Positionspapier zur Verkehrswende

IHK spricht sich für Mobilitätsvielfalt aus

Die IHK fordert, dass die Innenstädte auch zukünftig für den Wirtschaftsverkehr erreichbar bleiben müssen. Gleichzeitig bekennt sie sich zu Deutschlands Klimazielen. Archivfoto: Christian Beier
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Die IHK fordert, dass die Innenstädte auch zukünftig für den Wirtschaftsverkehr erreichbar bleiben müssen. Gleichzeitig bekennt sie sich zu Deutschlands Klimazielen. Archivfoto: Christian Beier

Bergische Wirtschaft legt Positionspapier zur Verkehrswende vor.

Solingen/Remscheid. Wie sieht die Mobilität der Zukunft aus? Mit dieser Frage beschäftigt sich ein Positionspapier der Bergischen Industrie- und Handelskammer (IHK). „Wir legen dar, wie aus Sicht der bergischen Wirtschaft die großen Herausforderungen insbesondere durch die notwendige Verkehrswende bewältigt werden können“, erklärt IHK-Hauptgeschäftsführer Michael Wenge. Große Bedeutung misst die Kammer dem Stichwort Mobilitätsvielfalt bei. Demnach brauche es nicht nur eine funktionierende Straßeninfrastruktur, sondern gleichzeitig einen attraktiven öffentlichen Personennahverkehr (ÖPNV) und gut ausgebaute Fuß- und Radwegenetze.

Die Ausarbeitung trägt den Titel „Innerstädtische Mobilität im Bergischen Städtedreieck 2030+“. Bereits im August 2020 hat die IHK-Vollversammlung den Entwurf „mit großer Mehrheit“ verabschiedet. Eine zentrale Forderung ist, dass die Innenstädte für den Wirtschaftsverkehr erreichbar bleiben. Gleichzeitig bekenne man sich zu Deutschlands Klimazielen, betont Thomas Wängler. Er ist der für Verkehr zuständige IHK-Geschäftsführer. Erreicht werden sollen beide Anliegen mit der angesprochenen Mobilitätsvielfalt, die eine Gleichberechtigung aller Verkehrsteilnehmer impliziere.

Die Unternehmen sind in diesen Fragen weiter, als man manchmal denkt

Thomas Wängler, IHK-Geschäftsführer für Verkehr

Die Bergische IHK macht Vorschläge, wie dies möglich ist. So habe etwa eine „effizientere Nutzung und Instandhaltung der bereits vorhandenen Infrastruktur“ Priorität. Das beinhaltet zum einen, den aktuellen Sanierungsstau abzuarbeiten. Andererseits sei ein Ziel, das hohe Verkehrsaufkommen zu Stoßzeiten zu verringern. Gelingen könne dies durch gestaffelten Schulbeginn, Fahrgemeinschaften und die größere Bedeutung von Homeoffice über die Pandemie hinaus. „Mittel- und langfristig liegen große Chancen in der weiteren Digitalisierung, der deutlichen Zunahme alternativer und umweltfreundlicher Antriebe sowie im autonomen Fahren“, heißt es im Positionspapier.

„Man muss aber auch darüber reden, wie man die Menschen dazu bewegen kann, das Auto öfter stehenzulassen“, erklärt Thomas Wängler. Unter anderem spricht sich die IHK für eine bessere Fahrrad-Infrastruktur aus. So solle „eine eindeutige und durchgehende Wegeführung im vorhandenen Straßenraum geschaffen werden“. Voraussetzung: Der Fluss auf den Hauptverkehrsstraßen wird dadurch nicht behindert oder umgelenkt.

ÖPNV soll moderner und attraktiver werden

Deutlich plädiert die Kammer für einen „attraktiven und modernen ÖPNV“. Während der Corona-Krise sind die Fahrgastzahlen in Bussen und Bahnen eingebrochen. Die Reaktion darauf dürften keine Kürzungen sein, macht der IHK-Geschäftsführer deutlich. Vielmehr sei eine „zeitgemäße Finanzierung“ notwendig. Um eine Lösung zu finden, bringt er einen ÖPNV-Gipfel ins Spiel: „Wichtig ist, dass auf Bundes- und Landesebene eine Diskussion in Gang kommt.“ Die Kommunen sind Wängler zufolge beim Thema Mobilität der Zukunft sehr willig – häufig scheitere es aber an der Finanzierung. „Bund und Land müssen sich bewegen, sonst kommen wir in der Region nicht voran.“

Michael Wenge und Thomas Wängler betonen: „Die genannten Forderungen stellen keine abschließende Liste dar.“ Vielmehr möchte die Bergische IHK auf Grundlage des Positionspapiers mit Politik, Verwaltung und anderen regionalen Akteuren in Dialog treten.

Doch auch die Wirtschaft soll einen Beitrag leisten. Die IHK plant Programme und Angebote zu betrieblichem Mobilitätsmanagement. Bei den Unternehmen hat Thomas Wängler eine große Offenheit für das Thema festgestellt – nicht nur bei der Diskussion über das Positionspapier im vergangenen Sommer: „Die Unternehmen sind in diesen Fragen weiter, als man manchmal denkt.“ Zentral sei jedoch, dass der für den Betrieb notwendige Verkehr gewährleistet ist.

Positionspapier

Ursprünglich geht das Positionspapier auf eine Initiative der sieben IHK im Rheinland zurück. Bereits im August 2020 hat die Vollversammlung der Bergischen IHK den Entwurf „mit großer Mehrheit“ verabschiedet. Im Rheinland dauern die Diskussionen zum Thema allerdings an. Deshalb habe man sich nun dazu entschieden, die Inhalte als Positionspapier für Remscheid, Solingen und Wuppertal zu veröffentlichen, erklärt Thomas Wängler. Er ist der für Verkehr zuständige Geschäftsführer der Bergischen IHK. Das Dokument ist online abrufbar.

www.bergische.ihk.de

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