Gleichgeschlechtliche Partnerschaft

Regenbogenfahnen wehen nur im Westen Solingens

An der Kirche St. Katharina in Wald weht – wie auch in Ohligs, Merscheid und Aufderhöhe – die Regenbogenfahne. Foto: Michael Schütz
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An der Kirche St. Katharina in Wald weht – wie auch in Ohligs, Merscheid und Aufderhöhe – die Regenbogenfahne.

Gemeinde in Solingen-West setzt Zeichen für gleichgeschlechtliche Partnerschaften – andere beteiligen sich nicht

Solingen. Die katholische Kirche dürfe niemanden ausgrenzen, sagt der Ohligser Pfarrer Meinrad Funke. Jeder, der um den Segen Gottes bitte, solle ihn auch erhalten. So kritisiert er das Dekret der vatikanischen Glaubenskongregation, in dem eine Segnung gleichgeschlechtlicher Paare untersagt wird. Da dies der Pfarrgemeinderat und andere Gremien der katholischen Kirchengemeinde St. Sebastian ähnlich sehen, wehen „als Zeichen der Vielfalt“ seit Ostern Regenbogenfahnen vor den Kirchen in Ohligs, Aufderhöhe, Merscheid und Wald. Andere Gemeinden machen dabei nicht mit.

Gott „kann Sünde nicht segnen“, heißt es in dem Papier der vatikanischen Glaubenskongregation auf die Frage, ob katholische Priester gleichgeschlechtliche Partnerschaften segnen könnten. Als Sünde eingestuft wird somit „sexuelle Praxis außerhalb der Ehe“. Ehe sei eine „unauflösliche Verbindung eines Mannes und einer Frau“, die für die Zeugung von Nachwuchs offen sei.

Regenbogenfahnen Ohligs, Aufderhöhe, Merscheid und Wald setzen Zeichen

Das römische Papier passt laut Pfarrer Funke nicht in die christliche Lehre. Jesus lade alle ein, die seiner Botschaft ernsthaft folgen wollten, heißt es dazu in einer Erklärung des leitenden Pfarrers, die er mit dem Pfarrgemeinderat, dem Kirchenvorstand und den Ortsausschüssen auf der Internetseite der Gemeinde St. Sebastian veröffentlicht hat.

Funke betont, dass er gleichgeschlechtliche Paare jederzeit segnen würde. Es gehe um Menschen, die um Gottes Segen dafür bitten, dass sie einander treu sein und füreinander Verantwortung übernehmen wollten, heißt es in der Erklärung. Mit den Fahnen wolle man ein Zeichen dagegen setzen, dass der Vatikan diese Menschen zurückweise. Laut Funke geht es ausdrücklich nicht um den Vollzug des Sakraments der Ehe zwischen Homosexuellen. In dieser Beziehung könne er nicht „alleine vorpreschen“, weil es noch viel Klärungsbedarf gebe.

Stadtdechant findet Fahnenaktion zu plakativ

Stadtdechant Michael Mohr, in dessen Gemeinden St. Clemens und St. Johannes der Täufer keine Regenbogenfahnen wehen, vertritt eine andere Position. Er ist mit der Wortwahl des Vatikandekrets zwar nicht einverstanden, wohl aber mit dem Inhalt. Er hält eine Segnung von Partnerschaften, die nicht dem katholischen Eheverständnis entsprechen, für problematisch. Möglich sei es aber, „jeden Einzelnen zu segnen“. Mohr: „Wir segnen jeden, aber nicht alles und nicht jede Partnerschaft.“

Er hält die Fahnenaktion für zu plakativ und deswegen nicht für geeignet. Gut sei aber, dass jetzt darüber gesprochen werde, wie die Kirche „Beziehungen, die nicht Ehe sind“, ernst nehmen und integrieren könne. Ihm sei bewusst, dass bei der Debatte Emotionen und Verletzungen mitschwingen. Darum sei er dafür, dies intensiv zu besprechen.

Laut Mohr gab es in seinen Gemeinden keine Initiative für eine Beteiligung an der von bundesweit vielen Gemeinden unterstützten Fahnenaktion. In St. Sebastian war die Anregung laut Funke auf ein großes Echo gestoßen. Die Fahnen werden dort wohl noch mehrere Wochen wehen.

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