Weyersberg

Rat stimmt für Projekt Arena Bergisch Land

Die neue Mehrzweckarena könnte nach einem von der Stadt vorgelegten Gutachten anstelle des Kunstrasenplatzes Weyersberg 2 und den daneben liegenden roten Bolzplätzen entstehen. In diesem Fall würde die Klingenhalle (links) abgerissen, das darunter liegende Klingenbad bliebe bestehen. Auf Anregung der CDU wird geprüft, ob die Klingenhalle modernisiert und der Sportplatz erhalten werden können. In diesem Fall könnte die Arena als Anbau anstelle der Bolz- und der Parkplätze zwischen Klingenhalle und Kotter Straße (rechts) errichtet werden. Foto: Christian Beier
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Die neue Mehrzweckarena könnte nach einem von der Stadt vorgelegten Gutachten anstelle des Kunstrasenplatzes Weyersberg 2 und den daneben liegenden roten Bolzplätzen entstehen. In diesem Fall würde die Klingenhalle (links) abgerissen, das darunter liegende Klingenbad bliebe bestehen. Auf Anregung der CDU wird geprüft, ob die Klingenhalle modernisiert und der Sportplatz erhalten werden können. In diesem Fall könnte die Arena als Anbau anstelle der Bolz- und der Parkplätze zwischen Klingenhalle und Kotter Straße (rechts) errichtet werden.

Die große politische Mehrheit ist dafür, die Idee einer Mehrzweckhalle am Weyersberg weiter zu verfolgen

Von Andreas Tews

Solingen. Die Stadt steigt in das Projekt Arena Bergisch Land ein. Mit großer Mehrheit (42 zu 10 Stimmen) beschloss der Rat am Donnerstag nach engagierter und sachlicher Debatte, dass jetzt intensive Untersuchungen eingeleitet werden. Von deren Ergebnis hängt ab, ob und wie eine Mehrzweckhalle für Heimspiele des Handball-Bundesligisten Bergischer HC und für kulturelle Großveranstaltungen gebaut werden kann. Für das jetzt beschlossene Projektmanagement und Gutachten planen die Stadt und ihre Gesellschaften 1,3 Millionen Euro ein. Insgesamt rechnet man mit Investitionskosten von 50  bis 70 Millionen Euro.

Beschlusslage: Geprüft wird eine Arena am Weyersberg für bis zu 8000 Besucher (5000 beim Handball). Aufbauend auf einem von Oberbürgermeister Tim Kurzbach (SPD) im Herbst vorgelegten Gutachten, wird in die Betrachtungen auf Anregung der CDU auch ein „Stadt- und Sportquartier Weyersberg“ einbezogen.

Im Gutachten wird ein Abriss der sanierungsbedürftigen Klingenhalle befürwortet. Weil Schul- und Vereinssport aber mit den Anforderungen des BHC sowie möglicher Showveranstaltungen in Einklang gebracht werden sollen, wird auch untersucht, ob die Klingenhalle modernisiert und eine Arena an sie angebaut werden kann. Wenn es wirtschaftlich sinnvoll ist, soll nicht nur die Klingenhalle, sondern auch der Kunstrasenplatz Weyersberg 2 erhalten werden. Auch eine mögliche Eissportnutzung in der Arena wird untersucht. Geklärt werden zudem Fragen der Verkehrsanbindung. An der Arena sollen mindestens 500 Parkplätze zur Verfügung stehen.

Befürworter: Auf die Chancen des Projekts für den Leistungssport und die Stadt wies Sportpolitiker Ernst Lauterjung (SPD) hin. Es gehe darum, das Optimale herauszuholen. Darum müsse das Projekt vorbehaltlos geprüft werden. Er betonte, dass aktuell nicht der Bau der Arena, sondern die genaue Prüfung zur Debatte gestanden habe. Lauterjung rief zu Sachlichkeit auf. Gegner der Arena hätten mit unseriösen Argumenten gearbeitet.

Carsten Becker (CDU) fügte hinzu: „Sich im Vorfeld Denkverbote aufzuerlegen, ist dumm und kleingeistig.“ Wichtig sei, die Arena nicht als isoliertes Projekt zu betrachten. Die Idee eines Stadtquartiers könne dazu beitragen, einen Ausgleich zwischen Leistungs- und Breitensport zu schaffen. Robert Weindl (FDP) betonte: „Wir stimmen nicht für 100 Bedenkenträger ab, sondern für 160 000 Bürger.“ Mit einer Arena habe Solingen die Chance, in eine neue Liga als Eventstandort aufzusteigen. Laut Hakan Secgin (BfS/ABI) haben die Bürger das Recht, Fakten kennenzulernen. Er sprach sich für einen Bürgerentscheid aus.

Bedenken: Grünen-Fraktionssprecher Frank Knoche warf OB Kurzbach vor, sich bei dem Projekt verrannt zu haben. Erst recht lehne seine Fraktion die „gigantischen“ Ideen der CDU ab. Knoche warnte vor negativen Auswirkungen einer großen Arena auf das Stadtklima und vor dem finanziellen Risiko, das mit dem Betreiben einer solchen Halle verbunden sei. Er befürchtet, dass mit den Gutachten mehr als eine Million Euro in den Sand gesetzt werde. Auch Joelle Möltgen (Linke/Die Partei) wies darauf hin, dass die Gutachten den städtischen Haushalt belasten würden. Zudem sei durch die Mehrzweckhalle mit einer Verschärfung der Verkehrsprobleme rund um den Weyersberg zu rechnen.

Verfahren: Laut OB Kurzbach geht es jetzt darum, offene Fragen zu beantworten. Das Projekt müsse sachlich und ausführlich in der Gesellschaft diskutiert werden. Er rief auch die Arena-Gegner dazu auf, sich daran zu beteiligen.

Zeitplan

Mit dem Arena-Grundsatzbeschluss ist vorgesehen, dass die Stadt unter Federführung der ihr unterstehenden Stadtentwicklungsgesellschaft (SEG) in intensive Vorplanungen einsteigt. Ein Baubeginn ist in dem bereits vorliegenden Gutachten für 2025 vorgesehen.

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