhält, einen Preis, den er für angemessen hält. „Wir müssen lernen, Gutes und Langlebiges wertzuschätzen, und dürfen nicht länger nur auf billige Massenware setzen“, sagt er nachdrücklich. „Das gilt für alle Bereiche, sei es Nahrung, Handwerk, Produktion oder Mobilität.“

Kontakt: In Kürze soll die neue Homepage von Daniel Proske an den Start gehen.
www.rueckepferd.de

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