74. Internationale Bergische Kunstausstellung

Publikumspreis für „tight baby, tights“

Kamen zur Preisverleihung im Kunstmuseum zusammen (v. l.): Oberbürgermeister Tim Kurzbach, Nina Nick und Valerie Buchow („Konstitutiv der Möglichkeiten“, 3. Preis), Rebekka Benzenberg (1. Preis) mit „tight baby, tights“ im Hintergrund, Tim Sandrow (2. Preis) sowie die Museumsleiterin Gisela Elbracht-Eglhaut und Stadt-Sparkassen-Vorstand Stefan Grunwald. Foto: Christian Beier
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Kamen zur Preisverleihung im Kunstmuseum zusammen (v. l.): Oberbürgermeister Tim Kurzbach, Nina Nick und Valerie Buchow („Konstitutiv der Möglichkeiten“, 3. Preis), Rebekka Benzenberg (1. Preis) mit „tight baby, tights“ im Hintergrund, Tim Sandrow (2. Preis) sowie die Museumsleiterin Gisela Elbracht-Eglhaut und Stadt-Sparkassen-Vorstand Stefan Grunwald.

Rebekka Benzenberg hatte in der Gunst der Besucher die Nase vorn.

Von Anna Lauterjung

Solingen. Am Montagabend erhielt die Künstlerin bei der 74.  Bergischen Kunstausstellung für ihre Installation „tight baby, tights“ den mit 1500 Euro dotierten Publikumspreis der Stadt-Sparkasse.

Die Vergabe des Preises fand traditionell eine Woche vor Ende der Ausstellung statt – aus gegebenem Anlass zum ersten Mal unter Ausschluss der Öffentlichkeit. 16 Künstler mit Verbindungen zum Bergischen Land stellten bei der 74. Ausgabe der anerkannten Schau im Kunstmuseum aus.

„Wer den Publikumspreis der Internationalen Bergischen Kunstausstellung gewinnt, der hat eine großartige Zukunft vor sich“, prognostizierte Oberbürgermeister Tim Kurzbach. 521 Stimmen kamen zusammen. „Das ist eine respektable Anzahl unter den Bedingungen der Ausstellung“, meinte der Vorstandsvorsitzende der Stadt-Sparkasse Solingen Stefan Grunwald.

Durch die Möglichkeit, über ihr Lieblingswerk abzustimmen, setzten sich die Besucher aktiv mit der Kunst auseinander, erklärte Gisela Elbracht-Iglhaut, Direktorin des Kunstmuseums Solingen. Die Besucher würden Fragen stellen und die Werke aus verschiedenen Perspektiven betrachten, um sich eine Meinung bilden zu können.

In diesem Jahr wurden auch der zweite und dritte Platz mit einem Publikumspreis ausgezeichnet. Auf Platz zwei (1000 Euro) kam Tim Sandrow, auf Platz drei (500 Euro) Nina Nick und Valerie Buchow. Sie sind das Künstlerduo „Konstitutiv der Möglichkeiten“.

Die preisgekrönte Installation „tight baby, tights “ bietet vielschichtige Perspektiven.

Mit großem Abstand zum zweiten Platz und 176 Stimmen überzeugte das Publikum das Werk von Rebekka Benzenberg. Die Düsseldorferin zeigte sich sichtlich überrascht über ihren Gewinn. „Ich freue mich total“, sagte sie. In ihrer Arbeit „tight baby, tights“ tritt sie mit den Betrachtern auf verschiedenen Ebenen in einen Dialog.

„Ich freue mich total.“
Künstlerin Rebekka Bunzenberg

Sie dehnte in der Ecke des acht Meter hohen Raumes der Sonderausstellung Nylonstrumpfhosen so weit wie möglich und tackerte sie an die Wand. So gestaltete sie ein Kunstwerk, dass aus mehreren Perspektiven immer einen neuen Eindruck hinterlässt, mit Materialien und Transparenz spielt. „Die Strumpfhosen wirken dann nicht mehr wie Beine, sondern eher wie eine Wirbelsäule“, erklärte Rebekka Benzenberg. Zudem greift sie das Thema weibliche Sexualität, Identität und die Rolle von Frauen in der Kunst auf.

Der zweite und dritte Platz lagen in diesem Jahr nur eine Stimme auseinander.

Der Wuppertaler Künstler Tim Sandrow thematisiert in seiner Arbeit Urlaubsorte auf einer ungewöhnlichen Art und Weise, eingetaucht in Dunkelheit. „Sie überzeugen durch die Stille und das Geheimnis“, erklärte Gisela Elbracht-Iglhaut. Und obwohl der Künstler eine eher unbeliebte Wand direkt neben dem Fahrstuhl auswählte, kamen die Motive bei den Besuchern offensichtlich gut an.

Das Künstlerduo „Konstitutiv der Möglichkeiten“ schmückte die Wände der Treppe in der Sonderausstellung mit mehr als 4000 Kalenderblättern. Sie spiegeln einen Zeitraum von ungefähr 80 Jahren, die Dauer eines durchschnittlichen Lebens, wieder. Zusätzlich brachte das Duo mittelalterliche und apokalyptische Grafiken ein. Erwähnenswert für Gisela Elbracht-Iglhaut sei auch der Raumeffekt, der bei Dunkelheit durch das reflektierende Glas an der Treppe entstehe.

Ausstellung

Termin: Die Bergische Kunstausstellung ist noch bis zum 1. November im Kunstmuseum Solingen zu sehen. Die Öffnungszeiten sind bis Sonntag täglich von 10 bis 17 Uhr. Am Sonntag gibt es zusätzlich um 11.15 Uhr und um 14 Uhr eine Führung durch die Ausstellung. Der Eintritt kostet 9 Euro.

Schüler der Grundschule Gerberstraße erlebten Performance von Till Bödecker im Kunstmuseum.

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