Handwerkskunst soll Erlebnis werden

Projektplaner erarbeiten die Zukunft des Deutschen Klingenmuseums

Die Museumsleitung (v. l.) Dr. Isabell Immel und Dr. Sixt Wetzler mit den Architekten Mayk Laumann und Caroline Esper vor einem besonderen Exponat des Hauses: Das Original des Pfaus wurde für die Weltausstellung 1904 in St. Louis gefertigt.
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Die Museumsleitung (v. l.) Dr. Isabell Immel und Dr. Sixt Wetzler mit den Architekten Mayk Laumann und Caroline Esper vor einem besonderen Exponat des Hauses: Das Original des Pfaus wurde für die Weltausstellung 1904 in St. Louis gefertigt.

Erfahrende Projektmanager sollen jetzt bei der Umsetzung des neuen Konzeptes für das Klingenmuseum unterstützen.

Von Andreas Römer

Solingen. Mit Erarbeitung einer detaillierten Projektplanung wurde das Düsseldorfer Büro Laumann-Scheßl-Weismüller beauftragt. Die Experten kennen sich aus, mit großen, gestalterischen Projekten. So steuerten die verantwortlichen Architekten Mayk Laumann und Caroline Esper das Projektmanagement des Deutschen Pavillons auf der Expo 2020 in Dubai. Und sie dürfen für die Bundesrepublik auch für die Expo 2025 in Japan das Projektmanagement übernehmen.

Doch dazwischen kümmern sich Laumann und Esper zunächst um das Projektmanagement für das Klingenmuseum. Das will weg von der vor über 30 Jahren ersonnenen chronologischen Darstellung hin zu einer thematischen Darstellung. „Das ist das größte Projekt, was man in einem Museum machen kann, was man vielleicht einmal in seinem Leben gestalten kann“, sagt Museumsleiter Dr. Sixt Wetzler. Er sei sehr gespannt auf den ersten Projektplan, den die Experten den Verantwortlichen im Museum präsentierten. „Wir stecken erst einmal den Rahmen ab“, sagt May Laumann. Es gehe darum, die nötigen, einzelnen Schritte hinsichtlich Reihenfolge, Aufwand, Termin und Budget zu erfassen. „Wichtig ist vor allem, einen Teamgeist zu kreieren“, so Laumann weiter. Dabei meint er nicht nur das Museum und seine Mannschaft, „es gehören auch die Vertreter der Stadt, die Auftragnehmer, die einzelne Teile umsetzen müssen, und auch alle Solinger dazu“.

„Natürlich wollen wir kein Projekt mit einem offenen Ende.“

Dr. Sixt Wetzler, Museumschef

Die Aufgabe des Projektmanagements sehen die Düsseldorfer Experten vor allem in der Kontrolle von Terminen und Kosten. Das Klingenmuseum sei aber etwas ganz Besonderes. „Hier geht es vor allem um Inhalte“, so Laumann. Er findet das Thema persönlich total spannend. Seine Eindrücke auf der Messe Keife vor wenigen Wochen, beschreibt er als „echt stark“. Ihn fasziniert das „lebendige Handwerk“, das das Museum und die Stadt prägen. Caroline Esper sieht es ganz ähnlich und findet, das Klingenmuseum sei viel mehr als eine Ausstellung, „es ist identitätsstiftend für Solingen“.

Genau das möchte auch Dr. Isabell Immel, stellvertretende Leitern im Klingenmuseum, mit der Neuausrichtung noch stärker ausgeprägt wissen. Deshalb soll es zukünftig mehr Interaktion geben, das Museum noch mehr Erlebnischarakter, eine Ausstellung zum Mitmachen bekommen. Doch bis es soweit ist, müssen sich alle Solinger und andere Besucher noch etwas gedulden. „Natürlich wollen wir hier kein Projekt mit einem offenen Ende und einer Laufzeit, die an die Elbphilharmonie oder den Berliner Flughafen erinnert“, schmunzelt Museumschef Wetzler. Aber eine Umsetzung bis zum Stadtjubiläum im Februar 2024 sei auch nicht sehr wahrscheinlich, meint er – ohne schon den ersten Plan gesehen zu haben.

Den haben die Experten dann schließlich mit den Museumsverantwortlichen hinter verschlossenen Türen besprochen. Wichtiger Punkt im Projektplan – so viel haben sie dann doch schon verraten – sind Workshops, an denen Interessierte teilnehmen, wo sich jeder beteiligen und seinen Teil zum neuen Konzept einbringen kann. Dafür wird das Museum rechtzeitig Einladungen veröffentlichen. Nicht direkt Bestandteil des aktuellen Projektplans ist der gewünschte Anbau des Museums.

Dass der einmal kommen wird, davon ist Sixt Wetzler überzeugt und deshalb sei es ja nur vernünftig, ihn zumindest mitzudenken, damit man ihn später sinnvoll einbinden könne.

Leitthemen

Die inhaltliche Neuordnung des Deutschen Klingenmuseums läuft unter neun Leitthemen: der Ort und seine Schätze, Klingenstadt Solingen, Klingenproduktion und Schmiedehandwerk, Klingenkunst und angewandte Kunst, Essen und Tafelkultur, Jagd und Schlachtung, Klinge und Körper, Fechten und Kampfkunst sowie Gewalt und Krieg.

Passend zum Thema: Junge Museumsexperten - Grundschüler zeigen das Klingenmuseum

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