Mahnmal gegen Rassismus

Rotary Club verzichtet auf Mahnmal-Projekt

So war die Skulptur geplant. Entwurf: Rotary Club Solingen
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So war die Skulptur geplant. Entwurf: Rotary Club Solingen

Rotarier erklären, ihr Anliegen sei aus dem Blick geraten. Und trotz - oder gerade wegen - der Diskussionen habe sich alles gelohnt.

Von Philipp Müller

Solingen. Ein Ende hat die Debatte um eine vom Rotary Club Solingen ins Gespräch gebrachte und von ihm konzipierte Skulptur „Handschlag der Kulturen“. Denn wie der Club jetzt mitteilt, habe er entschieden, das Projekt eines „Mahnmals gegen Rassismus“ nicht weiter zu verfolgen.

Weiter heißt es: „Nach der öffentlichen Kritik am Entwurf für die geplante Skulptur fanden in den vergangenen Monaten mehrere, konstruktive Gesprächsrunden mit interessierten Religionsgemeinschaften, städtischen Stellen und Vereinen statt, die von der Superintendentin des evangelischen Kirchenkreises Solingen, Dr. Ilka Werner, moderiert wurden. Im Verlauf dieser Gespräche wurde aber deutlich, dass es neben Fragen der Gestaltung auch sehr unterschiedliche Auffassungen über die genaue Zielrichtung einer solchen Skulptur gibt.“ Dazu: Mahnmal vor dem Rathaus: Rotarier fordern zum Handschlag gegen Rassismus auf

Superintendentin Dr. Ilka Werner hatte auf Bitten von Oberbürgermeister Tim Kurzbach (SPD) Struktur in die Debatte gebracht und sich dabei auch als Mediatorin verstanden, dem Projekt vielleicht noch eine Chance zu geben. Unter anderem die jüdische Kultusgemeinde hatte die Pläne kritisiert.

Rotarier erklären, ihr Anliegen sei aus dem Blick geraten

Die internen Debatten wertet der Club heute so, dass das ursprüngliche Vorhaben des Rotary Club Solingen – primär ein Kommunikationsobjekt zur Anregung des interkulturellen Dialogs zu schaffen – dabei aus dem Fokus geraten sei.

Doch der Club will die Diskussion nicht als verlorene Zeit verstanden wissen. Ganz im Gegenteil. Der Präsident des RC Solingen, Ralf Kohns, bedankt sich bei allen Beteiligten: „Auch wenn es bis heute keine Einigung über alle Interessen gibt, so finde ich diesen gesellschaftlichen Diskurs bemerkenswert – das ist gelebte Stadtkultur. Ich danke allen Beteiligten für ihr Engagement und die konstruktiven und wertschätzenden Diskussionsbeiträge. Wir respektieren somit, dass unsere Vorstellungen so nicht in Form einer Skulptur oder eines Mahnmals umsetzbar sind.“

Zugleich blicken die Rotarier auch nach vorne. Sie wollen sich stattdessen in anderer Form für den interkulturellen Dialog und gegen Rassismus einsetzen. Dazu erklärt Ralf Kohns: „Der Einsatz gegen jede Form von Rassismus, Antisemitismus und Diskriminierung liegt unserem Club weiterhin sehr am Herzen. Dabei kommt dem interkulturellen Dialog eine große Bedeutung zu. Wir werden nun intensiv beraten, in welcher anderen Form wir Projekte unterstützen oder initiieren können, die sich diesen Zielen verpflichtet fühlen.“

Dazu wolle der Solinger Club auch mit den anderen Teilnehmern der Gesprächsrunden in der Zukunft weiter im Kontakt bleiben.

Rotarier machen Umweltschutz zum Schwerpunktthema.

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