Urlaub

Reisewillige sollten schon jetzt buchen

Esther und Erich Jacobi von MeerHoliday sind auch im Lockdown zu erreichen. Foto: Christian Beier
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Esther und Erich Jacobi von MeerHoliday sind auch im Lockdown zu erreichen.

Reisebüros haben seit über einem Jahr keinen Umsatz – der Start der Corona-Impfung macht ihnen Hoffnung.

Von Valeria Schulte-Niermann

Solingen. Sand unter den Füßen, Gebirgspanorama oder fremde Sprachen im Ohr – der Wunsch, dem Corona-Wahnsinn zu entkommen, war und ist groß. Doch immer wieder werden Länder zu Risikogebieten und gebuchte Reisen storniert. Dennoch ist es sinnvoll, schon jetzt die nächste Reise zu planen, um hoffentlich dieses Jahr das Fernweh stillen zu können.

Die Reiseeinschränkungen bekamen auch die örtlichen Reisebüros zu spüren. „Die Zeiten sind hart, wir haben seit November 2019 kein Einkommen“, erklärt Erich Jacobi vom Reisebüro MeerHoliday. Schon die Pleite von Thomas Cook im Herbst 2019 habe ihnen zugesetzt. Für die Umsatzeinbrüche bekämen sie zwar Finanzierungshilfen, doch „die Zuschüsse für unsere Branche reichen hinten und vorne nicht“, beklagt Jacobi. Reisevermittlerin Ricarda Müller-Nimbach, die vor allem Kreuzfahrten und Rundreisen anbietet, sieht das genauso: „Es geht uns katastrophal. Wir hatten keinerlei Umsätze, alles wurde storniert“. Einige Monate seien zwar Reisen nach Griechenland möglich gewesen, wenn die Kunden Tests in Kauf nahmen, doch das habe nicht genügend Einnahmen gebracht.

Ein Problem habe die Lage zusätzlich verschärft: Schon seit einiger Zeit würden viele Hotels online gebucht. Die Reisebüros gingen leer aus und konnten Auslandsreisen nicht ins Inland umbuchen, da schon alles ausgebucht war. Einige Fernreisen wurden auf 2021 umgebucht, doch Müller-Nimbach bekomme die Provisionen erst, wenn der Kunde unterwegs ist. So konnte sie nichts einnehmen oder musste einige Buchungen zurückzahlen. „Ich hätte eigentlich zumachen müssen, wenn keine Rücklagen da gewesen wären.“

Impfung macht Hoffnung auf baldigen Beginn der Reisezeit

Doch der Start der Impfung stimmt Erich Jacobi hoffnungsvoll: „Wir gehen davon aus, dass wir den Sommer überstehen, der Überlebenswille ist groß. Wir hoffen, dass sich die Situation im März oder April normalisiert. Es muss sich dieses Jahr etwas bessern.“ Ricarda Müller-Nimbach würde es befürworten, wenn die Reiseländer eine Corona-Impfung verlangten: „Gegen Gelbfieber oder Pocken ist eine Impfung in manchen Ländern ja auch Pflicht“.

Wer für dieses Jahr noch keine Reise gebucht hat, sollte das Thema demnächst angehen. „Die Nachfrage ist da und die Solinger tun gut daran, sich bald um eine Buchung zu kümmern“, empfiehlt Erich Jacobi. Viele Hotels und Fluggesellschaften seien insolvent geworden. Aus diesem Grund und wegen der vielen Umbuchungen habe sich das Angebot verkleinert. Außerdem vermutet Ricarda Müller-Nimbach, dass sich einige Fluglinien die niedrigen Preise nicht mehr leisten können und so die Flüge teurer würden. Darum empfiehlt Ricarda Müller-Nimbach, Frühbucherrabatte zu nutzen. Am besten bei etablierten Veranstaltern: „Dort kann man bis 14 Tage vor Reiseantritt umbuchen oder stornieren, auch wenn man sich mit dem Land nur unwohl fühlt und es noch kein Risikogebiet ist“. So müsse sich kein Kunde Sorgen um das aufgewendete Geld machen. Auch Erich Jacobi bestätigt, dass die Reise kostenfrei storniert wird, wenn sich das Land zu einem Risikogebiet entwickele. Die Kunden erhielten dann ihr Geld zurück oder würden umgebucht.

Egal ob Langstreckenflug oder eine Fahrt durch Europa – für Erich Jacobi macht es in Bezug auf das Infektionsrisiko keinen Unterschied, wo er unterwegs ist. Solange das Zielland kein Risikogebiet sei, würde er dorthin reisen. Er meint, man könnte sich trauen, auch wieder weite Wege zurückzulegen. Ricarda Müller-Nimbach will dieses Jahr eine Kreuzfahrt antreten, die an England und Frankreich entlangführt.

In unserem Live-Blog finden Sie alle Informationen rund um das Coronavirus in Solingen. Der Blog wird laufend aktualisiert.

Auswärtiges Amt

Auskunft über aktuelle Reisewarnungen gibt das Auswärtige Amt und dessen App Sicher Reisen. Wer will, kann sich auch in die Krisenvorsorgeliste Elefand eintragen, um im Notfall leichter in erforderliche Maßnahmen der Krisenvorsorge oder -reaktion einbezogen zu werden.

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