Arena Bergisch Land

Politiker ringen um Arena-Grundsatzbeschluss

Anstelle dieses Kunstrasenplatzes oder im Bereich des Parkplatzes (hinten) könnte am Weyersberg eine Arena entstehen. Archivfoto: Tim Oelbermann
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Anstelle dieses Kunstrasenplatzes oder im Bereich des Parkplatzes (hinten) könnte am Weyersberg eine Arena entstehen.

Die Vorschläge der CDU zur Veranstaltungshalle sehen die anderen Ratsfraktionen zwar skeptisch – sie könnten aber geprüft werden.

Von Andreas Tews

Solingen. In einem sind sich die Fraktionschefs von CDU, SPD, FDP und BfS/ABI einig: Sie wollen am 17. Februar mit großer Mehrheit einen Grundsatzbeschluss für eine moderne Veranstaltungs- und Sportarena fassen, in dessen Folge die Chancen und Risiken des Projekts gründlich geprüft werden. Sie ringen aber noch um die Inhalte, die die Stadtverwaltung und externe Gutachter untersuchen sollen. Den CDU-Vorschlag für ein Arena-Stadtquartier am Weyersberg mit Veranstaltungshalle, sanierter Klingenhalle, Parkhaus, Bahnhaltepunkt und neu geregeltem Innenstadtverkehr bewerten die anderen Fraktionen zwar skeptisch. Er könnte aber dennoch in die Prüfungen einbezogen werden.

Solingen: Der OB wertet den CDU-Antrag als grundsätzliche Zustimmung

Gesucht wird der Standort für eine moderne Heimspielstätte des Handball-Bundesligisten Bergischer HC, in der auch andere größere Veranstaltungen mit bis zu 8000 Besuchern möglich wären. Nachdem Pläne für den Piepersberg in Gräfrath und den Wicküler-Park in Wuppertal vor allem aus Kostengründen gescheitert waren, präsentierte Oberbürgermeister Tim Kurzbach zusammen mit seinem Wuppertaler Amtskollegen Uwe Schneidewind (Grüne) im Oktober eine Machbarkeitsstudie zu einer „Arena Bergisch Land“ am Weyersberg. Finanzierbar wäre die laut Gutachten durch einen Verzicht auf die Klingenhalle und damit auf deren Sanierung.

Das ist auch der Grund, warum SPD, FDP und BfS, aber auch die dem Projekt generell kritisch gegenüberstehenden Grünen und Linke/Die Partei die CDU-Vorschläge für schwer realisierbar halten. In den notwendigen Gesprächen mit der Bezirksregierung dürfte die Wirtschaftlichkeit des Projekts im Vordergrund stehen, gibt SPD-Fraktionsvorsitzende Iris Preuß-Buchholz zu bedenken. „Da dürften Investitionskosten und laufender Unterhalt für gleich zwei große Hallen wohl Träumerei bleiben.“ Dennoch sei jeder konstruktive Vorschlag willkommen. Jetzt gelte es, die CDU-Ideen in den Entwurf der Verwaltung für den Prüfauftrag einzuarbeiten.

Dass verschiedene Projektvarianten ergebnisoffen untersucht werden, hält auch FDP-Fraktionschef Jürgen Albermann für denkbar. Als konstruktiv bewertet er die Überlegungen der CDU zur verkehrlichen Anbindung eines Arena-Areals.

„Wir brauchen jetzt Fakten, um später über den Bau einer Arena entscheiden zu können“, erklärt der BfS/ABI-Fraktionsvorsitzende Jan Michael Lange. Er wirft den anderen Fraktionen vor, das Projekt aus Ideologiegründen zu zerreden. Wie Robert Weindl (FDP) sieht er die Gefahr, dass der BHC in eine andere Stadt abwandern könne.

Oberbürgermeister Tim Kurzbach (SPD) wertet den Änderungsantrag der CDU als ein Zeichen dafür, dass es eine breite Mehrheit im Rat für eine „Arena Bergisch Land“ am Weyersberg gebe. Der Prüfauftrag könne nach seiner Ansicht durchaus um Forderungen der CDU ergänzt werden. Kurzbach betont: „Dieser Prüfprozess sollte sich dann aber streng an den Fakten orientieren und nicht parteitaktischen Manövern folgen.“

CDU-Fraktionsvorsitzender Daniel Flemm zeigte sich auf Anfrage für einen solchen Kompromiss offen. Bedingung für eine Zustimmung der CDU sei aber, dass die Verwaltungsvorlage zurückgezogen werde. In einem neuen Beschlussvorschlag sollten separate Lösungen für den Schul- und Vereinssport genauso aufgeführt werden wie die Fragen zur Verkehrsinfrastruktur und der stadtgestalterische Aspekt. Auch Vorschläge der Verwaltung könnten einfließen.

Grünen-Fraktionssprecher Frank Knoche bescheinigt der CDU, dass sie Bewegung in die Diskussion gebracht habe. An seiner Skepsis ändert dies aber wenig. Er fordert, dass am Ende des Prozesses der Schul- und Breitensport gesichert und ein finanzieller Schaden für die Stadt ausgeschlossen werden müsse. Erik Pieck (Linke/Die Partei) stört sich an dem Druck, der bei dem Projekt aufgebaut werde. An seinen generellen Bedenken im Bezug auf Umwelt- und Verkehrsfragen habe auch der CDU-Vorschlag nichts geändert.

Fahrplan

Mit den Arena-Plänen befassen sich kommende Woche der Sportausschuss und die Bezirksvertretung Mitte. Der Grundsatzbeschluss soll am 17. Februar im Rat fallen. Einen Baubeginn hält Oberbürgermeister Tim Kurzbach 2023 für machbar.

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