Gerichtsverhandlung

Raub im Coppel-Park: Staatsanwaltschaft greift Freisprüche an

Das Landgericht in Wuppertal (Archivbild).
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Das Landgericht in Wuppertal (Archivbild).

Die Angeklagten waren vom Amtsgericht zunächst freigesprochen worden. 2018 sollen sie als Komplizen eines Haupttäters gewirkt haben.

Von Dirk Lotze

Solingen. Einzigartiger Auftritt in einem Prozess um nächtlichen Raub im Gustav-Coppel-Park in Solingen-Mitte. Zwei 18 und 22 Jahre alte Angeklagte stehen seit Montag vor dem Landgericht in Wuppertal. Die Staatsanwaltschaft greift ihre Freisprüche an, die das Amtsgericht ausgesprochen hat. Beide seien als Komplizen des inzwischen 20 Jahre alten, verurteilten Haupttäters zu bestrafen, der als Zeuge aussagen musste. Dieser Mann gab im Zeugenstand an, sich nur erinnern zu können, was er selbst getan habe. Ein Polizist berichtete über ihn: „Er war stadtbekannt für seine Aggressivität – und für Straftaten, die er jedes Wochenende begangen hat.“

Laut den drei Geschädigten hielten sie sich am Morgen des 15. April 2018 im dunklen Park auf, als zunächst zwei Männer erschienen – mutmaßlich die beiden Angeklagten. Man habe sich zunächst gut unterhalten. Der heute 18-Jährige soll telefoniert haben, daraufhin erschien der inzwischen verurteilte Haupttäter. Der sei binnen Minuten zum Angriff übergegangen.

Gerichtsverhandlung: Haupttäter wird von Polizei gebracht

Dieser Mann sagte, er habe einem Opfer (20) einen Kopfhörer vom Kopf gerissen und mit einer Faust ins Gesicht geschlagen. Ein 19-Jähriger ging nach einem Schlag zu Boden und erlitt dort Tritte – seiner Wahrnehmung zufolge aus mehreren Richtungen gleichzeitig. Er sagte, es hätten ihn schließlich mehrere Personen durchsucht. Er büßte eine Bauchtasche mit Geld, eine Uhr und ein Handy ein. Sogar ein dickes Flanellhemd habe er zunächst ausziehen müssen, dann aber zurück erhalten.

Die Angreifer flüchteten. Die Polizei ermittelte sie anhand einer Handynummer: Laut den Geschädigten hatte der 22-Jährige seine Kontaktdaten angegeben, bevor es zum Überfall kam - falls jemand mal Drogen brauche. Ansonsten könnten sie sich nicht mehr erinnern, sagten die Überfallenen. Sie seien betrunken gewesen. Der 19-Jährige sagte, er habe Solingen verlassen: „Ich habe mich im Dunkeln nirgendwo mehr hin getraut.“ Ein anderer sagte: „Es war ein schrecklicher Abend.“

Den bereits verurteilten 20-Jährigen brachten drei Polizisten ins Gericht, nachdem er seinen Termin verpasst hatte. Seine Begründung: „Ich dachte, es wäre nicht so wichtig.“ Er kommentierte: „Das im Park waren alles Junkies. Mir war sofort klar: Die zieh’ ich ab.“ Einen Teil der Beute habe er achtlos weggeworfen.

Das Gericht will Anfang Dezember weiter verhandeln.

Das Landgericht Wuppertal urteilte kürzlich in einem ganz anderen Sachverhalt: Ein Mann muss 2.100 Euro Strafe zahlen, weil er auf der Bonner Straße gehupt hat.

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