Aktion

Polizei warnt eindringlich vor Ablenkung

Polizeibeamte zeigten, welche verheerenden Folgen Unachtsamkeit im Straßenverkehr haben kann. Nach dem Aufprall wird der Dummy über mindestens 15 Meter weit weggeschleudert. Foto: Christian Beier
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Polizeibeamte zeigten, welche verheerenden Folgen Unachtsamkeit im Straßenverkehr haben kann. Nach dem Aufprall wird der Dummy über mindestens 15 Meter weit weggeschleudert.

Beamte führten Aufklärungsaktion auf dem Neumarkt durch.

Von Timo Lemmer

Solingen. Zahlen sind das eine. Es klingt durchaus schon beeindruckend, dass sich im Auto bei 30 km/h Fahrgeschwindigkeit der Weg bis zum Stillstand um neun Meter verlängert, wenn der Fahrer durch Ablenkung nur eine Sekunde später bremst. Viel nachhaltiger als die reinen Fakten, die rasch wieder vergessen sind, wirken aber die Bilder einer Demonstration dieses Umstands: Deshalb kam zum Thema Ablenkung im Straßenverkehr auf dem Solinger Neumarkt auch ein Dummy zum Einsatz, der in der Simulation eines Aufpralls bei 30 Stundenkilometern regelrecht von der Marktfläche geschossen wurde. Bilder, die die Dutzenden Schaulustigen der Polizeiaktion wohl viel weniger schnell vergessen als reine Zahlen.

Das erhoffen sich zumindest die Solinger Verkehrs-Fraktion der Polizei um Ulli Schmidt sowie Hans-Jörg Holz, Leiter der Verkehrsunfallprävention im Polizeipräsidium Wuppertal. Gemeinsam mit ihren Kollegen demonstrierten sie ihr Experiment öffentlichkeitswirksam und von Erklärungen via Mikrofon begleitet. Im Herzen der Stadt blieben so zahlreiche Zuschauer stehen oder übernahmen innerhalb der Aktion selbst kleine Rollen. „Landesweit nehmen die Unfälle mit ungeklärter Ursache, bei denen Ablenkung naheliegt, zu. Das ist ein Unfallschwerpunkt“, erläuterte Holz.

„Für die Situation ist es egal, durch was der Fahrer abgelenkt wird.“
Hans-Jörg Holz, Verkehrsunfall- prävention der Polizei

Spitzenreiter seien hierbei elektronische Geräte. „Aber auch das engagierte Gespräch mit dem Beifahrer kann zu Problemen führen. Für die Situation ist es nun mal egal, durch was der Fahrer abgelenkt wird.“ Auf dem Neumarkt präsentierte das Team der Unfallprävention zunächst den normalen Anhalteweg, sprich Reaktions- plus Bremsweg, bei 30 km/h. Dann wurde eine halbe Sekunde Ablenkung simuliert. Der Dummy, der am Ende des Bremsweges stand, flog nun wuchtig vom Platz.

Der 1,10 Meter große Helfer symbolisierte dabei bewusst ein Kind: Während die meisten Erwachsenen einen Aufprall mit 30 km/h wohl überleben, haben Kinder weitaus schlechtere Chancen. Das liegt nicht zuletzt am Schwerpunkt: Während Erwachsene auf die Motorhaube prallen, fliegt ein deutlich kleineres Kind regelrecht weg. Und: „Das Bedienen des Handys benötigt weitaus mehr als eine halbe Sekunde.“

Die Aktion war Teil der landesweiten Prävention zum Thema Ablenkung – das Team des Polizeipräsidiums Wuppertal war zuvor auch in Remscheid und Wuppertal mit dem Dummy vor Ort und absolvierte jeweils zwei Vorführungen.

2019 krachte es seltener auf den Solinger Straßen. Die Zahl der Verletzten ging zurück. Die Kinder bereiten allerdings Sorgen.

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