Leiche im Schwarzwald

Prozess um getötete Solingerin: Zeuge kann nicht aussagen

Der 33 Jahre alte frühere Lebenspartner der Verstorbenen steht unter Totschlagsanklage.
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Der 33 Jahre alte frühere Lebenspartner der Verstorbenen steht unter Totschlagsanklage.

Der Bruder der getöteten Solingerin konnte am Donnerstag im Landgericht nicht aussagen. Es gibt Sorge um seine seelische Gesundheit.

Von Dirk Lotze

Solingen. Im Prozess um eine getötete und teilweise verbrannte Frau (36) aus Solingen kann ihr hinterbliebener Bruder womöglich nicht im Zeugenstand aussagen. Es besteht Sorge um seine seelische Gesundheit. Der Mann fehlte am Donnerstag im Landgericht Wuppertal und ließ eine Anwältin an der Sitzung teilnehmen. Unter Totschlagsanklage steht der 33 Jahre alte frühere Lebenspartner der Verstorbenen.

Der Mann hat zugegeben, den Tod der Lebensgefährtin verursacht zu haben, ohne es zu wollen: Er habe sie im Streit am Hals „gezerrt“ und sie sei erstickt, ohne dass seine Versuche zu helfen das verhindern konnten. Das Paar lebte in Höhscheid und hat einen gemeinsamen Sohn im Kindergartenalter. Der war Angaben des Mannes zufolge mit auf der Reise in den Schwarzwald, bei der die getötete Partnerin heimlich mit seinem VW-Bus zum späteren Fundort brachte.

In der Region soll das Paar einen glücklichen, gemeinsamen Urlaub verbracht haben. Dem Kind habe er einen „Ausflug“ vorgetäuscht. Die verbrannte Leiche wurde am 11. September 2021 im Wald bei Freudenstadt gefunden. Sie blieb in Medienberichten über Wochen die unbekannte „Frau mit den Hisbiskus-Tattoos“, anhand von Tätowierungen auf ihrem Rücken.

Ich weiß, dass ich schuld bin.

Aussage des Angeklagten

Laut einem Gerichtsmediziner ist der mögliche Tatablauf vom 6. September 2021 aus medizinischer Sicht nachvollziehbar, wie ihn der Angeklagte beschreibt. Die Schilderung stehe nicht im Widerspruch zu Spuren an der Leiche. Der Angeklagte sagt über das Geschehen: Die Frau soll seit zehn Jahren mit dem Angeklagten gelebt haben. Einem ihrer auswärts lebenden Cousins (28) zufolge hatte der Mann sich ihm gegenüber am Telefon geäußert: Die 36-Jährige nehme mehr Drogen als er und „drehe am Rad“. Er überlege, sie zwangsweise einweisen zu lassen oder auf eigene Faust zu „entgiften“, an unbekanntem Ort. Der Cousin sagte aus: „Ich habe gesagt, das kannst Du nicht machen. Sie ist erwachsen, stell Dir vor, sie will das nicht.“

Dem Cousin zufolge schickte der Angeklagte nach dem Tod der Frau Nachrichten, um zu berichten, dass sie gepackt habe und spurlos verschwunden sei. Dazu kamen Fotos von angeblichen Alkoholvorräten der Frau.

Der Zeuge kommentierte dazu: „So im Kopf gewaschen wäre sie nie gewesen, dass sie ohne ihren Sohn gegangen wäre. Das Gericht will am kommenden Dienstag weiterverhandeln.

Angeklagter belog Freunde des Opfers

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