Mahnmal vor dem Rathaus

Rotarier fordern zum Handschlag gegen Rassismus auf

Vor dem Rathaus soll die Kommunikationsskulptur „Handschlag der Kulturen“ zur Diskussion wider Diskriminierung und für Völkerverständigung weit über Termine wie den Kippa-Tag hinaus anregen. Foto: Christian Beier
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Vor dem Rathaus soll die Kommunikationsskulptur „Handschlag der Kulturen“ zur Diskussion wider Diskriminierung und für Völkerverständigung weit über Termine wie den Kippa-Tag hinaus anregen.

Geht es nach den Solinger Rotariern, dann steht noch in der ersten Jahreshälfte das Mahnmal „Handschlag der Kulturkreise“ auf dem Walter-Scheel-Platz.

  • Ziel: Starkes Zeichen gegen Rassismus und für den Dialog setzen.
  • Mahnmal soll auf dem Walter-Scheel-Platz vor dem Rathaus stehen.
  • Gesamtkosten werden durch Spenden aus dem Kreis des Rotary Clubs Solingen aufgebracht.

Von Philipp Müller

Solingen. Wie Initiator Markus Klein vom Serviceclub mitteilt, sei das Projekt bereits im Ältestenrat der Stadt vorgestellt und grundsätzlich positiv aufgenommen worden. „Wir wollen damit bewusst ein starkes Zeichen gegen Rassismus und für den Dialog setzen“, betont Klein.

Eine zweite, baugleiche Skulptur werde voraussichtlich in Solingens Partnerstadt Aue aufgestellt, berichtet das Mitglied des Rotary Clubs Solingen. Dort wurde das Konzept am Montag einem Ratsausschuss vorgestellt.

„Die Skulptur soll nicht schön sein, sie soll zur Diskussion anregen.“
Markus Klein, Rotary Club Solingen

Doch was soll aufgestellt werden? Nach einem Entwurf des Solingers Carsten Weck geht es um eine zweimal zwei Meter große Skulptur aus zwei Stahlarten. Als Zeichen gegen Diskriminierung geben sich eine weiße Edelstahlhand und eine aus braun-schwarzem Corten-Stahl die Hand.

Solingen: Interreligiöse Debatte soll angestoßen werden

Da aber weit über den Rassismus hinaus auch die interreligiöse Debatte angestoßen werden soll, sind auf den Händen entsprechende Symbole angebracht: das christliche Kreuz, der islamische Halbmond mit Stern, der Davidstern, das hinduistische und buddhistische „Om“, die Black-Panther-Faust für „Black Power“ und „Black Lives Matter“ und eine Friedenstaube.

Handschlag der Kulturen

Es ist auch eine Türe zu sehen. Sie steht für die Synagoge in Halle, auf die es einen rechtsterroristischen Anschlag gab.

Der war der Grund gewesen, warum Rotary Solingen einen Projektarbeitskreis Extremismus und Diskriminierung ins Leben gerufen hatte. „Die Skulptur muss nicht schön sein, sie soll zur Diskussion anregen“, sagt Klein. Daher könne es auch offenbleiben, ob es sich um Kunst, ein Mahnmal oder nur eine Stele handele. „Das sollen die Menschen vor Ort diskutieren und die symbolisierten Themen besprechen.“

So wollen die Rotarier die gesellschaftliche Auseinandersetzung um Themen wie Diskriminierung, Extremismus, Rassismus und Völkerfreundschaft bewusst anfeuern. Und das auf dem wichtigsten Platz der Stadt, dem Walter-Scheel-Platz vor dem Rathaus.

Das alles sei in der Arbeitsgruppe durchaus auch konstruktiv und zugleich teilweise kontrovers diskutiert worden. Damit habe die künftige Kommunikationsskulptur schon im Entstehungsprozess ausgelöst, worum es allen gehe: mehr Verständnis und Respekt voreinander und miteinander zu entwickeln. Nun setzt der Club auf eine schnelle Umsetzung zusammen mit dem Rathaus.

Das alles passe zum Selbstverständnis der Rotarier, betont Klein: „Rotary ist eine internationale Organisation, deren Mitglieder sich gemeinnützigen Zielen verpflichtet haben. Als seine Ziele nennt Rotary humanitäre Dienste, Einsatz für Frieden und Völkerverständigung sowie Dienstbereitschaft im täglichen Leben.“

Handschlag

An der Auswahl des Entwurfs war auch der frühere Direktors des Zentrums für verfolgte Künste und Rotarier, Dr. Rolf Jessewitsch, beteiligt. Die Arbeit von Carsten Weck wird die Firma Hans Mensler Blechverarbeitung umsetzen und zu großen Teilen finanziell mittragen. Die Gesamtkosten werden durch Spenden aus dem Kreis der Rotarier aufgebracht. Je eine Hand aus einer Edelstahlplatte (12 mm stark), die andere aus rostfarbenem Corten-Stahl (12 mm stark) sollen gefertigt werden.

Das Diakonische Werk im Evangelischen Kirchenkreis Solingen und der Stadtdienst Integration legten ein Paket zur Bekämpfung von Rechtsextremismus und Rassismus in Solingen vor. Als „Lokales Handlungskonzept“ soll es nun in die Jugendarbeit, die Schulen und in weite Bereiche der Solinger Gesellschaft eingebracht werden.

„Train the Trainer“ – so heißt die Fortbildung zu (Anti-)Rassismus und (Anti-)Diskriminierung, die Solinger befähigen soll, eigenständig Workshops zum Thema durchzuführen.

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