Landgericht

Raubprozess endet mit Freisprüchen

Das Landgericht in Wuppertal.
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Das Landgericht in Wuppertal.

Das Landgericht in Wuppertal konnte den Fall nicht aufklären.

Von Dirk Lotze

Solingen. Es sollte ein Raub gewesen sein, bei dem drei Täter ihr Opfer in Solingen in eine Falle gelockt hatten – mit einem angeblichen Angebot von teurer Markenkleidung. Aufklären konnte das Landgericht Wuppertal das Geschehen nicht, das Ergebnis ist ein Freispruch für die drei Angeklagten aus Solingen im Alter zwischen 22 und 25 Jahren.

Der womöglich geschädigte Hauptbelastungszeuge (22) verweigerte in der Verhandlung jegliche Aussage, nachdem die zwei ältesten Angeklagten versuchten, den Spieß gegen ihn umzudrehen: Er sei Drogenhändler und er habe versucht, sie zu berauben, als sie von ihm 50 Gramm Marihuana kaufen wollten. Im Gerangel habe er sich selbst verletzt. Fazit des Staatsanwalts nach einer Verhandlung voller Widersprüche: Er beantragte Freispruch. An die Angeklagten gerichtet kommentierte er: „Wenn ich was beweisen kann, dann mache ich das. Aber wenn es nicht geht, dann nehme ich das hin.“

Anhand von Aussagen klar ist, dass eine Schlüsselfigur des Geschehens vom 28. Januar dieses Jahres eine 21 Jahre alte Solingern war. Sie wird in einem gesonderten Prozess verfolgt. Laut Anklage sollte sie eine Jacke und eine Goldkette für zusammen 1600 Euro im Internet angeboten haben. Der Interessent sei darauf eingestiegen, weil er sie kannte. Am Treffpunkt in einem fremden Mietshaus hätten die beiden ältesten Angeklagten den Käufer um seinen Rucksack mit dem Geld beraubt. Sie flüchteten zu Fuß, nachdem ihr Fluchtauto durch einen Wagen blockiert war. Der mit angeklagte Fahrer (22) blieb vor Ort zurück.

Raubprozess: Polizist kommentierte, es sei eine wilde Geschichte

Der wiederum sagte bei der Polizei aus, die Frau habe ihn in der Innenstadt angesprochen: Für 100 Euro sollte er mit seinem Auto „eben schnell“ einen Schrank transportieren helfen. Er habe ahnungslos auf einem Parkplatz gewartet; sie sei mit den zwei älteren Angeklagten in ein Haus gegangen. Von dort seien alle drei rennend zurück gekommen. Im Auto habe ihm einer der Männer eine Pistole an den Schritt gehalten, damit er schneller machte. Als er nicht fahren konnte, hätten sich alle panisch entfernt.

Laut einer Telefonauswertung waren sie alle am Tatort. Ein passendes Kaufangebot im Internet wiederum war nicht zu finden. Der angebliche Transportdienst für 100 Euro fiel auf – wo man für 15 Euro ein Taxi hätte nutzen können. Ein Polizist kommentierte: „Der ganze Sachverhalt war nicht, wie man das sonst hat.“ Es sei „eine wilde Geschichte“. Der Freispruch erfolgte aus Mangel an Beweisen.

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