Berufung am Landgericht

Prügelattacke bei Streit um Parkplatz: Urteil bestätigt

Prozess im Landgericht Wuppertal.
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Prozess im Landgericht Wuppertal.

Das Opfer, ein 32-jähriger Mann, musste nach dem Angriff medizinisch versorgt werden.

Von Dirk Lotze

Solingen. In einem Prozess um einen Prügelangriff im Streit um einen Parkplatz vor einem Solinger Mehrfamilienhaus muss ein 34 Jahre alter Angeklagter 3600 Euro Strafe zahlen; seine Einkünfte aus drei Monaten. Der Mann hatte einen Gegner mit einer Stange geschlagen, die er in seinem Auto griffbereit aufbewahrt hatte.

Die Staatsanwaltschaft nahm im Landgericht Wuppertal ihre anfangs eingelegte Berufung gegen das durch eine Ausnahme milde Urteil des Amtsgerichts Solingen zurück. Grund war, dass der Angeklagte in der neuen Verhandlung gestanden und dem Verletzten Entschuldigung und Wiedergutmachung angeboten hat.

Der Angeklagte ist ohne Vorstrafen und arbeitet als Selbstständiger. Dem Geständnis zufolge besuchte er Ende Oktober 2021 seine Freundin. Dabei sei auf dem Parkplatz Streit eskaliert, der bereits länger lief. Der Gegner (32) kam vor das Haus und reklamierte „seinen“ Platz. Laut Zeugen gab es ein Wortgefecht, dann Pöbeleien des Angeklagten. Der holte schließlich eine Stange aus seinem Wagen und schlug den Jüngeren auf den linken Arm und Oberkörper. Der Verletzte berichete: „Er ist dann in sein Fahrzeug gestiegen und los gefahren. Ich habe die 110 gewählt.“

Die Polizei zog den Rettungsdienst hinzu, der brachte den Verletzten zur Sicherheit ins städtische Klinikum. Nach eingehender Untersuchung standen Prellungen fest. Bei Verschlechterung sollte der Mann sofort zurück kommen - vor allem bei Atembeschwerden. Dazu kam es nicht, die Schmerzen blieben aber zwei Wochen. Das Fazit der Staatsanwältin zu der Attacke: „Das kann lebensgefährlich sein.“

Der Angeklagte erläuterte zu dem Vorfall: „Ich habe die Situation falsch eingeschätzt. Ich habe gedacht, ich werde bedroht.“ Die Verhältnisse hätten sich seit dem entschärft, weil seine Freundin umgezogen sei. Auf die Frage des Vorsitzenden Richters, ob er über eine Wiedergutmachung nachgedacht habe, antwortete zunächst die Anwältin des Mannes vage: „Da kann man drüber nachdenken.“ Der Richter setzte nach: „Da muss man als Angeklagter drüber nachdenken.“ Kurz darauf war es der 34-Jährige, der den Geschädigten - erfolglos - um Entschuldigung bat.

Die Strafe entspricht dem gesetzlichen Mindestmaß bei gefährlicher Körperverletzung. Sie erscheint wegen der Höhe nicht im Führungszeugnis.

Ein weiterer Solinger Fall am Landgericht: Vater und Sohn sollen Mieter mit Kehrblech verprügelt haben

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