Nach dem Hochwasser

Räumungsarbeiten dauern noch Wochen

An einem Wehr in der Nähe vom Wupperhof haben sich durch das Hochwasser Äste und Schutt gesammelt. Foto: Christian Beier
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An einem Wehr in der Nähe vom Wupperhof haben sich durch das Hochwasser Äste und Schutt gesammelt.

Laut Wupperverband befinden sich weiterhin große Mengen Treibgut in den Gewässern

Von Kristin Dowe

Solingen. Nach dem verheerenden Hochwasser am 14. Juli arbeitet der Wupperverband noch immer mit Hochdruck daran, große Mengen an Treibgut aus der Wupper und anderen betroffenen Gewässern zu fischen. Was den Eschbach betrifft, sei es bereits gelungen, einen Großteil der sogenannten „Verklausungen“ – so werden die Ansammlungen von Treibgut im Wassermanagement bezeichnet– zu beseitigen, berichtet Sprecherin Ilona Weyer. „Die Gewässer wurden per 3D-Laserscan vermessen, eine erneute Vermessung haben wir in Auftrag gegeben.“ Auch die stark in Mitleidenschaft gezogene Straße Mühlendamm in Unterburg sei in Abstimmung mit der Stadt inzwischen gesichert worden.

„Intensive Gespräche“ mit betroffenen Anwohnenden liefen aktuell noch. Mit der Beseitigung größeren Treibguts steht der Wasserwirtschaftsverband, der rund 2000 Kilometer Gewässer zu betreuen hat, vor einer Herkulesaufgabe: „In der Wupper, auch im Solinger Abschnitt, sind sehr viele entwurzelte Bäume ins Wasser gelangt und auch einige Wohnmobile und andere große Gegenstände“, so Weyer.

Die zahlreichen gemeldeten Gefahrenstellen durch Treibgut im Bereich der Wupper, der Dhünn und anderen betroffenen Gewässern seien bei Begehungen systematisch erfasst worden. „Die umfangreichen Räumungsarbeiten in der Wupper sind bereits seit Wochen im Gange und dauern voraussichtlich noch einige Wochen weiter an“, mutmaßt die Sprecherin. Neben eigenen Kräften habe der Wupperverband Fachfirmen beauftragt, um die Arbeiten mit Schreitbaggern, Kettendumpern und anderen schweren Geräten zu unterstützen. Nach dem Hochwasser hatte es Vorwürfe gegen den Wupperverband gegeben - die Staatsanwaltschaft Wuppertal hatte Kritik zurückgewiesen.

Gefahren für die Umwelt durch Einträge in die Gewässer durch Reifen, Tanks oder Ähnliches seien zwar nicht gänzlich auszuschließen, bislang gebe es aber glücklicherweise keine Anhaltspunkte dafür, heißt es beim Wupperverband weiter. „Ölverschmiertes Treibgut wurde nach unserer Kenntnis nach nicht gefunden.“ Auch ein Fischsterben durch mögliche Verunreinigungen habe man bislang nicht feststellen können - anders als in der Wuppertalsperre, für die der Wupperverband nach dem Hochwasser wegen Schadstoff-Belastungen Umweltalarm ausgerufen hatte.

Kläranlage in Burg läuft wieder im Regelbetrieb

Weitgehend abgeschlossen sind immerhin die Arbeiten an den vom Hochwasser geschädigten Kläranlagen in Solingen-Burg, Hückeswagen und Odenthal. Die Burger Anlage musste zwischenzeitlich mit Notstrom versorgt werden und läuft seit dem 20. Juli wieder im Regelbetrieb.

Abgesehen von den andauernden Reparaturarbeiten wird der Wupperverband auch mit der Analyse der Geschehnisse am 14. Juli wohl noch länger befasst sein. Ilona Weyer: „Wir arbeiten das Extremregenereignis und die Erkenntnisse daraus gemeinsam mit den beteiligten Partnern intensiv auf.“

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