Abrissarbeiten

Rasspe: Kran zerlegt alten Kamin im Eiltempo

Mit einem Spezialkran rissen Mitarbeiter einer Fachfirma gestern den prägnanten Schornstein auf dem alten Rasspe-Gelände ab.
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Mit einem Spezialkran rissen Mitarbeiter einer Fachfirma den prägnanten Schornstein auf dem alten Rasspe-Gelände ab.

Die Abrissarbeiten auf dem ehemaligen Rasspe-Gelände sind im Zeitplan. Nach dem Turm ist noch die große Halle 13 dran.

Von Andreas Tews

Solingen. Beim Abriss der Gebäude auf dem ehemaligen Rasspe-Gelände sind die Fachfirmen bisher auf keine großen Überraschungen gestoßen. Viele der alten Fabrikhallen wurden inzwischen niedergelegt – nachdem sie entrümpelt und Schadstoffe entfernt worden waren. Gestern zerlegte ein Spezialkran den 50 Meter hohen Backstein-Kamin. Nach nur zweieinhalb Stunden war von dem alten Schornstein nicht mehr viel zu sehen. Insgesamt liege man bei den Abrissarbeiten im Zeitplan, berichtete Projektleiter Achim Willke von der städtischen Wirtschaftsförderung.

Die Wirtschaftsförderung ist Eigentümerin des etwa sechs Hektar großen Geländes. Dessen Ausmaße werden jetzt, da die meisten Gebäude nicht mehr stehen, erst richtig sichtbar. Auf dem Areal an der Straße Stöcken will die Wirtschaftsförderung ein Gewerbegebiet mit innovativen Betrieben verwirklichen.

Solingen: Auch die große Halle 13 wird noch abgerissen

Den Abriss und die Entsorgung von Altlasten sowie die damit verbundenen Kosten übernimmt der Verband für Flächenrecycling und Altlastensanierung (AAV). Dem gehören das Land Nordrhein-Westfalen und seine Kommunen an. Auch viele Firmen haben sich dem AAV freiwillig angeschlossen. Der Verband koordiniert im Auftrag der Wirtschaftsförderung den Abriss der Gebäude, die Sanierung des Untergrunds sowie die Entsorgung der dabei anfallenden Schadstoffe.

Das 50 Meter hohe Mauerwerk wurde Stück für Stück abgetragen.

Dabei seien bisher 35 Tonnen Asbest, 160 Tonnen Altholz, 60 Tonnen gemischte Bauabfälle und 14 000 Quadratmeter Dachpappe angefallen. Die Voruntersuchungen des Bodens hätten laut AAV-Projektleiterin Beatrix Haglauer-Ruppel keine Hinweise auf großflächige Verunreinigungen gebracht. Vor Überraschungen sei man bei einer Fläche mit 150 Jahren Industriegeschichte aber nie sicher. Bevor der Boden saniert wird, muss vor allem noch die große Halle 13 an der Peter-Rasspe-Straße abgerissen werden. Ist dies geschafft, sei ein Meilenstein erreicht, erklärte sie.

Beim Abriss des 50-Meter-Kamins gestern wurden besonders die angrenzenden denkmalgeschützten Gebäude im vorderen Bereich des Geländes geschützt. Da diese stehenbleiben, sollten sie möglichst nicht beschädigt werden, erklärte Haglauer-Ruppel. Ein zweiter Kran verdeckte deren Fassaden im Bereich der Abrissarbeiten mit einer großen Matte.

Ein Viertel der Rasspe-Gebäude ist abgerissen

 © Christian Beier
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In den kommenden Tagen wird auf dem Gelände eine mobile Aufbereitungsanlage für den Schutt der Gebäude ihre Arbeit aufnehmen. Nach eingehender Untersuchung wird sie laut Haglauer-Ruppel den schadstofffreien Schutt-Anteil vor Ort zerkleinern. Der wird beim Anfüllen von Teilen des Geländes wiederverwendet. Wirtschaftsförderer Willke erklärte, dass das künftige Gewerbegebiet auf einer möglichst ebenen Fläche liegen soll. Dazu werden die noch vorhandenen unterschiedlichen Höhen angeglichen.

Willke betonte, dass auf der Brache in erster Linie wieder Gewerbe angesiedelt werden solle. Ausnahmen werde es aber für einzelne Gastronomiebetriebe geben, die unter anderem von Mitarbeitern der künftigen Firmen besucht werden können. Gleiches gilt für sportliche Angebote. Wohnen werde ausgeschlossen.

Rasspe-Gelände: Der Abriss ist staubig

Bei den Regularien für die Gewerbebetriebe halte sich die Wirtschaftsförderung bewusst viele Möglichkeiten offen. Für die Nutzung der denkmalgeschützten Gebäude gibt es laut Willke erste Anfragen. Im Bezug auf die übrigen Flächen könne er aber noch keine konkreten Angebote machen – nicht zuletzt, weil der Quadratmeterpreis noch nicht ermittelt sei.

Bei den Arbeiten habe der Schutz der Anwohner und der auf der Baustelle tätigen Arbeiter höchste Priorität, versichern die Projektleiter. Die Arbeiten würden täglich von einem Gutachter begleitet. Sie räumten aber ein: Durch das trockene und windige Wetter sei eine größere Staubentwicklung nicht immer zu verhindern.

Es gibt einen ersten Investor, der konkrete Pläne für Teile des früheren Rasspe-Geländes vorgelegt hat. Zwischen der Renaissance AG, die in Krefeld und Wuppertal sitzt und dort bereits mehrere Projekte mit historischen Gebäuden angeschoben hat, und der Solinger Wirtschaftsförderung laufen Gespräche. Die Vorstellungen der Parteien liegen allerdings teils deutlich auseinander.

Auf dem Rasspe-Gelände ist Großes geplant. Denn der Verein Bergische Museumsbahnen möchte auf einem Teil des Areals ein Bergisches Forum für Elektro-Mobilität entstehen lassen.

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