Verkehr

Radfahrer fordern mehr Tempo bei Planung

Radfahrer kritisieren unter anderem, wie der Höhscheider Weg saniert wurde. Archivfoto: Christian Beier
+
Radfahrer kritisieren unter anderem, wie der Höhscheider Weg saniert wurde.

ADFC und Runder Tisch verlangen in einem Bürgerantrag mehr Geld für die Fahrrad-Infrastruktur.

Von Andreas Tews

Solingen. Die abgelaufene Aktion Stadtradeln nutzt der Allgemeine Deutsche Fahrradclub (ADFC) als Anlass zu Kritik an den Solinger Verkehrsplanern. Bei den Radwegplanungen geht es den ADFC-Aktiven zu langsam. Als Beispiel nennen sie in einer Pressemitteilung die aktuellen Überlegungen zu einem provisorischen Fahrradweg („Pop-up-Radweg“) entlang der Straße Schwarze Pfähle. In einem gemeinsamen Bürgerantrag mit dem Runden Tisch Fahrradverkehr fordern sie mehr Geld für die Fahrradinfrastruktur und zusätzliches Personal im Rathaus für die Planung neuer Radwege.

Bereits im April hatte der ADFC die Verkehrsplanungen in Solingen kritisiert. Der Tenor damals: Zu viel werde für Auto- und Lastwagenfahrer getan, einiges für Fußgänger, aber zu wenig für die Radfahrer. Auch im Frühjahr forderte er ein Umdenken.

„Wir mahnen seit geraumer Zeit ein Radverkehrskonzept 2.0 an.“
Bernhard Stoer, ADFC

Jetzt hat die Solinger ADFC-Ortsgruppe nach Angaben von Bernhard Stoer zusammen mit dem Runden Tisch Radverkehr einen Bürgerantrag formuliert. Darin sprechen sich die Vertreter der Radfahrer Solingens nicht nur dafür aus, den Radverkehrsetat im städtischen Haushalt „deutlich üppiger“ auszustatten. Auch die Planungskapazitäten müssten deutlich erhöht werden. Wenn nötig, seien externe Planer einzubeziehen. Stoer: „Für eine Verkehrswende bedarf es mehr Tempo und vor allem mehr Glaubwürdigkeit.“

Anlass zu Kritik bieten laut Stoer die Vorgänge zum geplanten „Pop-up-Radweg“ im städtischen Verkehrsausschuss. Dort hatten Vertreter der Verwaltung auf Anfrage der Grünen erklärt, dass ein solcher Radweg geprüft und wahrscheinlich möglich sein werde. Der ADFC kritisiert die abwartende Haltung, „während andere Städte, durch politische Gremien abgesegnet, einfach umsetzen“.

Ein weiteres Beispiel sei die angedachte Veloroute, ein durchgehender Radweg mit Qualitätsstandards, zwischen Ohligs und Solingen-Mitte. Die Stadt habe eine Machbarkeitsstudie in Auftrag gegeben. Ergebnisse seien bisher aber nicht veröffentlicht worden, kritisiert Stoer. Der Runde Tisch werde in dieser Beziehung immer wieder vertröstet. Vertan habe die Stadt Chancen für fahrradfreundliche Planung unter anderem bei der Sanierung der Löhdorfer Straße, an der Kreuzung Untengönrather / Mangenberger Straße, bei der Sanierung des Höhscheider Wegs und beim Fahrbahndeckenprogramm.

Auch ein „Radverkehrskonzept 2.0“ mahnen die Vertreter der Fahrradfahrer nach eigenen Angaben seit längerer Zeit an. Das Ziel müsse es sein, wichtige Punkte mit schnellen und steigungsarmen Radwegen zu verbinden. Stoer: „Das Konzept sollte auch die Expertise der Radfahrer nutzen.“

Bei der Stadtverwaltung hatte man bereits im April versichert, dass der Runde Tisch Radverkehr ein „wichtiger Partner“ bei den Planungen sei. Dieses Gremium werde bei wichtigen Straßenplanungen einbezogen. Im Bezug auf das Radverkehrskonzept hieß es aus dem Rathaus, dass eine Fortschreibung in Arbeit sei.

Velorouten

Standards: Velorouten sind gut markierte und ausgeschilderte Radwege, auf denen Radfahrer schnell und sicher vorankommen können.

Düsseldorf-Wuppertal: Die Veloroute Düsseldorf-Wuppertal führt durch Ohligs, Wald und Gräfrath. Sie ist bereits in der Umsetzung.

Langenfeld-Solingen: Für eine weitere wird zwischen Ohligs und Solingen-Mitte nach einer sinnvollen Strecke gesucht.

Das könnte Sie auch interessieren

Meistgelesen

Corona: Impfaktionen in Solingen werden weiter ausgeweitet
Corona: Impfaktionen in Solingen werden weiter ausgeweitet
Corona: Impfaktionen in Solingen werden weiter ausgeweitet
Stufe 2: Diese Corona-Regeln gelten in Solingen wieder
Stufe 2: Diese Corona-Regeln gelten in Solingen wieder
Stufe 2: Diese Corona-Regeln gelten in Solingen wieder
Radfahrer bei Zusammenstoß mit geparktem Fahrzeug lebensgefährlich verletzt
Radfahrer bei Zusammenstoß mit geparktem Fahrzeug lebensgefährlich verletzt
Radfahrer bei Zusammenstoß mit geparktem Fahrzeug lebensgefährlich verletzt
Geplantes Musikfestival ist wegen Corona abgesagt
Geplantes Musikfestival ist wegen Corona abgesagt
Geplantes Musikfestival ist wegen Corona abgesagt

Unsere News per Mail

Nach der Registrierung erhalten Sie eine E-Mail mit einem Bestätigungslink. Erst mit Anklicken dieses Links ist die Anmeldung abgeschlossen. Ihre Einwilligung zum Erhalt des Newsletters können Sie jederzeit über einen Link am Ende jeder E-Mail widerrufen.

Die mit Stern (*) markierten Felder sind Pflichtfelder.

Kommentare