Geplantes Gewerbegebiet

Rasspe: Das hat der erste Investor vor

Die links zu sehenden Fensteröffnungen im Sockelgeschoss der früheren Lehrwerkstatt wurden vergrößert.
+
Die links zu sehenden Fensteröffnungen im Sockelgeschoss der früheren Lehrwerkstatt wurden vergrößert.

Mit dem Umbau der früheren Lehrwerkstatt nehmen die Pläne für das künftige Gewerbegebiet Stöcken 17 Gestalt an.

Von Manuel Böhnke

Solingen. Sie ist gewissermaßen das Herz des geplanten Gewerbegebiets Stöcken 17: die frühere Lehrwerkstatt der Firma Rasspe. Das Gebäude liegt zentral auf der 60 000 Quadratmeter großen Fläche, die angedachte Erschließungsstraße führt dahinter vorbei, auf der Vorderseite könnte ein kleiner Platz entstehen. Der Umbau des markanten Klinkerobjekt ist der erste Baustein des ambitionierten Projektes. Vorbereitende Maßnahmen laufen, im Februar oder März sollen die Arbeiten Fahrt aufnehmen. Sven Heyden hofft auf eine Eröffnung noch in diesem Jahr.

Er ist Geschäftsführer der Bauconzept Real Estate GmbH. Das Unternehmen aus dem sächsischen Lichtenstein wurde von der Wirtschaftsförderung, der Eigentümerin des Grundstücks, im April 2022 als erster Investor für das ehemalige Rasspe-Areal vorgestellt. Die Projektentwickler haben den Zuschlag für die Bestandsgebäude erhalten.

Bauleiter Sebastian Fuchs (v. l.), Sven Heyden und Achim Willke erklären, wie es auf dem einstigen Rasspe-Gelände weitergeht.

Los geht es in der 1916 gebauten und 1935 erweiterten Lehrwerkstatt. Dort fanden in den vergangenen Wochen vorbereitende, genehmigungsfreie Maßnahmen statt. Fensteröffnungen im Sockelgeschoss mit Souterraincharakter wurden etwa fast bis auf den Fußboden vergrößert, um für mehr Licht zu sorgen. Der Schritt stelle den ursprünglichen Zustand her, berichtet Heyden.

Der Ausbau aller Fenster sowie der Technische Gebäudeausrüstung ist ebenfalls abgehakt. Derzeit wird die Decke über dem Dachgeschoss sukzessive ausgetauscht. Parallel dazu läuft die Sanierung des Mauerwerks: Defekte Steine müssen ausgetauscht, beschmierte von Graffiti gereinigt werden. Zudem werden alle Fugen erneuert.

„Unser Ziel ist es, den Charme des Gebäudes zu erhalten.“

Sven Heyden, Bauconzept Real Estate GmbH

Immer wieder werden an einer Stelle Steine verbaut, die an anderer nicht mehr benötigt werden. „Unser Ziel ist es, den Charme des Gebäudes zu erhalten“, erklärt Heyden. Die Fassade stehe nicht unter Denkmalschutz, werde aber trotzdem so behandelt. Er wisse, dass Rasspe im Leben vieler Solinger eine Rolle gespielt habe. Dieser Tatsache wolle er Rechnung tragen. Zugleich erinnere die einstige Lehrwerkstatt inmitten der Neubauten, die um sie herum entstehen sollen, an die Tradition des Ortes.

Zudem sieht Heyden das Sammeln und Wiederverwenden von Baustoffen als Beitrag zur Nachhaltigkeit. Unter diesem Gesichtspunkt sei Stöcken 17 vorbildhaft. Damit meint er zum einen die Pläne der Wirtschaftsförderung, umweltschonende Mobilität besonders in den Blick zu nehmen, die Wärmeversorgung mittels Geothermie sicherzustellen. Auf der anderen Seite plant Bauconzept selbst, in seinen Gebäuden hohe Effizienzstandards zu erreichen, setzt auf Photovoltaik. „Da lacht das Bauherren-Herz, wenn aus so alten Steinen etwas Sinnvolles entsteht“, sagt Sven Heyden.

Im Nachgang des Feuers wird das ehemalige Verwaltungsgebäude abgedichtet, damit der Bau trocknen kann.

Noch ist viel zu tun in der früheren Lehrwerkstatt. Rund 200 Einzelmaßnahmen umfasst die Sanierung, schätzt der Geschäftsführer. Wesentliche Punkte seien das neue Treppenhaus inklusive Aufzugschacht, der bis zur vorgesehenen Dachterrasse reichen wird. Es werde eine Fußbodenheizung verbaut, auf jeder Etage soll es Duschen geben. Heyden hofft, dass die Baugenehmigung zeitnah erteilt wird. Abgeschlossen werden könnte das Projekt im Sommer.

Der erste Mieter steht indes fest: Die Bergische Struktur- und Wirtschaftsförderungsgesellschaft wird das Dachgeschoss beziehen. Im Sockelgeschoss soll neben der Haustechnik ein Tagungsraum Platz finden, im Erdgeschoss eine Gastronomiefläche. Sven Heyden wünscht sich, dass sie nicht erst bewirtschaftet wird, wenn das Gelände entwickelt ist, sondern nachdem die ersten Firmen ihre Büros bezogen haben und Bauarbeiter die Fläche bevölkern.

Zwei bis drei weitere Mieter seien für die Lehrwerkstatt vorgesehen. Die verkehrsgünstige Lage sei prädestiniert für regional tätige Unternehmen mit direkter Kundenbeziehung. Ziel der Wirtschaftsförderung ist es, ein Gewerbegebiet für zukunftsorientierte Dienstleistungen zu entwickeln, etwa digitale Technologien, Mobilität sowie intelligente Produktion.

4,2 Millionen Euro lässt sich Bauconzept das Projekt Lehrwerkstatt mit einer Nutzfläche von rund 1400 Quadratmetern kosten. Voraussichtlich mehr als 10 Millionen Euro werden in das denkmalgeschützte Lager- und Verwaltungsgebäude fließen. Der dortige Umbau erfolgt wohl in drei Abschnitten, der erste könnte noch 2023 starten. Derzeit wird nach dem Großbrand im Sommer die Substanz gesichert

Mutmaßlich in diesem Raum ist im Juni 2022 der Großbrand des denkmalgeschützten Gebäudes an der Straße Stöcken entstanden.

43 000 Quadratmeter groß sind die drei Baufelder, die die Wirtschaftsförderung auf dem Grundstück vermarkten möchte. Projektleiter Achim Willke rechnet mit vielen Interessenten: „Die Nachfrage nach Gewerbeflächen ist groß.“ Bevor Neubauten entstehen können, braucht es einen Bebauungsplan. Das Verfahren läuft. Willke hofft auf einen Abschluss im Jahr 2024.

Arbeiten auf dem Rasspe-Gelände

Der Umbau des markanten Klinkerobjekts ist der erste Baustein des ambitionierten Projekts.
Der Umbau des markanten Klinkerobjekts ist der erste Baustein des ambitionierten Projekts. © Christian Beier
Der Umbau des markanten Klinkerobjekts ist der erste Baustein des ambitionierten Projekts.
Der Umbau des markanten Klinkerobjekts ist der erste Baustein des ambitionierten Projekts. © Christian Beier
Der Umbau des markanten Klinkerobjekts ist der erste Baustein des ambitionierten Projekts.
Der Umbau des markanten Klinkerobjekts ist der erste Baustein des ambitionierten Projekts. © Christian Beier
Der Umbau des markanten Klinkerobjekts ist der erste Baustein des ambitionierten Projekts.
Der Umbau des markanten Klinkerobjekts ist der erste Baustein des ambitionierten Projekts. © Christian Beier
Der Umbau des markanten Klinkerobjekts ist der erste Baustein des ambitionierten Projekts.
Der Umbau des markanten Klinkerobjekts ist der erste Baustein des ambitionierten Projekts. © Christian Beier
Der Umbau des markanten Klinkerobjekts ist der erste Baustein des ambitionierten Projekts.
Der Umbau des markanten Klinkerobjekts ist der erste Baustein des ambitionierten Projekts. © Christian Beier
Der Umbau des markanten Klinkerobjekts ist der erste Baustein des ambitionierten Projekts.
Der Umbau des markanten Klinkerobjekts ist der erste Baustein des ambitionierten Projekts. © Christian Beier
Der Umbau des markanten Klinkerobjekts ist der erste Baustein des ambitionierten Projekts.
Der Umbau des markanten Klinkerobjekts ist der erste Baustein des ambitionierten Projekts. © Christian Beier
Der Umbau des markanten Klinkerobjekts ist der erste Baustein des ambitionierten Projekts.
Der Umbau des markanten Klinkerobjekts ist der erste Baustein des ambitionierten Projekts. © Christian Beier
Der Umbau des markanten Klinkerobjekts ist der erste Baustein des ambitionierten Projekts.
Der Umbau des markanten Klinkerobjekts ist der erste Baustein des ambitionierten Projekts. © Christian Beier
Der Umbau des markanten Klinkerobjekts ist der erste Baustein des ambitionierten Projekts.
Der Umbau des markanten Klinkerobjekts ist der erste Baustein des ambitionierten Projekts. © Christian Beier
Der Umbau des markanten Klinkerobjekts ist der erste Baustein des ambitionierten Projekts.
Der Umbau des markanten Klinkerobjekts ist der erste Baustein des ambitionierten Projekts. © Christian Beier
Der Umbau des markanten Klinkerobjekts ist der erste Baustein des ambitionierten Projekts.
Der Umbau des markanten Klinkerobjekts ist der erste Baustein des ambitionierten Projekts. © Christian Beier

Brandfolgen

Im Rasspe-Verwaltungsgebäude ist es im Juni 2022 zu einem Großbrand gekommen. Dabei seien Schäden im niedrigen sechsstelligen Bereich entstanden, sagt Projektleiter Achim Willke. Die Versicherung komme dafür auf.

Unsere News per Mail

Nach der Registrierung erhalten Sie eine E-Mail mit einem Bestätigungslink. Erst mit Anklicken dieses Links ist die Anmeldung abgeschlossen. Ihre Einwilligung zum Erhalt des Newsletters können Sie jederzeit über einen Link am Ende jeder E-Mail widerrufen.

Die mit Stern (*) markierten Felder sind Pflichtfelder.

Meistgelesen

Modeunternehmen Walbusch muss Rückschlag hinnehmen
Modeunternehmen Walbusch muss Rückschlag hinnehmen
Modeunternehmen Walbusch muss Rückschlag hinnehmen
Freizeitpark Aufderhöhe benötigt Hilfe
Freizeitpark Aufderhöhe benötigt Hilfe
Freizeitpark Aufderhöhe benötigt Hilfe
Ohligs: Parkplatz Grünstraße soll wieder öffentlich werden
Ohligs: Parkplatz Grünstraße soll wieder öffentlich werden
Ohligs: Parkplatz Grünstraße soll wieder öffentlich werden
Rund 200 Menschen ziehen durch Solingen
Rund 200 Menschen ziehen durch Solingen
Rund 200 Menschen ziehen durch Solingen

Kommentare