Prozess

Schmerzensgeld nach Prügelattacke

Ein Ex-Ordnungsamtsmitarbeiter muss Strafe zahlen.
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Ein Ex-Ordnungsamtsmitarbeiter muss Strafe zahlen.

Ex-Ordnungsamtsmitarbeiter nimmt Strafe an

Von Dirk Lotze

Solingen. Ein früherer Mitarbeiter des städtischen Ordnungsamts in Solingen hat eine Prügelattacke im Dienst eingestanden. Die Tat geschah am Rande des Dürpelfestes vor zwei Jahren auf offener Straße. Während seiner Berufungsverhandlung vor dem Landgericht Wuppertal entschloss sich der Angeklagte, 500 Euro Schmerzensgeld an den Betroffenen zu zahlen. Damit erreichte der inzwischen arbeitslose 47-Jährige sein Ziel: eine mildere Strafe, die bei Bewerbungen nicht im Führungszeugnis erscheint. Die Strafe beträgt nun 2700 Euro, sein Einkommen von drei Monaten. Den Richterinnen und Richtern sagte der Mann, er bereue die Tat: „Ich hatte die Kontrolle verloren.“

Hintergrund sollen psychische Probleme und Alkoholmissbrauch des Mannes gewesen sein, für die er sich inzwischen in Therapie begeben hat. Nach Geständnis und Urteil steht fest, dass er in der Nacht zum Dürpelfest-Sonntag mit Kollegen Gäste kontrollierte, die nach Ende des Programms geblieben waren. Darunter befand sich der spätere Geschädigte. Dessen Gruppe hatte sich laut verhalten und eine Aufforderung übergangen, wegzugehen. Während er mit einem Stadtbediensteten sprach, griff der Angeklagte ihn von hinten an. Dem Geschädigten gelang es, wegzulaufen. Er erreichte den Bereich zweier Polizistinnen, die erkannten, dass er flüchtete und ihn aufforderten, stehenzubleiben. Das tat er sofort. Er hatte gerade seinen Ausweis zur Kontrolle hervorgeholt – als der Angeklagte eintraf, ihn gegen eine Wand riss und mit der Faust schlug. Die Polizistinnen beschrieben das als Attacke „völlig aus dem Blauen heraus“ und bewerteten es als überhaupt nicht nachvollziehbar.

Angeklagter war 30 Jahre bei der Stadt beschäftigt

Der Geschädigte, inzwischen Anfang 20, berichtete: Er habe einen Bluterguss am Jochbein erlitten und zwei oder drei Wochen Schmerzen an den Rippen gespürt. Entschuldigung und Schmerzensgeld nehme er an. Es sei es für ihn „keine große Sache“ gewesen, aber die Tat habe ihn erschreckt: „Ich habe mit allem gerechnet, aber nicht mit so was.“

Die Stadtverwaltung versetzte den Angeklagten in einen anderen Arbeitsbereich. Es hatte schon zwei Ermittlungsverfahren gegen ihn im Zusammenhang mit Gewalt gegeben. Nach einem Arbeitsgerichtsverfahren erfolgte die Trennung vom Arbeitgeber: nach 30 Dienstjahren, zwölf davon im Ordnungsamt.

Hier geht es zum Prozess über die fünffache Kindstötung im Hasseldelle-Fall.

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