Direkthilfe für den Wideraufbau

Rotarier spenden für Opfer der Flutkatastrophe

5000 Euro für das Café Meyer in Unterburg überreichten Markus Sommer (von links) und Christian Löwe vom Rotary-Club Solingen-Klingenpfad an Eigentümer Olaf Meyer als Direkthilfe. Foto:
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5000 Euro für das Café Meyer in Unterburg überreichten Markus Sommer (von links) und Christian Löwe vom Rotary-Club Solingen-Klingenpfad an Eigentümer Olaf Meyer als Direkthilfe.

Die zwei Solinger Clubs unterstützen mit finanzieller Direkthilfe den Wiederaufbau

Von Philipp Müller

Solingen. Baustützen tragen das Obergeschoss im Café Meyer in Unterburg an der Wupperinsel. Endlich sei das Lokal aber wieder trocken, berichtet Betreiber Olaf Meyer. Zuversichtlich ist er, schon zu Beginn des neuen Jahres wieder eröffnen zu können. Helfen kann dabei auch eine Spende des Rotary-Clubs Solingen-Klingenpfad. Christian Löwe und Markus Sommer überreichten jetzt einen entsprechenden Scheck über 5000 Euro an Meyer.

Der Solinger Rotary Club hat mit dem Rotary Club Gouda zusammen eine Spende an die Flutopfer in Burg in Höhe von 5000 übergeben. Die Mittel erhielten die Burger Mutmacher.

Solingen hat gleich zwei Rotary-Clubs. Der zweite, Rotary-Solingen, hatte bereits am Samstag vor der Bundestagswahl 5000 Euro an die Burger Mutmacher überreicht, die an diesem Tag auf die vielen Schicksale aufmerksam machten, die nach der Flutnacht vom 14. auf den 15. Juli Schäden zu beklagen haben. Diese Schäden sind nicht bei allen komplett versichert. Zudem sind viele Häuser immer noch nicht abgetrocknet.

Solinger Rotary-Clubs arbeiten bei der Flut eng zusammen

Die Hilfe der Rotarier kommt da sicher gut an. Und sie ist auch ein Produkt der Zusammenarbeit der einzelnen Clubs über die Stadtgrenzen hinaus, erklärt Ralf Kohns, Präsident von Rotary-Solingen. So beteiligte sich bei der Spende für die Mutmacher auch der Partnerclub aus Gouda, der niederländischen Partnerstadt Solingens, an der Summe. Auch der zweite Club, Solingen-Klingenpfand, weiß mit einem Schweizer Partnerclub Menschen an seiner Seite, die sich beteiligen, erklärt Markus Sommer.

So konnte von Solingen-Klingenpfad für die die Soforthilfe der Stadt schon einmal ein Betrag von 5000 Euro an die Kaimer-Stiftung (| Kasten) Solingens überwiesen werden. Rotary-Solingen schaut nach Angaben von Ralf Kohns auch über die Stadtgrenzen hinaus. Gemeinsam mit Rotary-Klingenpfad und dem übergeordneten Distrikt werde gerade eine Spende für eine Kita auf der Stadtgrenze zwischen Solingen und Leichlingen in Höhe von 18 000 Euro zur Übergabe vorbereitet.

„Wir wollen ein Zeichen setzen, wie wichtig uns Unterburg ist.“

Christian Löwe, Rotarier

Wie notwendig solche Hilfe ist, macht das Beispiel von Olaf Meyer deutlich. Es zeigt auf, mit welchen Problemen die Opfer der Flutnacht zu kämpfen haben. Das schon 1640 errichtete Gebäude selbst hat Meyer durch eine Elementarschadenversicherung abgedeckt. Für das Abtrocknen der überfluteten Bereiche des Lokals im Untergeschoss, neue Böden, Heizung, Putz auf den Wänden und eine neue Türe veranschlagt der Gastronom rund 150 000 Euro Kosten nach ersten Schätzungen.

Anders sieht es mit dem Inventar aus. Das war – nicht unüblich in der Gastronomie – nicht versichert. Das schlage mit weiteren 150 000 Euro zu Buche. Da hofft er nun auf die Landes- und Bundesmittel aus dem Aufbaufonds. Doch das Antragsverfahren sei äußerst kompliziert, berichtet Meyer. Er hat sich deshalb an seinen Steuerberater und die Industrie- und Handelskammer (IHK) gewandt.

Dritte „Baustelle“ sind die Lebenshaltungskosten, bis das Café wieder eröffnet. Da greift Meyer seine Rücklagen an. Außerdem würden ihm Stammgäste über die Runden helfen. Für Christian Löwe von Rotary Solingen-Klingenpfad auch ein Grund, dort die Spende zu platzieren. „Wir wollen damit ein Zeichen setzen, wie wichtig uns Unterburg ist. Zugleich wollen wir Olaf Meyer auch unterstützen, damit er ein Lokal wieder öffnen kann.“ Denn Unterburg brauche jetzt viel Hilfe und vor allen Dingen positive Signale.

Fluthilfen

Direkt nach den Starkregenereignissen vom 14. und 15. Juli gab es eine große Hilfsbereitschaft. Die Stadt stellte dazu die Gerd-Kaimer-Stiftung zur Verfügung. Über sie wurden rund 1,5 Millionen Euro eingesammelt und mehr als die Hälfte als Soforthilfe jeweils mit bis zu 3000 Euro ausgezahlt. Inzwischen können Opfer auch Landes- und Bundesmittel beantragen. Sie sollen bis zu 80 Prozent der Schäden abdecken. Auch die Ausgabe von Sachspenden aus der Bürgerschaft und von Firmen begann inzwischen.

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