Kuriose Panne in Solingen

Predigt statt Musik: Kirche funkt in den Zumbakurs - großes Medienecho

Die Kirche von St. Clemens liegt an der Goerdelerstraße – gegenüber dem Fitnessstudio Pride.
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Die Kirche von St. Clemens liegt an der Goerdelerstraße – gegenüber dem Fitnessstudio Pride.

Wegen gleicher Frequenz war die Predigt von St. Clemens auch im Fitnessstudio zu hören.

Update vom 16. Januar - Von Stefan Prinz

Solingen - Über diese lustige Panne hat in dieser Woche ganz Deutschland geschmunzelt: Die katholische Kirchengemeinde St. Clemens hatte wochenlang unfreiwillig den Kreis ihrer Gottesdienstbesucher vergrößert. Weil zufällig die Mikrofonanlage der Kirche auf der gleichen Frequenz wie die Anlage des gegenüberliegenden Fitnessstudios Pride funkte, war sonntagmorgens die Predigt von Stadtdechant Michael Mohr über die Lautsprecher im zeitgleich stattfindenden Zumbakurs zu hören.

Nachdem am Dienstag zuerst das Tageblatt über die Geschichte berichtet hatte, wurden Medien aus ganz Europa auf die lustige Panne aufmerksam: „Das war enorm“, sagte Stadtdechant Michael Mohr gestern im Gespräch mit unserer Zeitung. Zunächst habe die Deutsche Presseagentur dpa im Pfarrbüro angerufen, danach habe er dem WDR ein kurzes Interview geben. Es folgte ein längeres Interview für das Kölner Domradio. Selbst die Eltern seines Gemeindereferenten aus Dessau in Sachsen-Anhalt hätten die Solinger Geschichte in ihrer örtlichen Tageszeitung gelesene. „Das ging viral“, so Mohr mit einem Schmunzeln.

Liste der Medien, die über den Fall aus Solingen berichten, ist sehr lang

Die Liste der Medien, die nach dem Tageblatt-Bericht eingestiegen sind, ist aber wesentlich länger. Dazu gehört das Nachrichtenmagazin Der Spiegel, das Redaktionsnetzwerk Deutschland, die Welt und der Fernsehsender RTL. Sogar die weltweit tätige russische Nachrichtenagentur Sputnik griff den Vorfall auf.

Eines ist sichergestellt: Kirche und Fitnessstudio kommen sich sonntags nicht mehr in die Quere. Denn das Fitness-Studio hatte gefragt, ob es der Kirchengemeinde möglich sei, ihre Funkfrequenz zu ändern. Vonseiten des Studios sei das nicht machbar. Der Pfarrer hatte Unterstützung zugesagt. „Ich habe mich dann mit der Herstellerfirma der Anlage in Verbindung gesetzt“, so Mohr. Nach ein paar Handgriffen am Gerät war schließlich die Frequenz geändert. Kirche und Fitnessstudio kommen sich in Solingen nun sonntags nicht mehr in die Quere, ist Michael Mohr überzeugt.

Zwischen der Kirche und dem Fitnessstudio diesseits und jenseits der Goerdelerstraße herrscht jetzt Funkstille. Das Verhältnis ist aber zwischen beiden überhaupt nicht getrübt. Der Stadtdechant nimmt es mit Humor: Noch nie habe eine Predigt von ihm für so viel Aufsehen gesorgt.

Unser Artikel vom 14. Januar - Von Stefan Prinz

Solingen - Die katholische Kirchengemeinde St. Clemens hat offensichtlich wochenlang den Kreis ihrer Gottesdienstbesucher vergrößert – allerdings eher unfreiwillig. Weil die Mikrofonanlage der Kirche auf der gleichen Frequenz wie die Anlage des gegenüberliegenden Fitnessstudios Pride funkte, war sonntagmorgens die Predigt von Stadtdechant Michael Mohr während des zeitgleich stattfindenden Zumbakurses zu hören.

Das bestätigten Pfarrer Mohr und eine Angestellte des Studios auf Nachfrage unserer Zeitung. Im Fitnessstudio nimmt man die Funkpanne mit Humor: „Das Ganze war lustig und ist ein paar Mal passiert.“ Und auch Pfarrer Mohr muss lachen, wenn er daran zurückdenkt.

Solingen: Mikrofonanlage in der Kirche ist leistungsstärker

Nimmt die Funkpanne humorvoll: Stadtdechant Michael Mohr.

„Das Ganze kam raus, als mich nach dem Taufgottesdienst ein Gottesdienstbesucher ansprach, der sich als Mitarbeiter des Fitnessstudios Pride vorstellte“, sagt Michael Mohr mit einem Schmunzeln. „Erst verstand ich gar nicht, was genau er wollte“, erinnert sich Mohr. „Dann war aber alles klar.“ Weil die Mikrofonanlage in der Kirche offensichtlich leistungsstärker als die des Studios ist, wurde immer nur von der Kirche in das Studio übertragen – einen Austausch in die andere Richtung gab es nicht. Das Studio habe gefragt, ob es der Kirchengemeinde möglich sei, ihre Funkfrequenz zu ändern. Denn vonseiten des Studios sei das nicht machbar. Der Pfarrer habe Unterstützung zugesagt. „Ich habe mich dann mit der Herstellerfirma der Anlage in Verbindung gesetzt“, so Mohr. Nach ein paar Handgriffen am Gerät war schließlich die Frequenz geändert. Kirche und Fitnessstudio kommen sich nun sonntags nicht mehr in die Quere, ist Michael Mohr überzeugt.

„Ich habe mich gefragt, was passiert wäre, wenn wir umgekehrt in der Kirche den Fitnesskurs gehört hätten.“ Etwa so: Und jetzt nochmal mit Schwung! Die Hände ganz nach oben! „Das wäre bestimmt auch lustig gewesen“, sagt Mohr. Zwischen der Kirche und dem Fitnessstudio diesseits und jenseits der Goerdelerstraße herrscht jetzt wieder Funkstille. Das Verhältnis ist aber zwischen beiden überhaupt nicht getrübt.

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