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Recyclinganlage: Bau soll dieses Jahr beginnen

Auf dem Gelände des früheren Wasserbehälters Bolthausen am Vohwinkeler Westring wurden bereits Bäume gerodet.
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Auf dem Gelände des früheren Wasserbehälters Bolthausen am Vohwinkeler Westring wurden bereits Bäume gerodet.

Mit der Bodenaufbereitung an der Stadtgrenze will die Wuppertaler Abfallwirtschaftsgesellschaft möglichst schnell starten.

Von Andreas Tews

Solingen. Ein Thema, das derzeit viele Gräfrather bewegt, ist eigentlich eine Wuppertaler Angelegenheit. Doch die Bewohner des nördlichsten Solinger Stadtteils befürchten, dass die Bodenrecyclinganlage, die die Wuppertaler Abfallwirtschaftsgesellschaft (AWG) nahe der Stadtgrenze plant, sich auch auf Solinger Wohngebiete auswirken kann. Durch Zugeständnisse, die die AWG den Gräfrathern gegenüber gemacht hat, hat sich die Baugenehmigung verzögert. „Wir wollen aber so schnell wie möglich loslegen“, erklärt AWG-Sprecher Andreas Spiegelhauer. Das kommunale Entsorgungsunternehmen hoffe auf eine Genehmigung – und damit wohl auch auf einen Baubeginn – in diesem Jahr.

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Die Anlage, die an der Ecke Westring / Roggenkamp in Wuppertal-Vohwinkel geplant ist, sei für die AWG eines der wichtigsten Nachhaltigkeitsprojekte der nahen Zukunft. In der Anlage soll der Bodenaushub öffentlicher Wuppertaler Baustellen verarbeitet werden, damit er anschließend wiederverwertet werden kann. Bislang wird der Aushub mit Lastwagen zur 80 Kilometer entfernten Deponie Aldenhoven (Niederrhein) gefahren. Nicht nur die mit der Anfahrt dorthin verbundenen Kosten und Emissionen will die AWG künftig vermeiden. Nachhaltig sei auch, den Boden zu zerkleinern, weiterzuverarbeiten und auf Baustellen wiederzuverwerten.

Weil damit der tägliche stundenlange Einsatz eines Steinbrechers am Westring verbunden ist, befürchten Anwohner nahe liegender Wohngebiete Staub- und Lärmbelästigungen. Gräfrather kritisieren zudem, dass auf dem Gelände am Rand des Ittertals rund 300 Bäume und Sträucher gefällt wurden, um das Grundstück für den Bau der Anlage vorzubereiten.

Im Genehmigungsverfahren muss die AWG jetzt Unterlagen nachreichen, die wegen einer zusätzlichen, dritten, Lärmschutzwand in Richtung Gräfrath notwendig seien. Dies werde in Kürze geschehen, kündigt Spiegelhauer an. Den Gräfrathern sei man zudem entgegengekommen, indem die maximalen Betriebszeiten eines Brechers reduziert würden.

Der AWG-Sprecher tritt Gerüchten entgegen, dass Ausgleichsflächen für die Versiegelung des Grundstücks am Westring nicht in der unmittelbaren Nähe, sondern im Wuppertaler Stadtbezirk Ronsdorf liegen sollen. Spiegelhauer: „Ausgleichsflächen soll es nach Möglichkeit in Wuppertal-Vohwinkel und in Solingen-Gräfrath geben.“ Solche Flächen in direkter Nähe wären auch im Sinn der Bürgerinitiative Rettet das Ittertal. „Wir brauchen grüne Streifen als Biotopverbund“, erklärt deren Vertreter Christian Robbin. Für die genaue Abstimmung zu den Ausgleichsflächen steht die AWG laut Spiegelhauer „im engen Kontakt“ mit den Bezirksbürgermeistern der Stadtbezirke Vohwinkel, Georg Brodmann (SPD), und Gräfrath, Ruth Fischer-Bieniek (Grüne).

ST vor Ort - Der Blick in die Stadtteile

Nach Fischer-Bienieks Kenntnis stehen für die Ausgleichsflächen 37 Bäume zwölf verschiedener Arten quasi bereit. Die Bezirksbürgermeisterin hat ein großes Interesse daran, dass die Bäume ortsnah gepflanzt werden. Denn schließlich gehe es nicht zuletzt um das Ittertal, das für viele Tierarten eine wichtige Biotopverbindung von Ohligs aus bis zum Tal der Wupper sei. Wo genau die Bäume gepflanzt werden, ist noch nicht bekannt. Noch nichts gehört habe sie auf eine Anfrage zu möglichen Auswirkungen der künftigen Anlage auf Quellflüsse der Itter. Vorsicht sei wegen der Erfahrungen mit dem Nümmener Bach geboten. Seitdem es das dort benachbarte Gewerbegebiet gibt, falle der immer häufiger trocken. Fischer Bieniek sieht die Auswirkungen der Anlage auf Umwelt und Anwohner zwar kritisch. Wegen des Nachhaltigkeitsaspekts sei sie aber zwiegespalten.

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Bodenrecycling

Die Bodenrecyclinganlage soll auf dem etwa 19 000 Quadratmeter großen Gelände des früheren Wasserbehälters Bolthausen entstehen. Die Wuppertaler AWG will dort den Bodenaushub städtischer Baustellen sortieren und mit Hilfe mobiler Brecher zerkleinern. Danach kann er auf Baustellen wiederverwendet werden.

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