Landgericht

Prozess um Messerattacke: Zeugen schweigen

Ein 54-jähriger Familienvater aus Solingen muss sich vor dem Landgericht in Wuppertal verantworten.
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Ein 54-jähriger Familienvater aus Solingen muss sich vor dem Landgericht in Wuppertal verantworten.

Ein blutiger Ehestreit, der sich im Januar in Solingen ereignet haben soll, wird am Landgericht in Wuppertal verhandelt.

Von Dirk Lotze

Solingen. Im Prozess um eine Messerattacke in einer dramatisch zugespitzten Familien-Auseinandersetzung in Solingen steht ein 54 Jahre alter Angeklagter vor dem Landgericht in Wuppertal. Der Mann soll im Januar 2020 seine vier Jahre jüngere Frau in der gemeinsamen Wohnung mit einem Messer aus der Küche angegriffen und gefährlich verletzt haben. Die Kinder des Paares seien dabei gewesen. Laut Anklage nahm der 54-Jährige den Tod seines Opfers zumindest billigend in Kauf. Zum Prozessauftakt teilte der Anwalt des Mannes mit, sein Mandant werde schweigen. Die mutmaßliche Geschädigte und weitere Angehörige wollen in der Verhandlung nichts aussagen.

Laut Staatsanwaltschaft beleidigte und bedrohte der Mann seine Frau, bevor er den Angriff begann. Einer seiner erwachsenen Söhne soll ihm schließlich das Messer aus der Hand genommen haben. Danach seien die Frau und alle fünf Kinder der Familie gemeinsam geflohen. Der Angeklagte sei hinterhergelaufen. Er wurde kurz darauf festgenommen und kam wenig später in Untersuchungshaft. Die Einzelheiten zum Geschehen in der Wohnung stützen sich auf frühere Angaben des Opfers und der Kinder bei der Polizei. Diese Aussagen wollen sie nun nicht wiederholen. Die Frau sagte den Richtern: „Er ist mein Mann und der Vater meiner Kinder. Ich nehme meine Aussagen zurück. Ich möchte auch, dass er raus kommt.“ Den Saal hatte sie sichtlich angespannt betreten; sie verließ ihn so schnell, wie möglich. Vor zwei Wochen hatte ihr Anwalt mitgeteilt: Sie ziehe ihre Nebenklage zurück. Zwei Söhne, 25 und 30 Jahre alt, erklärten, sie wollten vor dem Gericht nicht über ihren Vater sprechen.

Das Gericht wird versuchen, die Anklage ohne die Aussagen der Angehörigen zu überprüfen. Die Fortsetzung ist für Montag, 28. September, anberaumt.

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