Bildung

Programm „Ankommen und aufholen“ ermöglicht Nachhilfe

Die Pandemie hat durch Unterrichtsausfälle und Homeschooling für viele Defizite bei Schülern gesorgt.

Von Simone Theyßen-Speich

Solingen. In vielen Klassen fällt auf, welche Defizite die Corona-Pandemie und der wochenlange Lockdown samt Homeschooling in den vergangenen zwei Jahren bei Schülerinnen und Schülern hinterlassen haben. Das NRW-Landesprogramm „Ankommen und aufholen“ soll dort ansetzen und Familien beispielsweise mit Nachhilfestunden unterstützen. Gemeinsam mit dem Bund stellt das Land NRW dafür 430 Millionen Euro zur Verfügung.

Das Geld vom Land wird über die Stadt dann in Form von Gutscheinen an die Schulen weitergegeben. Diese können Kindern, für die eine individuelle Nachhilfe wichtig wäre, dann solch einen Gutschein über 200 Euro für zehn 90-minütige Nachhilfestunden geben. Im Idealfall wird gemeinsam mit dem Lehrer überlegt, in welchem Fach die Unterstützung sinnvoll ist. Eine Liste hilft bei der Übersicht über die Nachhilfeangebote in der Stadt.

Das Lerncenter Prosch ist eines dieser Angebote. „Das Programm ist wichtig, um Kinder zu unterstützen, die in Sachen Lernen auf der Strecke geblieben sind“, erklärt Inhaberin Claudia Prosch. In der täglichen Arbeit mit den Schülerinnen und Schülern erfährt sie, wo Corona überall Lernlücken gerissen hat. „Auch jetzt fehlen ja Kinder und Lehrer wieder durch Quarantänen“, so Prosch, die selbst Nachhilfe schwerpunktmäßig im Fach Mathematik gibt.

„Eltern sollten das Angebot aktiv in der Schule nachfragen.“

Claudia Prosch, Lerncenter

Das Fach, in dem die Nachhilfe erfolgen soll, sollte vom Lehrer vorgegeben werden. Letztendlich entscheiden die Eltern. Durchgeführt werden die Nachhilfestunden dann in kleinen Sechser-Gruppen. „Ich hoffe, dass dieses Angebot auch tatsächlich bei den Familien ankommt“, regt Claudia Prosch Eltern an, das Angebot „Ankommen und aufholen“ aktiv in der Schule nachzufragen. Die Anzahl der Gutscheine, die eine Schule beantragen kann, sei dabei auch nicht grundsätzlich limitiert.

Neben diesem Programm, das allen Familien unabhängig vom Einkommen zusteht, gibt es auch einen großen Teil von Kindern und Jugendlichen, die Nachhilfe über das Bildungs- und Teilhabepaket des Jobcenters erhalten. Dabei haben Schüler einen Anspruch, deren Eltern Leistungen wie beispielsweise Hartz IV erhalten.

Diesen Anspruch auch umzusetzen und die Nachhilfestunden tatsächlich stattfinden zu lassen, sei aber oftmals sehr schwierig, kritisiert Claudia Prosch das komplizierte Antragsverfahren. „Die Schulen füllen die Anträge aus, beantragen aber oftmals beispielsweise zehn Zeitstunden. Wir als Lerncenter bieten aber 1,5-stündigen Unterricht an, womit der Antrag dann nicht genehmigt werden kann.“ Es sei oftmals ein langes Hin und Her zwischen Jobcenter, Schule und Nachhilfe-Institut, um das bürokratische Problem aus der Welt zu räumen. Die zügige Bearbeitung der Anträge im Jobcenter wäre aber wichtig, damit gerade jetzt die Kinder schnell von der Unterstützung bei Lernproblemen profitieren können.

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