Jahrhundertflut

Wupperverband entlastet: Staatsanwaltschaft stellt Ermittlungen nach Hochwasser ein

Diese Aufnahme vom Burger Brezelbäcker entstand am 15. Juli. In der Nacht zu jenem Donnerstag erlebten die Anwohner an der Wupper und vielen anderen Flüssen eine nie dagewesene Hochwasser-Katastrophe. Schnell wurde Kritik laut, unter anderem am Wupperverband. Der will reagieren – und hat unsere Fragen ausführlich beantwortet. Foto: Michael Schütz
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Diese Aufnahme vom Burger Brezelbäcker entstand am 15. Juli. In der Nacht zu jenem Donnerstag erlebten die Anwohner an der Wupper und vielen anderen Flüssen eine nie dagewesene Hochwasser-Katastrophe. Schnell wurde Kritik laut, unter anderem am Wupperverband.

Die Vorermittlungen haben ergeben, dass es keine Anhaltspunkte für ein strafrechtlich relevantes Verhalten des Wupperverbands gibt.

Solingen. Die Staatsanwaltschaft Wuppertal hat die aufgrund des Hochwasserereignisses vom 14. und 15. Juli 2021 gegen Verantwortliche des Wupperverbands durchgeführten Vorermittlungen abgeschlossen und die Aufnahme eines förmlichen Ermittlungsverfahrens abgelehnt. Der Grund: Nach dem Ergebnis der Vorermittlungen liegen keine zureichenden tatsächlichen Anhaltspunkte für ein strafrechtlich relevantes Verhalten vor. Das teilt die Staatsanwaltschaft am Dienstag mit.

Die im vorliegenden Fall zu prüfende Strafnorm war der Paragraf 313 im Strafgesetzbuch (Herbeiführen einer Überschwemmung), wobei dieser Tatbestand auch fahrlässig verwirklicht werden kann. Gegenstand der Vorermittlungen war damit die Fragestellung, ob die Verantwortlichen des Wupperverbands die ungewöhnlich hohen Regenmengen rechtzeitig hätten vorhersehen und das Hochwasserereignis durch geeignete Maßnahmen verhindern können. Dies ist nach den getätigten Vorermittlungen nicht der Fall.

Ausgewertet wurden hier umfangreiche durch den Wupperverband freiwillig zur Verfügung gestellte Unterlagen, zwei Berichte des Ministeriums für Umwelt, Landwirtschaft, Natur- und Verbraucherschutz des Landes Nordrhein-Westfalen vom 6. und 24. August 2021, über die Stadt Wuppertal und die Feuerwehr Wuppertal beigezogene Warnmeldungen des Wupperverbands, die Wetterprognosen des Deutschen Wetterdienstes sowie das durch den Wupperverband zur Verfügung gestellte Gutachten des Prof. Dr.-Ing. Schüttrumpf von der RWTH Aachen.

Demnach lagen erst ab dem 12. Juli 2021 konkreter werdende Wetterprognosen und Warnmeldungen des Deutschen Wetterdienstes vor, die ein Starkregenereignis in der hiesigen Region als wahrscheinlich erscheinen ließen. Die später vollgelaufene Wupper-Talsperre war zu dieser Zeit zu 92 Prozent gefüllt, was der erteilten Betriebsgenehmigung entsprach, da niedrigere Füllstände als Hochwasserschutzräume lediglich in den Wintermonaten vorgeschrieben sind.

Noch am 12. Juli begann der Wupperverband mit einer Vorentlastung der Talsperre, wobei die Abgabemenge bis zum Starkregenereignis erhöht wurde. Eine stärkere Vorentlastung der Talsperre war nicht möglich, da es ansonsten zu einer Flutwelle im Unterlauf gekommen wäre.

Die naheliegende Gefahr einer Überschwemmung war mithin für die Verantwortlichen des Wupperverbandes nicht rechtzeitig erkennbar und vermeidbar. Unabhängig von der strafrechtlichen Relevanz ist auch keine verspätete Warnmeldung des Wupperverbands feststellbar. Diese sind nach dem Überschreiten der Pegelstände abgesetzt worden. red

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