Machbarkeitsstudie ist beauftragt

Das Radfahren auf der Müngstener Brücke wird geprüft

Unter den Schienen der Müngstener Brücke gibt es einen Versorgungsweg. Ihn für Fahrräder auszubauen, wir geprüft.
+
Unter den Schienen der Müngstener Brücke gibt es einen Versorgungsweg. Ihn für Fahrräder auszubauen, wir geprüft.

Der Ausbau eines Radwegs kollidiert mit Naturschutz.

Von Melissa Wienzek und Björn Boch

Solingen. Ist es in Zukunft möglich, mit dem Fahrrad von Solingen nach Remscheid über die Müngstener Brücke zu fahren? Der Verein „Bergischer Brückenschlag“ wünscht sich genau das. Eine Machbarkeitsstudie ist nun in Auftrag gegeben worden. Das bestätigt Remscheids Baudezernent Peter Heinze auf Anfrage unserer Redaktion. Laut Gerd Münnekehoff vom Verein „Bergischer Brückenschlag“ sei ein Frankfurter Büro mit der Prüfung betraut worden.

Status quo: Bislang müssen Radfahrer durch das Tal über die B 229. Es gibt bereits einen Versorgungsweg unterhalb der Bahnschienen, der genutzt werden könnte. Die Maßnahme werde im Zusammenhang mit dem Weltkulturerbe beurteilt. In Berlin und in Brüssel sei das Projekt bekannt und werde positiv bewertet, sagt der Vereinsvorsitzende. Neben Anbindungen auf beiden Seiten der Brücke müssten die Kommunen eine Betreibergesellschaft stellen.

„Bergische Runde“: Der Verein setzt sich für einen 60-Kilometer-Rundweg durchs Bergische ein, die „Bergische Runde“. Dabei sollen bestehende Infrastruktur und regionale Radtrassen genutzt und überregionale große Radverkehrsnetze miteinander verbunden werden. Das schaffe den nötigen Lückenschluss, um dem Radverkehr ein Angebot machen zu können. Lücken gebe es unter anderem in Remscheid-Güldenwerth, im Bereich Müngstener Brücke sowie vom Remscheider Hauptbahnhof nach Lennep.

Ausbau: Einer Radwegeverbindung von Güldenwerth nahe der Müngstener Brücke über Remscheid-Hasten zum dortigen Hauptbahnhof erteilt die Stadt Remscheid nun aber eine Absage. 2022 hatten die Fraktionen von SPD, FDP und Bündnis 90/ Die Grünen beantragt, dass die Verwaltung diese Radverbindung prüft. Die Stadtverwaltung erklärt nun: Große Teile führen über Fremdgrundstücke. Zudem müsste der vorgesehene Radweg durch ein Landschaftsschutzgebiet gebaut werden, in dem sich ein alter, hochwertiger Baumbestand befindet.

Naturschutz: Die Untere Naturschutzbehörde der Nachbarstadt sagt, der schutzwürdige, naturnahe Freiraum unterhalb der Bahnlinie sei vollständig als Landschaftsschutzgebiet ausgewiesen. „Auf das generelle Bauverbot wird hingewiesen.“ Die Behörde weist darauf hin, dass die kürzeste Radwege-Verbindung Richtung Hasten – und mit vertretbarem Umweg auch Richtung Innenstadt – über die Straße Am Langen Siepen mit direktem Anschluss an die Werkzeugtrasse verlaufe und so kein Radweg-Neubau erforderlich würde.

Verein: „Diese Entscheidung ist äußerst bedauerlich“, sagt der Vorsitzende Gerd Münnekehoff. Sie betreffe ein unverzichtbares Stück der Hauptachse einer Radwegeverbindung, „die allen Anforderungen der Mobilitätswende entspricht“. Es gehe laut Münnekehoff letztlich um einen nur etwa 100 Meter langen Abschnitt in der 3,6 Kilometer langen Teilstrecke vom Bahnhof Güldenwerth zum Hauptbahnhof Remscheid – das sei ein unverzichtbarer Lückenschluss der „Bergischen Runde“.

Begründung: Die zu prüfende Radwegeverbindung mit einer Breite von lediglich drei Metern liege nur wenige Meter neben dem vorhandenen Bahngleis. „Damit ist sogar die Bündelung mit anderen Infrastruktureinrichtungen wie dem Bahnkörper gegeben.“ Alter Baumbestand sei in keiner Weise betroffen, da die Trassenführung auf einem ehemaligen öffentlichen Fußweg verlaufe. Der Verein fordert eine erneute Überprüfung im Sinne des Mobilitätswandels. Das gelte umso mehr, als dass die vorgeschlagene Alternativroute über die B 229 überhaupt nicht zumutbar sei.

Unsere News per Mail

Nach der Registrierung erhalten Sie eine E-Mail mit einem Bestätigungslink. Erst mit Anklicken dieses Links ist die Anmeldung abgeschlossen. Ihre Einwilligung zum Erhalt des Newsletters können Sie jederzeit über einen Link am Ende jeder E-Mail widerrufen.

Die mit Stern (*) markierten Felder sind Pflichtfelder.

Meistgelesen

Modeunternehmen Walbusch muss Rückschlag hinnehmen
Modeunternehmen Walbusch muss Rückschlag hinnehmen
Modeunternehmen Walbusch muss Rückschlag hinnehmen
Freizeitpark Aufderhöhe benötigt Hilfe
Freizeitpark Aufderhöhe benötigt Hilfe
Freizeitpark Aufderhöhe benötigt Hilfe
Ohligs: Parkplatz Grünstraße soll wieder öffentlich werden
Ohligs: Parkplatz Grünstraße soll wieder öffentlich werden
Ohligs: Parkplatz Grünstraße soll wieder öffentlich werden
Rund 200 Menschen ziehen durch Solingen
Rund 200 Menschen ziehen durch Solingen
Rund 200 Menschen ziehen durch Solingen

Kommentare