Betrugsmasche

Polizei warnt vor falschen Energieberatern

Kriminalhauptkommissar Michael Schroer berät rund um Sicherheit in Solingen und im Bergischen Land.
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Kriminalhauptkommissar Michael Schroer berät rund um Sicherheit in Solingen und im Bergischen Land.

Den Haustürbetrug gibt es in vielen Ausführungen. Zurzeit nutzen Betrüger vermehrt die Sorge um hohe Kosten für Gas und Strom aus.

Von Alina Komorek und Björn Boch

Solingen. Die aktuellen Sorgen rund um hohe Energiepreise machen sich vermehrt Betrüger zunutze. Davor warnt die Polizei Wuppertal für das bergische Städtedreieck. Die Täter gäben sich am Telefon als Fachkraft der Handwerkskammer oder der Stadtwerke aus und böten einen Termin für eine Energieberatung an.

Nur: Weder die Solinger Stadtwerke (SWS) noch die Handwerkskammer tun das – und schon gar nicht via Telefon. „Vor Ort können sich Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter der Stadtwerke und der Netze Solingen immer ausweisen“, betont Sprecherin Kerstin Griese. Über die Zentrale (Tel. 02 12/295-0) könne jeder prüfen, ob die SWS vor Ort im Einsatz seien. Griese: „Anrufe gibt es unserseits nur dann, wenn wir in einem konkreten Fall eine Rückfrage haben.“

Die Kreishandwerkerschaft biete generell keine privaten Dienstleistungen an und kontaktiere keine Kunden, sondern nur ihre Mitglieder, betont Hauptgeschäftsführer Falk Niederlehner. Einzelne Mitgliedsbetriebe machten für ihre Angebote eher Werbung oder nutzten Kundenbriefe, statt anzurufen.

Fällt man dennoch auf einen Betrugsanruf rein und lässt später den oder die Täter in die Wohnung, stehlen sie Wertgegenstände und Bargeld. Manchmal, erklärt Kriminalhauptkommissar Michael Schroer, schleicht sich ein Komplize mit in die Wohnung. „Das ist die gleiche Masche wie früher mit dem Glas Wasser. Selbst wenn nur eine Person klingelt – schwuppdiwupp ist noch eine zweite in der Wohnung“, erklärt Schroer.

Während der falsche Energieberater so tut, als würde er beraten, räumt der Zweite die Wohnung leer. Doch auch allein werde die Masche durchgeführt. „Der falsche Berater bittet dann, den Wasserhahn immer wieder auf- und zuzudrehen, während er angeblich in einem anderen Zimmer den Verbrauch kontrolliert.“ Ein Ablenkungsmanöver, um die Wohnung zu durchsuchen.

Den Haustürbetrug gibt es in vielen Ausführungen. Mal kommen vermeintliche Beschäftigte der Stadtwerke, mal Handwerker, mal möchte jemand ein Schnäppchen an der Haustür verkaufen, aktuell kommen eben falsche Energieberater. Diese seien oft schauspielerisch begabt, so dass sie sich mit unterschiedlichen Vorwänden Zutritt zur Wohnung verschaffen, warnt die Polizei. Einige Tipps:

Prüfung: Fremde, die Sie nicht selbst gerufen haben und erwarten, sollten Sie nie in die Wohnung lassen. Sollte sich jemand für eine Energieberatung oder einen Prüftermin ankündigen, hilft es zu klären, ob es sich um seriöse Termine handelt. Wichtig: Finden Sie Telefonnummern dafür selbst heraus (Verwaltung, Handwerksdienst, Verbraucherzentrale). Verlassen Sie sich nicht auf Auskünfte möglicher Betrüger. Sollte jemand direkt klingeln, sollten Sie sich zum Beispiel bei der Hausverwaltung erkundigen, ob dieser einen Termin vereinbart hat. In der Regel wird das vorher angekündigt.

Anruf: Um gar nicht erst angerufen zu werden, ist es ratsam, Kontaktdaten oder wenigstens den Vornamen, der häufig auf ein gewisses Alter schließen lässt, aus dem Telefonbuch entfernen zu lassen.

Tricks: Es gibt eine Menge unterschiedlicher Betrugsmaschen – zurzeit immer mehr Fälle von Betrugsversuchen über Nachrichtendienste wie Whatsapp, die dem Enkeltrick ähnlich sind (wir berichteten). Schockanrufe, bei denen sich die vermeintliche Polizei meldet, kommen ebenfalls sehr häufig vor. Lassen Sie sich nie unter Zeit- oder Entscheidungsdruck setzen und prüfen Sie, ob Nachricht und Absender plausibel sind.

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