Ehemaliges Flora-Frey-Gebäude

Restaurant und Co-Working-Space sollen am 6. August öffnen

Der Ohligser IT-Unternehmer Mirko Novakovic hat viele Pläne. Man wird die Stadt einmal komplett neu denken müssen, ist er überzeugt.
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Der Ohligser IT-Unternehmer Mirko Novakovic hat viele Pläne. Man wird die Stadt einmal komplett neu denken müssen, ist er überzeugt.

Restaurant, Co-Working, zur Eröffnung kommt Jan Delay: Besuch bei Mirko Novakovic an der Prinzenstraße.

Von Björn Boch

Solingen. Es ist ein ständiges Kommen und Gehen an der Prinzenstraße in Ohligs. Quasi im Minutentakt wird etwas geliefert, ausgepackt, eingebaut. Die Betriebsamkeit hat einen Grund: Am 6. August will Mirko Novakovic dort ein Restaurant und einen Co-Working-Space eröffnen. 150 Plätze wird das Restaurant haben, 160 Arbeitsplätze („Micro Office“) wird die Firma Orangery anbieten, an der Novakovic beteiligt ist. Dazu kommt der Start-up-Entwickler New Forge. 13 Millionen Euro steckt der Unternehmer in das frühere Flora-Frey-Gebäude – geplant hatte er mit 8.

Ich mag Denkmalschutz. Aber im Detail kann es anstrengend sein.

Mirko Novakovic
13 Millionen Euro investiert Mirko Novakovic in das ehemalige Flora-Frey-Gebäude: Deutlich mehr als ursprünglich geplant.

Die Summe hat auch mit Denkmalschutz zu tun. Allein die Fassade kostet 1,2 Millionen Euro. Fünf Arbeiter aus England – dort sitzt eine Firma, die das Verfahren noch beherrscht – werden monatelang Steine einarbeiten. Fliesen und Fenster müssen erhalten werden, das Holz für die Terrasse durfte Novakovic nicht selbst aussuchen. „Ich mag Denkmalschutz. Aber im Detail kann es anstrengend sein“, sagt er mit einem Lachen.

Innen wird das Gebäude kaum wiederzuerkennen sein. Ein neues Treppenhaus musste rein – Brandschutz. Tonnenschwere Teile wurden dafür per Kran ins Gebäude gehoben. Allein drei riesige Sicherungsschränke braucht es für die Küche, und natürlich hat auch Novakovic mit Baupreissteigerungen und Lieferengpässen zu kämpfen. Derzeit sind Trennkabinen für die Toiletten nicht zu bekommen.

Handwerk kämpft mit Materialmangel

Das Restaurant samt Außenterrasse soll 150 Gäste beherbergen. Ein Elektro-Shuttle pendelt zwischen Prinzenstraße und Hauptbahnhof.

Das Co-Working-Konzept ist erprobt, es gibt flexibel teilbare Meeting-Räume, Kabinen für vertrauliche Gespräche, einen Veranstaltungsraum. Viele Plätze sind vermietet. „Corona hat gezeigt, dass nicht immer alle im Büro sein müssen. Gleichzeitig ist Home Office nicht für jeden eine Option“, sagt Novakovic. Firmen aus Düsseldorf oder Köln zum Beispiel mieten Plätze für ihre Solinger Mitarbeiter an. Neben Gastronomie wird es ein Fitnessstudio geben. Bei all dem soll der Charme des Ursprünglichen erhalten bleiben – „Industrial“-Stil liegt im Trend.

Corona hat die Eröffnung verzögert, mehr als drei Jahre dauert das Projekt schon. Aber Novakovic denkt in größeren Zeiträumen und Kategorien. Er hat das Eckhaus Bahnstraße / Düsseldorfer Straße direkt am Hauptbahnhof gekauft, Café und Bäckerei sollen Pendlern, Besuchern und Solingern zeigen: Hier wird etwas geboten. Und er arbeitet schon am nächsten Projekt, Details verrät er noch nicht. Gemeinsam mit seiner Frau Dragana hat er zudem die Ohligser Festhalle gekauft und will sie in eine Stiftung überführen. Auch da hat er große Pläne. „Wir müssen lernen, groß zu denken – und uns nicht klein zu reden.“

Das Co-Working-Konzept ist erprobt: Es gibt Büros, Meeting-Räume, Kabinen für vertrauliche Gespräche und einen Veranstaltungsraum.

Man werde die Stadt einmal komplett neu denken müssen, ist Novakovic überzeugt. Lebensqualität schaffen, das Verkehrskonzept überdenken, Platz schaffen für Mobilität mit Fahrrad und E-Bike. Und: Mehr rausholen aus der eigentlich privilegierten Lage zwischen Köln und Düsseldorf. Er hofft auf eine Brücke über den Hauptbahnhof, eine Idee, die der verstorbene „Ohligser Jong“ Joachim Junker ins Gespräch brachte. „Wir müssen nur nach Opladen schauen. Da wurde genau das gemacht, und der Bereich hat sich toll entwickelt.“ Östlich der Gleise soll nach dem Willen der Stadt in Ohligs ein modernes Gewerbegebiet entstehen, mit innovativen Firmen. Das müsse angebunden werden an die Fußgängerzone westlich der Gleise, ist Novakovic überzeugt.

Bis dahin behilft er sich selbst, für das Restaurant an der Prinzenstraße will er einen Elektro-Shuttle-Bus bis zum Hauptbahnhof anbieten. Er hat mehr als einen Plan in der Schublade. Jetzt startet aber erstmal die Prinzenstraße. Auch da denkt Mirko Novakovic schon groß. Zur Eröffnung kommt Stargast Jan Delay.

Jan Delay

Karten für den Auftritt von Jan Delay am 6. August gibt es ab dem heutigen Samstag, 10 Uhr, in der Maku Weinbar auf dem Ohligser Markt. Karte: 25 Euro, maximal 8 Stück pro Käufer.

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