Urteil

Psychisch Kranker muss in betreute Wohngruppe umziehen

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Das Landgericht in Wuppertal.

Attacken in der Öffentlichkeit.

Von Dirk Lotze

Solingen. Nach Angriffen in der Öffentlichkeit muss ein psychisch erkrankter Beschuldigter (32) aus Solingen in eine betreute Wohngruppe umziehen, die Einnahme von Medikamenten nachweisen und sich von zwei Geschädigten fernhalten. Das Landgericht Wuppertal schickt den Mann vorerst nicht in eine geschlossene, psychiatrische Klinik, sondern gibt Bewährung unter strengen Auflagen. Eine dauerhafte Zwangsunterbringung wäre bei ihm nicht verhältnismäßig, urteilten die Richter.

Dem Gericht zufolge zog der 32-Jährige im März 2016 bei Streit in der Öffentlichkeit ein Messer und warf es auf den Vater seiner damaligen Freundin, den er für die Trennung verantwortlich machte. Ende des selben Jahres und dann 2018 folgten Ausbrüche mit einzelnen Faustschlägen in einem Friseurladen, einer Sportbar und einem Internet-Café. Ein Verletzter (63) sagte: „Er kam an meinen Tisch, schlug zu und ging.“ Worte seien weder vorher noch hinterher gefallen. Er habe geblutet und sich kurz vom Rettungsdienst versorgen lassen. Der Mann fügte hinzu: „Ich kannte seinen Vater, deswegen habe ich ihn nicht angezeigt.“

Der 32-Jährige ist arbeitsloser Sohn eines verstorbenen Unternehmers und lebte bis Sommer 2020 bei seiner Mutter. Nach einer psychischen Verschlechterung kam er in eine Klinik. Die Faustschläge hat er gestanden: Er habe sich „provoziert“ gefühlt. Früher soll er von fremden Stimmen berichtet haben. Ein Gerichtsarzt stellte fest: „Ich gehe davon aus, dass er jeden Tag Stimmen hört.“ Der Zustand sei durch den Tod des Vaters schlechter geworden.

Laut Gericht rechtfertigt keiner der Übergriffe für sich, den Beschuldigten in die Psychiatrie einzuweisen. Das hatte die Staatsanwaltschaft beantragt. Zusammengenommen lägen die Voraussetzungen „grade eben“ vor, stellten die Richter fest; Bewährung sei das mildere Mittel. Nach dem Urteil verließ der Mann das Gericht in Begleitung von Angehörigen.

Zurzeit müssen sich am Landgericht Solinger wegen Drogenhandels verantworten.

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