„Bergische Fahrrad-Runde“

Verein will Lücken im Radnetz schließen

Der Verein möchte an der Wartungsebene der Müngstener Brücke Stege für Radfahrer und Fußgänger anbringen lassen.
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Der Verein möchte an der Wartungsebene der Müngstener Brücke Stege für Radfahrer und Fußgänger anbringen lassen.

Die Mitglieder möchten den Rad- und Fußverkehr in und zwischen den Städten Remscheid, Solingen und Wuppertal entscheidend verbessern - mit dem Projekt „Bergische Fahrrad-Runde“.

Solingen/ Remscheid. Das Land NRW will den Radverkehr verstärkt fördern. Doch die Infrastruktur ist im Bergischen noch nicht so weit, mit Münster & Co. mithalten zu können. Das will der Verein „Bergischer Brückenschlag“ ändern. Es gibt bereits konkrete Planungen. Wir klären auf.

Welche Ziele verfolgt der Verein?

Die Mitglieder möchten den Rad- und Fußverkehr in und zwischen den Städten Remscheid, Solingen und Wuppertal entscheidend verbessern - mit dem Projekt „Bergische Fahrrad-Runde“. Den Berufspendlern werde dadurch eine echte, attraktive Alternative zum Auto geboten – und das sei gerade in diesen Zeiten von Rohstoffknappheit und gestiegenen Lebenshaltungskosten ein echtes Argument. Mit einem ausgebauten, lückenlosen Rad- und Fußgängernetz sei auch unmittelbar eine Steigerung der Lebensqualität in der Region und die Steigerung der Attraktivität des Bergischen verbunden. Die Projekte des Bergischen Brückenschlags sollen einen „wesentlichen Teil zur dringend notwendigen ökonomischen wie ökologischen Weiterentwicklung der bergischen Region beitragen“, sagt der Vereinsvorsitzende Gerd Münnekehoff. Denn Ballungsräume und Gewerbegebiete sollen angeschlossen und der ÖPNV eingebunden werden.

Was ist die „Bergische Fahrrad-Runde“ genau?

Ein geplanter 60-Kilometer-Rundweg durchs Bergische. „Dabei sollen bereits bestehende Infrastruktur und bereits bestehende regionale Radtrassen konsequent genutzt und vor allem auch überregionale große Radverkehrsnetze miteinander verbunden statt neue Wege gebaut werden“, sagt Gerd Münnekehoff. Das sei nicht nur günstiger und schneller umsetzbar, sondern schaffe den nötigen Lückenschluss, um dem stark ansteigenden Radverkehr ein Angebot machen zu können. Mehr als 90 Prozent bestünden nämlich bereits. Die Kommunen hätten singuläre Lösungen geschaffen. Jetzt gelte es, die Lücken interkommunal zu schließen - und starke Partner in den drei Städten ins Boot zu holen. Ein wichtiger Radtrassenknoten ist dabei bereits der Lenneper Markt. Von hier aus können Radfahrer nach Solingen, Wuppertal, Hückeswagen, Radevormwald und Wermelskirchen gelangen. „Der Rundweg schließt nahezu alle Ballungsgebiete und acht Bahnhöfe an. Dann machen die Radständer an den Bahnhöfen auch Sinn“, bemerkt der Vereinsvorsitzende. Insofern sei das Thema auch für hiesige Unternehmen interessant. Immer mehr Mitarbeiter machten sich Gedanken um den Arbeitsweg. Nachhaltigkeit und Umweltschutz spielen heute eine große Rolle, auch in den Firmen.

Wo befinden sich die Lücken?

Auf der Strecke von Lennep nach Lüttringhausen, kurz vor der Schwarzbachtrasse/Rauenthaler Tunnel. Der allergrößte Knackpunkt ist die Windfelner Brücke und die Müngstener Brücke. Für den Abschnitt von Bahnhof Güldenwerth bis Hauptbahnhof Remscheid liege der Stadtverwaltung ein Prüfauftrag zur Nutzung der vorhandenen Nebenstraße und eines Lückenschlusses zur Werkzeugtrasse vor. Ebenfalls liege der Verwaltung aktuell ein Prüfantrag für einen Lückenschluss vom Hauptbahnhof bis Bahnhof Lennep vor. Hier geht es um die Verbindung von der Prešover Straße zur Lenneper Straße und zum neuen Durchstich Intzestraße. „Der Aufwand auf Remscheider Seite ist sehr überschaubar“, sagt Münnekehoff. Mancherorts fehlten auch nur Schilder. „Der Radverkehr ist noch sehr jungfräulich“, sagt Münnekehoff. „Aber wir haben ein sehr großes Potenzial. Das wollen wir mit der ,Bergischen Fahrrad Runde‘ ausschöpfen.“

Wie ist der aktuelle Stand, die Müngstener Brücke als Rad- und Fußwegeverbindung nutzbar zu machen?

„Wir warten auf einen Termin in Berlin. Die Gespräche mit der Bundesbahn müssen geführt werden. Die lange versprochene Machbarkeitsstudie steht noch an. Das ist ein ganz wichtiger Punkt“, sagt Münnekehoff. Die Maßnahme werde im Zusammenhang mit dem Weltkulturerbe beurteilt. „Wir gehen davon aus, dass es positiv verläuft.“ In Berlin und in Brüssel sei das Projekt bekannt und werde positiv bewertet, sagt der Vereinsvorsitzende. Auf beiden Seiten der Brücke müssten Anbindungen geschaffen werden. Die Kommunen müssten für das Projekt aber die Betreibergesellschaft stellen, sagt der Vereinsvorsitzende. Die gibt es noch nicht. „Dadurch würden die Verhandlungen erheblich erleichtert.“ Die Kosten für das Projekt sind laut Gerd Münnekehoff „gemessen am Effekt äußerst gering, da über 95 Prozent der Infrastruktur der Trassen bereits vorhanden sind“.

Der Verein

Gegründet wurde der Verein Bergischer Brückenschlag im November 2020. Hier haben sich Fahrradfahrer und Förderer zusammengetan. Heute zählt er 35 Mitglieder aus Remscheid, Solingen und Wuppertal.

bergischerbrueckenschlag.de

Lesen Sie zu dem Thema auch: Der große Trassen-Test: „Die Veloroute ist eben kein Radschnellweg“

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