Kriminalität

Achtung Betrug: Polizei warnt vor falschen Wasserwerkern

Michael Schroer vom Opferschutz der Polizei zeigt eine Videokamera, die nicht nur mit Blick auf Einbrüche, sondern auch bei Betrugsfällen nützlich sein kann. Foto: Christian Beier
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Michael Schroer vom Opferschutz der Polizei zeigt eine Videokamera, die nicht nur mit Blick auf Einbrüche, sondern auch bei Betrugsfällen nützlich sein kann.

Täter erbeutete in einem Fall in Solingen rund 10.000 Euro. Auch andere Betrugsmaschen sind im Umlauf.

Von Kristin Dowe

Solingen. Angekündigt hatte der freundliche Wasserwerker seinen Besuch zwar nicht, um die Leitung zu überprüfen. Doch dachte die Solingerin sich nichts dabei, als der fremde Besucher sie bat, einmal im obersten Stockwerk des Hauses das Wasser aufzudrehen, damit er unten den Wasserdruck kontrollieren könne. So ließ die ältere Dame den vermeintlichen Mitarbeiter arglos ins Haus – der daraufhin in aller Ruhe unten die Räume auf Wertgegenstände durchsuchen konnte. Der Mann entpuppte sich nämlich als Betrüger und machte bei seinem Streifzug Beute in Höhe von rund 10.000 Euro – darunter Goldmünzen, Schmuck und jede Menge Bargeld. Erst kürzlich wär ein 91-jähriger Mann fast um 40.000 Euro betrogen worden.

Solingen: Täter setzen die Betroffenen emotional unter Druck

Die Polizei Wuppertal nahm den tragischen Fall zum Anlass, noch einmal eindringlich vor dieser und anderen Betrugsmaschen zu warnen, deren Drahtzieher häufig gezielt ältere Bürgerinnen und Bürger im Visier ihrer kriminellen Machenschaften haben. „Die Masche des falschen Wasserwerkers war eine Weile sehr verbreitet und tauchte in letzter Zeit nicht mehr häufig auf“, sagt Michael Schroer, Opferschutz-Beauftragter bei der Polizei Wuppertal. Da im vorliegenden Fall aber ein gravierender Schaden verursacht worden sei, wolle die Polizei erneut für die gängigen Tricks sensibilisieren.

„Die Täter verstehen sich bestens darauf, emotionalen Druck aufzubauen und die Betroffenen regelrecht schwindlig zu reden“, weiß Schroer. „Man sollte grundsätzlich keinen Fremden unangemeldet ins Haus lassen.“

Wer Zweifel hat, dass der angebliche Wasserwerker, Heizungsableser oder Ähnliches tatsächlich keine kriminellen Absichten hegt und der Termin vor allem nicht abgesprochen ist, sollte sich kurz telefonisch bei seinem Vermieter erkundigen. „In aller Regel werden solche Termine vorher schriftlich angekündigt“, betont Schroer. Gebe es keine Terminankündigung, sei bereits erhöhte Skepsis geboten. Zwar könne man sich den Dienstausweis des angeblichen Mitarbeiters zeigen lassen, doch auch dieser könne leicht gefälscht sein, warnt er. „Im Zweifel sollte man die Tür besser schließen.“

Auch falsche Polizisten sind beliebte Betrugsmaschen

Ein anderer trauriger Klassiker unter den Betrugsmaschen und im Bergischen ebenfalls verbreitet ist der falsche Polizist oder Staatsanwalt. Dabei setzen die Täter vor allem auf den Schockeffekt bei den Betroffenen und erzählen ihnen eine haarsträubende Geschichte: etwa, dass ein naher Angehöriger einen Unfall verursacht habe und sich nun in Haft befinde. Und dass der Angerufene nun eine bestimmte Kaution zahlen müsse, um das Familienmitglied freizubekommen.

Wahlweise behauptet der Betrüger in seiner Rolle als „Polizist“ auch, dass der Betroffene Zielscheibe eines Einbruchs sei und er deshalb die Wertgegenstände im Haus zu dessen Schutz in Sicherheit bringen müsse. „Die Polizei würde niemals irgendwelche Wertgegenstände oder Bargeld einziehen“, macht Schroer deutlich. In solchen Fällen empfehle er dringend, schleunigst die richtige Polizei unter Tel. 110 anzurufen.

Das kann vor Diebstählen schützen

Generell, so Schroer, sei es ratsam, Wertgegenstände wie Schmuck zu fotografieren und in einer Liste zu dokumentieren, damit er bei einem möglichen Diebstahl vielleicht irgendwann seinem Besitzer zugeordnet werden kann. Auch eine Kamera zur Videoüberwachung könne eine sinnvolle Schutzmaßnahme sein. „So eine Anlage ist mittlerweile recht erschwinglich. Man sollte allerdings darauf achten, nur das eigene Grundstück zu filmen.“ Den wichtigsten Schutz vor Betrug bietet aber wohl ein gesundes Misstrauen.

Diese Tipps schützen vor Telefonbetrug

Hintergrund

Ebenfalls im Umlauf ist eine Betrugsmasche mit Gutscheinkarten von Google Play. Dabei wird den Opfern ein angeblicher Gewinn versprochen, für den sie nur eine Karte des Anbieters von einem bestimmten Wert erwerben und dem Betrüger den Code mitteilen müssten. Das Geld sehen die Betroffenen natürlich nicht wieder.

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