Werkstattfest

Olga von Gregory restauriert Gemälde von Erwin Bowien

Diplom-Restauratorin Olga von Gregory stellte ihre Arbeit vor. Besucher wie Familie Bennert hörten interessiert zu. Foto: Moritz Alex
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Diplom-Restauratorin Olga von Gregory stellte ihre Arbeit vor. Besucher wie Familie Bennert hörten interessiert zu.

Das vierte Werkstattfest bei Olga von Gregory in der Krüdersheide lockte viele Besucher an.

Von Jutta Schreiber-Lenz

Solingen. Eine leichte Stirnlampe, eine kleine Taschenlampe und ein Wattestäbchen gehören für Olga von Gregory zur Erstausrüstung, wenn sie ein Gemälde inspiziert. „Hier sieht man beispielsweise im Schräghalten unter Licht, dass das Bild offenbar vor Jahren schon einmal bearbeitet wurde“, erläutert die Restauratorin den Besuchern, die in ihrer Werkstatt aufmerksam zuhörten. Es gehe immer darum, behutsam vorzugehen, um möglichst wenig des Originals zu verändern, sagte von Gregory. Künstlerische Einfühlungsvermögen, kunsthistorisches Wissen und handwerkliches Können seien erforderlich, um kulturelles Erbe zu erhalten.

Am Sonntagnachmittag hatte von Gregory ihre neu bezogenen Räume im Waldhof Hackhausen in der Krüdersheide geöffnet, um Interessierte mit ihrer Arbeitswelt bekannt zu machen. Kleine Pinsel, Skalpelle, Firnisslacke, Farbtöpfchen oder Pinzetten aller Größen lagern in jeweiligen Schubladen einer großen Kommode. Auf Staffeleien, großen Tischen und Anrichten warten Werke darauf, auf ihren Zustand inspiziert und dann peu á peu sorgsam gereinigt oder repariert zu werden.

Jeder Auftrag stelle sie vor neue Herausforderungen, kein Bild sei wie das vorherige, sagt Olga von Gregory, die genau diese Abwechslung an ihrem Beruf schätzt. Natürlich sammele sich im Laufe der Zeit Erfahrung an. „Aber es ist jedes Mal aufs Neue spannend, sich mit einem beschädigten Bild zu beschäftigen, und man wisse nie, wie viel Zeit man dafür benötige.

Derzeit habe sie zum Beispiel drei Gemälde von Erwin Bowien zur Restaurierung im Atelier, berichtet sie. Sie gehören Dr. Haroun Ayech, der das künstlerische Werk seiner Mutter Bettina Heinen-Ayech, Erwin Bowiens und drei weiterer Künstler verwaltet. Er plant die Gründung einer Stiftung und den Bau eines Museums für diese fünf Künstler in Höhscheid.

Anlass war der Europäische Tag der Restauration

Das Werkstattfest – wie von Gregory ihren Tag der offenen Tür nennt – ging in diesem Jahr bereits in seine vierte Runde: Freunde der Kunst, Künstler, Kunden, Nachbarn, aber auch spontane Spaziergänger waren herzlich willkommen, um sich Eindrücke zu verschaffen und mehr über den Beruf eines Restaurators oder eine Restauratorin zu lernen.

„Als der Europäische Tag der Restauration ins Leben gerufen wurde, haben wir das zum Anlass genommen, uns an diesem Tag auch der Öffentlichkeit zu präsentieren“, sagt von Gregory, die gemeinsam mit ihrer Familie an gemütlich gedeckten Tischen Kaffee, Kuchen und frischen Waffeln für ihre Gäste anbot. Kenner bestaunten zudem den gelungenen Umbau des Waldhof-Seitenflügels, in dem früher Regina Füsers, die Mutter von Olga von Gregory, ihre Praxis für Kinder-Physiotherapie betrieben hatte.

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