Integration

Praktikum als Einstieg in ein neues Leben

Artikel über Praktika des Jugend-Integrationskurses (Internationaler Bund)
Treffen mit dem Praktikanten Henok und Jana Möllmann vom IB, (0157) 50733297, bei der Firma Beu, Schwertstraße 9, wo er gerade Praktikum macht

Auf dem Bild bekommt Henok eine Einweisung.
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Matteo Russo (r.), Monteur bei der Heizung- und Sanitärfirma Beu, erklärt Henok Feseka Habte, wie der Wasserstand der Heizung kontrolliert und Wasser nachgefüllt wird.

Henok Feseka Habte aus Eritrea bekommt Einblicke in den Beruf bei der Heizungs- und Sanitärfirma Beu. Der Internationale Bund bietet Integrationskurse an.

Von Simone Theyßen-Speich

Solingen. Seit drei Jahren lebt Henok Feseka Habte in Solingen. Damals kam der heute 23-Jährige als Flüchtling mit seiner Familie aus Eritrea. „Eine Arbeit habe ich hier nicht gefunden“, erinnert er sich an die schwierige Anfangszeit. Im vergangenen Sommer konnte er dann einen Integrationskurs beim Internationalen Bund (IB) beginnen. Mit der deutschen Sprache klappt es seitdem schon richtig gut.

Jetzt hat er mit einem Praktikum auch den ersten Schritt in die Berufswelt gemacht. Drei Wochen lang war er mit den Monteuren der Heizung- und Sanitär-Firma Beu an der Schwertstraße unterwegs. „Heizungsrohre verlegen, Wartung vornehmen – auf den Baustellen konnte Henok eine Menge kennenlernen und auch schon etwas mithelfen“, erzählt Monteur Matteo Russo zufrieden.

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Und Henok Feseka Habte ist begeistert. „Die Arbeit hier hat mir sehr gut gefallen und die Leute sind alle sehr nett“, so sein Resümee nach drei Wochen. Praktikanten habe die Firma Beu schon viele gehabt, „die Zusammenarbeit mit dem Internationalen Bund war in dieser Form aber neu für uns“, erzählt Mitarbeiterin Jenny Karac. Auf diese Weise die Integrationsarbeit zu unterstützen, sei dem Unternehmen sehr wichtig.

Über Praktikumsangebote dieser Art freut sich der Internationale Bund sehr. „Derzeit sind zehn junge Leute aus unserem Jugendintegrationskurs im Praktikum, in der Apotheke, im Handwerk, im Autohaus oder im Handel, und es gibt viele positive Rückmeldungen. Aber es ist trotzdem nicht leicht, ausreichend geeignete Stellen zu finden“, erzählt Jana Möllmann, Sprachlehrerin und Sozialberaterin beim IB.

Insgesamt umfasst der einjährige Kurs 900 Unterrichtsstunden. Jugendliche zwischen 18 und 27 Jahren sollen dabei ihre Sprachkenntnisse verbessern und erste Erfahrungen im Berufsalltag sammeln. „Es ist das Besondere an diesem Kurs, dass er durch das dreiwöchige Praktikum berufsorientierter ist“, erklärt Möllmann.

Praktikum ist wichtig, um die Sprache zu praktizieren

Neben Geflüchteten seien auch Migranten aus europäischen Ländern in dem Kurs. Das Praktikum sei dabei ein wichtiger Bestandteil. „Nach den drei Wochen merkt man im Unterricht ganz deutlich, wie sich die Sprachkenntnisse verbessert haben, weil im Betrieb den ganzen Tag Deutsch gesprochen wurde“, so die Sprachlehrerin. Henoks Kurs schließt im April mit dem Deutschtest für Zuwanderer (DTZ) auf A2/B1-Sprachniveau ab. „Danach würde ich gerne den B2-Deutschkurs anschließen“, zeigt sich der 23-Jährige hoch motiviert.

Das B2-Niveau sei auch wichtig, um eine Ausbildung antreten zu können, weiß Jana Möllmann. „Auch wenn man im Betrieb schon sprachlich gut zurecht kommt, ist es ja notwendig, auch die Berufsschule zu schaffen.“

Eine Ausbildung im Handwerksberuf, das ist das große Ziel des jungen Mannes aus Eritrea. Er ist froh, dass er eine unbefristete Aufenthaltsgenehmigung hat. „Neben Eritrea bekommen Menschen aus Syrien, Somalia und Afghanistan derzeit Asyl und haben somit eine gute Bleibeperspektive“, erklärt Möllmann. So lange Flüchtlinge keinen sicheren Aufenthaltsstatus haben, dürfen sie auch nicht an Integrationskursen teilnehmen. „Aber auch für Flüchtlinge, die nur einen Duldungsstatus haben oder noch im Asylverfahren sind, bietet der IB Sprachkurse an“, erklärt Möllmann.

Internationaler Bund

Jugendmigrationsdienst: Der Internationale Bund (IB) berät und begleitet junge Migrantinnen und Migranten neben Schule und Ausbildung auch bei allen anderen Fragen des Alltags.

Sprachkurse beim IB: Pro Jahr werden acht Kurse angeboten. Der nächste Kurs startet im Mai, es sind noch Plätze frei.

Praktika: Als wichtige Integrationshilfe aber auch als Baustein gegen den Fachkräftemangel freut sich der IB über Praktikumsangebote aus Betrieben.

www.internationaler-bund.de/standort/205542

Lesen Sie auch: Ideen für eine vielfältigere Gesellschaft in Solingen

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