Verkehr

Pop-up-Weg soll zum Umstieg aufs Rad motivieren

Der Pop-up-Radweg soll die Fahrt für Radfahrer sicherer machen. Stadtdirektor Hartmut Hoferichter und Carsten Knoch, städtischer Mobilitätsmanager, stellten die geänderte Verkehrsführung am Mittwoch vor. Foto: Christian Beier
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Der Pop-up-Radweg soll die Fahrt für Radfahrer sicherer machen. Stadtdirektor Hartmut Hoferichter und Carsten Knoch, städtischer Mobilitätsmanager, stellten die geänderte Verkehrsführung am Mittwoch vor.

Neue Verkehrsführung auf der Straße Schwarze Pfähle soll Verkehrswende unterstützen – Maßnahme ist vorerst aber nur von kurzer Dauer.

Von Timo Lemmer

Solingen. Solingen besitzt seit Mittwoch einen sogenannten Pop-up-Radweg. Auf dem vierspurigen Abschnitt der Straße Schwarze Pfähle wurde in jede Richtung ein Streifen für Autos gesperrt und ausschließlich für den Radverkehr nutzbar gemacht.

Die Maßnahme ist zwar erstmal nur vorläufig, soll aber in einen Dauerzustand umgewandelt werden. Das habe sich beispielsweise für Schüler – unter anderem des Humboldtgymnasiums – als wichtig herausgestellt, wie Stadtdirektor Hartmut Hoferichter bekundet. Der städtische Mobilitätsmanager Carsten Knoch ergänzt: „Regelmäßige Fahrten mit dem Fahrrad sind immer auch eine Angebotsfrage.“

Allzu häufig höre man in der Verwaltung die Frage, wo denn vernünftige Radverkehrsanlagen zu finden seien, wenn mit einer Mobilitätswende Ernst gemacht werden solle. Die Einschätzung der Verwaltung: Auch an steilen Straßen wie zwischen Aufderhöhe und Merscheid beziehungsweise Wald müsse ein Angebot unterbreitet werden, um die Nutzung zu steigern. Wobei Hoferichter untermauert, dass diese Strecke – auch ohne sichereren Pop-up-Weg – schon stark frequentiert sei.

Solingen: Projekt Schwarze Pfähle ist eins von vielen im Radverkehrskonzept

An anderer Stelle wird es vorerst keine Pop-up-Lösungen geben: Allein schon, weil es kaum weitere vierspurige Abschnitte in Solingen gibt. Doch das Projekt Schwarze Pfähle ist nur eins von vielen im Radverkehrskonzept. Zwar werde in gut einem Dreivierteljahr der eingerichtete Radweg wieder verschwinden, aber nur vorläufig: „Wir planen schon die Anschlusslösung – und prüfen den weiteren Streckenverlauf“, erklärt Knoch. Denn vor der großen Kreuzung Merscheider Straße endet der Radweg momentan. Hier soll künftig ein besserer Verkehrsfluss für Radfahrer ebenso gewährleistet werden wie ein sicherer Verlauf über die Bebelallee. Knoch: „Dort wird es natürlich deutlich schmaler und eine separate Spur ist nicht möglich.“ Man denke deshalb an einen Schutzstreifen für Radfahrer.

Dass der Radweg in absehbarer Zeit wieder verschwinden wird, bedingt der Bau des Viehbach-Sammlers: In spätestens einem Jahr wird dort eine Kanalbaustelle eingerichtet, die wohl bis 2023 Bestand hat. Bis dahin kann der Verkehr nur über eine Straßenseite fließen, so dass beide Fahrstreifen benötigt werden – für je eine Spur in jede Richtung. Doch auch in der Baustelle soll der Radverkehr nicht ausgeschlossen werden. Und, so Hoferichter: „Die Botschaft hier ist ganz sicher nicht, dass es jetzt ein Dreivierteljahr einen Radweg gibt, der dann einfach wieder verschwindet. Ganz sicher nicht.“ Nachher werde es hier mindestens einen Radstreifen, vielleicht auch mehr geben.

„Wir planen die Anschlusslösung und prüfen den weiteren Streckenverlauf.“

Carsten Knoch, städtischer Mobilitätsmanager

Die Verwaltung begleitet derweil mit etlichen Maßnahmen die Verkehrswende, wie Knoch betont: „Wenn wir ernsthaft sagen, wir wollen die Verkehrswende, dann müssen wir das baulich begleiten.“ Klar sei, dass überall, wo neue Fahrbahndecken gezogen werden, geprüft werden müsse, ob der Zustand dem heutigen Stand entspricht: Radverkehrsanlagen – auch auf Hauptstraßen – seien heute einfach Pflicht.

Knoch und Hoferichter wissen, dass derartige Maßnahmen immer Konflikte hervorrufen. Hoferichter: „Nächste Woche wollen wir im Umweltausschuss einbringen, dass es auf Mühlenstraße und Höhscheider Weg auf beiden Seiten Schutzstreifen für Radfahrer gibt.“ Dort und an anderen Stellen werde es zu Konkurrenz mit Stellplätzen kommen: „Das ist bei solchen Maßnahmen so und wird uns begleiten.“

Rund ums Rad

Pop-up-Radwege: Hierbei handelt es sich um Radstrecken, die kurzfristig, provisorisch oder vorübergehend durch vergleichsweise einfache Maßnahmen eingerichtet werden.

Radkonzept: In Solingen sind verschiedene Maßnahmen angedacht. Die Hildener Straße oder auch die Weyerstraße erhalten kurzfristig Markierungen. An den Straßenquerungen der Korkenziehertrasse in Wald haben Radfahrer im Rahmen der Veloroute schon bald Vorrang.

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