Graf-Wilhelm-Platz

Rote Streifen am Busbahnhof werden entfernt

Die roten Streifen am Busbahnhof werden von vielen Solingern als missverständlich empfunden. 
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Die roten Streifen am Busbahnhof werden von vielen Solingern als missverständlich empfunden. 

An der Straße Ohliger Tor soll mittelfristig ein echter Zebrastreifen markiert werden.

Von Kristin Dowe

Solingen. In der Vergangenheit sorgten die roten Längsstreifen an drei Stellen am Graf-Wilhelm-Platz immer wieder für Missverständnisse, verwechselten sie die Verkehrsteilnehmer doch regelmäßig mit Zebrastreifen. Seit langem war bereits geplant, die sogenannten „Aufmerksamkeitsstreifen“ abzuschaffen – in den Sommerferien soll dieser Schritt nach Angaben der Stadt nun endgültig erfolgen.

Auch die Bezirksvertretung Mitte wird sich in ihrer Sitzung am 19. Mai mit dem Thema beschäftigen: Während sich die Bezirksfraktionen der SPD, Grünen und Linken in einem gemeinsamen Antrag für die Erneuerung der roten Streifen aussprechen, fordert die FDP deren Beseitigung zugunsten von Zebrastreifen an allen betroffenen Stellen. „Die roten Streifen am Graf-Wilhelm-Platz sollten die Sicherheit von Passanten erhöhen. Das Gegenteil ist der Fall“, kritisiert FDP-Bezirksvertreter Horst Janke in einer Pressemitteilung. Vor allem ältere Menschen und Kinder seien durch die „verkappten Zebrastreifen“ gefährdet.

Das soll statt den roten Streifen auf die Straße

Ein echter Zebrastreifen sei jedoch nur im Bereich Ohliger Tor möglich, was den straßenverkehrsrechtlichen Vorgaben geschuldet sei, erläutert Rathaussprecherin Sabine Rische: „Zum einen dürfen Zebrastreifen nur über maximal zwei Fahrspuren und nicht über Sonderfahrspuren für Busse angelegt werden, außerdem müssen bestimmte Sichtbeziehungen eingehalten werden.“ An den anderen beiden westlichen Stellen direkt am Busbahnhof sei dies nicht gegeben. Dort soll stattdessen farblich abgesetzter Asphalt eingebaut werden. „Damit werden die Querungsmöglichkeiten für Fußgänger verdeutlicht. Die Busse haben aber ganz klar Vorfahrt“, so Rische.

Die Zahl der Verkehrsunfälle steigt in Solingen leicht

Dieser Lösungsansatz sei das Ergebnis einer Prüfung der Stadt mit aufwendigen Fahrversuchen gewesen. So sei untersucht worden, ob der Seitenraum seitlich um je eine Fahrspur vorgezogen werden kann. „Das geht nicht, da die Busse die Haltestellen nicht mehr so anfahren können wie erforderlich. Alle Haltepositionen müssen unbedingt erhalten bleiben, damit der Verkehrsablauf mit derzeitiger Taktung und kurzen Umstiegszeiten reibungslos läuft.“

Wann der Zebrastreifen am Ohliger Tor markiert wird, werde derzeit noch geklärt – auch diese Maßnahme werde voraussichtlich erst in den Sommerferien erfolgen. Grund seien Lieferengpässe für Baumaterial – so müsse bei dem geplanten Zebrastreifen auch die Beleuchtung angepasst werden.

Graf-Wilhelm-Platz istUnfallhäufungsstelle

Ursprünglich waren die roten Streifen im Rahmen des Umbaus des Busbahnhofs im Zuge der Regionale 2006 markiert worden. Sie sollten Autofahrer mahnen, dass an den jeweiligen Stellen Fußgänger aus den Bussen auf die Straße treten könnten. In der Praxis wurden die Markierungen jedoch immer wieder als Zebrastreifen fehlinterpretiert, wie auch ein ST-Leser der Redaktion schilderte.

Auch die Solinger Polizeichefin Claudia Schepanski übte in der Vergangenheit mehrfach Kritik an der Situation, äußerte sich auf Nachfrage aber nicht erneut dazu. Der Graf-Wilhelm-Platz sei eine Unfallhäufungsstelle, die derzeit von der städtischen Unfallkommission bearbeitet werde, begründet dies Alexander Kresta, Sprecher der Polizei Wuppertal. Die Pressehoheit liege deshalb ausschließlich bei der Stadt, während die Polizei ihre beratende Funktion wahrnehme.

Hintergrund

Prüfung: Auch an anderen Stellen im Solinger Stadtgebiet gibt es noch rote Streifen, so etwa an der Tersteegenstraße oder der Ehrenstraße. Ein konkretes Konzept dafür nannte die Stadt noch nicht – auch dort solle die Verkehrssituation aber überprüft werden.

Standpunkt von Kristin Dowe: Schritt ist überfällig

kristin.dowe@solinger-tageblatt.de

Seit Jahren sorgen die roten Streifen am Busbahnhof wohl vor allem bei auswärtigen Besuchern für Rätselraten, was es mit ihrer Bedeutung auf sich hat. Doch auch trotz vielfacher öffentlicher Klarstellung hielten und halten auch viele Solinger Verkehrsteilnehmer die Markierungen irrtümlich für Zebrastreifen, was zu gefährlichen Situationen führen kann. Die Tatsache, dass es sich beim Graf-Wilhelm-Platz um eine Unfallhäufungsstelle handelt, ist dafür ein alarmierender Beleg.

Das ursprüngliche Ziel der „Aufmerksamkeitsstreifen“, Autofahrer auf möglicherweise querende Fußgänger aus den Bussen hinzuweisen, mag nachvollziehbar sein - in der Praxis waren die Streifen ein Lehrbeispiel missglückter Verkehrsplanung und ihre Beseitigung ist ein überfälliger Schritt. Natürlich ist in dem verkehrssensiblen Bereich in der Innenstadt für alle Verkehrsteilnehmer weiterhin Vorsicht geboten. Dies wird mit der nun angestrebten Lösung hoffentlich ebenfalls deutlich.

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