Bodenaufbereitungsanlage

Recyclinganlage ist in der Politik umstritten

Dieses Gelände am Wuppertaler Westring ist für die Bodenaufbereitungsanlage vogesehen. Es ist 19 000 Quadratmeter groß. Foto: Christian Beier
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Dieses Gelände am Wuppertaler Westring ist für die Bodenaufbereitungsanlage vogesehen. Es ist 19.000 Quadratmeter groß.

Die Bezirksvertretung Gräfrath erhielt viele Informationen zum Projekt der Wuppertaler AWG an der Stadtgrenze.

Solingen. Die geplante Bodenrecyclinganlage am Wuppertaler Westring bereitet Anwohnern und Politikern in Gräfrath weiterhin Sorgen. Das wurde bei einer Videositzung der Bezirksvertretung Gräfrath deutlich. Dabei bemühte sich Frank Schlenz, Projektleiter der Wuppertaler Abfallwirtschaftsgesellschaft (AWG), um Aufklärung – erntete aber auch Kritik an dem Projekt.

Auf dem Gelände des früheren Wasserbehälters Boltenberg in Wuppertal-Vohwinkel plant die AWG eine Anlage, in der sie den Bodenaushub städtischer Baustellen wiederaufbereiten will. Dazu muss er sortiert und mit Hilfe mobiler Brecher zerkleinert werden. Danach kann er auf anderen Baustellen wiederverwendet werden. Derzeit fahren die Wuppertaler Stadtwerke den Aushub ihrer Baustellen zu einer etwa 90 Kilometer entfernten Deponie. Eine Aufbereitung und die auch noch vor Ort sei nachhaltiger, erklärte Schlenz. Das Genehmigungsverfahren der Stadt Wuppertal zu dem Projekt läuft noch.

Solingen: Befürchtungen um Lärm, Staub, Verkehr und Betriebszeiten

Vor allem Ruth Fischer-Bieniek (Grüne) und Eva Nieper (CDU) zeigten sich wegen möglicher Belastungen durch Staub, Lärm und Verkehr besorgt. Nieper gab zu bedenken, dass die beantragte tägliche Nutzung von 7 bis 21 Uhr kein reines Tagesgeschäft sei.

Schlenz versicherte, dass die Bürger „keine Beeinträchtigung über das zulässige Maß hinaus“ zu befürchten hätten. Gearbeitet werde in Hallen, die nur zu einer Seite offen seien. Dies verhindere Staubbelastungen in der Umgebung und wirke lärmmindernd. Zusätzlich werde eine neun Meter hohe Schutzwand errichtet. Ausführlich schilderte Schlenz auch andere Vorkehrungen – unter anderem, dass der Aushub befeuchtet werde, damit er bei der Verarbeitung nicht zu sehr staubt. Angestrebt sei generell ein Ein-Schicht-Betrieb. Die Zeit von 7 bis 21 Uhr sei sicherheitshalber beantragt worden, falls Überstunden anfielen, sagte Schlenz. Er betonte, dass maximal 225 000 Tonnen Bodenaushub pro Jahr verarbeitet werden sollen. Auf Wuppertaler Baustellen fielen etwa 140 000 an. Möglich sei aber, dass auch die AWG-Mitgesellschafter in Remscheid und Velbert die Anlage nutzen würden.

Als „nachvollziehbar“ bezeichnete in der Bezirksvertretung vor allem Andreas Zelljahn (FDP) die Pläne der AWG. Die Befürchtungen der Bürger müsse man zwar ernst nehmen. Nach seiner Auffassung beruhen diese aber auf „Mutmaßungen“. Auch der Vohwinkeler Bezirksbürgermeister Georg Brodmann (SPD) verteidigte als Gast in der Sitzung die Pläne. Von einer soliden Planung sprach der stellvertretende Gräfrather Bezirksbürgermeister Jonathan Bürger (CDU). Bezirksbürgermeister Peter Hanz zeigte sich zwar nicht begeistert, bezeichnete die Pläne aber erneut als „nachvollziehbar“. Er sagte: „Hoffen wir, dass der Staub- und der Lärmschutz Wirkung zeigt.“

Eine von Anwohner Cornelius Arendt Heike Krämer (Linke) geforderte Bürgerinformationsveranstaltung sagte Schlenz zwar nicht zu. Er werde diese Anregung aber bei der AWG prüfen lassen.

Beschlüsse

Zuschüsse: Einen Projekt-Zuschuss in Höhe von 500 Euro erhalten jeweils der Botanische Garten und die Grundschule Yorckstraße.

Sprechstunde: Die Bezirksvertretung führt eine Bürgerfragestunde ein.

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