Gerichtsverhandlung

Prozess um 500-Euro-Blüten: Richter laden weitere Zeugen

Ein 46-jähriger aus Solingen muss sich vor dem Landgericht verantworten.
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Ein 46-jähriger aus Solingen muss sich vor dem Landgericht verantworten.

46-Jähriger ist angeklagt. Er hatte 2015 Handys mit Falschgeld bezahlt.

Von Dirk Lotze

Solingen. In einem Prozess um Einkäufe mit falschen 500-Euro-Scheinen in Ohligs hat das Landgericht zusätzliche Termine festgesetzt. Der 46 Jahre alte Angeklagte muss sich verantworten, weil er zweimal Handys mit Falschgeld bezahlt haben soll. Die Scheine täuschten sogar Prüfautomaten von Banken.

Der Mann ist in einem anderen Verfahren noch nicht rechtskräftig verurteilt wegen Drogenstraftaten und sitzt in Untersuchungshaft. Der Hintergrund könnte in organisierter Kriminalität bestehen. Die Richter wollen weitere Zeugen befragen und Mitschnitte abgefangener Telefonate hören.

Bei den Taten vom Herbst 2015 soll der Angeklagte teils in Begleitung weiterer Männer als Kunde in zwei Telefon-Läden aufgetreten sein. Die Ladenbetreiber verloren bei den vermeintlichen Geschäften Mobiltelefone für knapp 2000 Euro und hunderte Euro echtes Wechselgeld.

Solingen: Blüten fielen erst nach Prüfung durch die Landesbank auf

Einige falsche 500er fielen Tage später in einer Bank in Duisburg auf. Andere Scheine entdeckte eine Mitarbeiterin einer Solinger Bank. Die Zeugin berichtete, sie sei durch die Qualität so unsicher gewesen, dass sie die Noten von der Landesbank prüfen ließ, bevor sie die Polizei verständigte. Ein Ladenbesitzer zeigte den Angeklagten schließlich an.

Es folgte ein Wirtschaftsstrafverfahren ab Ende Oktober, in dem sich der Mann schillernd gab: Er zahle oft mit 500-Euro-Scheinen. Er habe Geschäfte mit extrem hohen Gewinn-Chancen vorbereitet: Beteiligung an einer türkischen Goldmine, Handel mit Kerosin, Umtausch veralteter Geldscheinen aus Venezuela über europäische Banken – gegen Bearbeitungsgebühr.

Sein Ansprechpartner sei ein Geschäftsmann aus dem Ruhrgebiet. Für den habe er als eine Art Geschäftsführer Firmen gegründet und Büros vorbereitet, ohne dass er selbst je Geld erhalten hätte. Das Problem, laut Angeklagtem: „Das war ein Schwätzer. Der hat immer gesagt ‚bald geht es los‘ und dann ist wieder was dazwischen gekommen.“

In einem Telefonat hingegen sprechen die Männer anscheinend davon, dass der Angeklagte früher legale Geschäfte mit einer eigenen Firma gemacht habe. Um das große Geld aus dem Ausland nach Deutschland zu bringen, reiche das nicht mehr. Die Polizei hatte Gespräche im Zusammenhang mit den Drogen-Ermittlungen abgehört. Darüber hinaus sollen ähnlich gefälschte 500-Euro-Scheine im Ruhrgebiet aufgetaucht sein.

Der vorsitzende Richter verdeutlichte mehrfach dem Angeklagten: „Bundesbank und Bundeskriminalamt wüssten sehr gern, woher dieses Falschgeld ist.“ Das Urteil ist nun für Ende Mai vorgesehen.

Erst vor kurzem gestand ein Mann Brandstiftung am Haus seines Sohnes. Der Auslöser soll ein Familienstreit gewesen sein.

Ebenfalls wurde Ende März ein 28-jähriger Solinger verurteilt. Für Drogengeschäfte mit Kokain, Ecstasy und Amphetamin soll er für fünfeinhalb Jahre in Haft.

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