i-Dötzchen sollten Schulweg früh üben

Polizei-Verkehrserzieherin: Kinder möglichst zu Fuß zur Schule gehen zu lassen!

Polizei-Verkehrserzieherin Katrin Grastat zeigt eine Elternhaltestelle. Sie plädiert jedoch dafür, Kinder möglichst zu Fuß zur Schule gehen zu lassen. Archivfoto: Simone Theyßen-Speich
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Polizei-Verkehrserzieherin Katrin Grastat zeigt eine Elternhaltestelle. Sie plädiert jedoch dafür, Kinder möglichst zu Fuß zur Schule gehen zu lassen.

In wenigen Wochen heißt es für alle Schulkinder wieder aufstehen, Tornister richten und ab geht’s in die Schule.

Von Julia Walz

Solingen. Für viele ist das nichts Neues, aber für die i-Dötzchen beginnt in wenigen Wochen ein neuer Lebensabschnitt. Für die Familien stellt sich damit auch die Frage nach dem Schulweg. Polizei-Verkehrserzieherin Katrin Grastat gibt Tipps.

Die Kinder mit dem eigenen Auto in die Schule zu fahren, ist für viele Familien eine bequeme Möglichkeit. Vor den Schulen führen die sogenannten Elterntaxis jedoch oft zu Stau und zu gefährlichen Situationen für andere Kinder. Wenn die Kinder im Pkw gebracht werden, sollten sie an einer Elternhaltestelle abgesetzt werden und nicht vor dem Schultor, rät die Polizei dringend. Viele Grundschulen haben bereits eine mit einem Schuld gekennzeichnete Elternhaltestelle eingerichtet, die sicheres Halten ermöglichet und meist 300 bis 400 Meter von der Schule entfernt liegt.

Katrin Grastat plädiert jedoch dafür, die Selbstständigkeit zu fördern und Kinder zu Fuß zur Schule gehen zu lassen. „Es kann jederzeit und überall etwas passieren. Aber das ist die falsche Herangehensweise. Wir dürfen unsere Kinder nicht in Watte packen“, mahnt die Verkehrserzieherin. Eine Studie habe zudem gezeigt, dass Kinder, welche den Schulweg zu Fuß zurücklegen, deutlich besser lernen können und eine höhere Aufmerksamkeitsspanne haben.

Damit Grundschüler auf dem Schulweg eine gewisse Sicherheit bekommen, sollten sich die Familien Zeit zum Üben nehmen. „Der Straßenverkehr ist leider nicht für Kinder gebaut“, erklärt Katrin Grastat. Genau aus diesem Grund sei es wichtig, dass Eltern die Strecke vom eigenen Zuhause bis zur Schule mal aus Kindersicht betrachten. Dazu können auch Umwege gehören, um einen sicheren Schulweg zu finden.

Eltern können als „Walking Bus“ Kinder zur Schule begleiten

Das Schulweg-Training sollte nicht erst wenige Tage vor der Einschulung beginnen. Grastat empfiehlt zudem, auch möglichst zur Hauptverkehrszeit zu üben. Kinder müssten Strategien entwickeln, etwa wie man, wenn nötig, zwischen parkenden Autos die Straße überquert, oder was man macht, wenn die Ampel mal kaputt ist. „Als Faustregel gilt, dass Kinder nach sechs Wochen eine Teilstrecke alleine zurücklegen können. Diese kann sich dann schrittweise verlängern.“

Initiativen für einen sicheren Schulweg können auch von den Eltern selbst kommen. Als Vorbild nennt Katrin Grastat die Grundschule Am Rosenkamp mit ihrem „Walking Bus“. Dort holen Eltern täglich die Schulkinder aus der Umgebung zu Fuß ab und begleiten sie sicher zur Schule. Vorne läuft dabei immer ein Elternteil, das auf die „Walking Bus“- Läufer Acht gibt.

Da Kinder keine kleinen Erwachsenen sind, fordert Katrin Grastat die Eltern dazu auf als Vorbilder im Straßenverkehr zu agieren, um ihren Kindern ein Gefühl von Sicherheit und Selbstvertrauen zu geben. Um die Kinder auf die Schule vorzubereiten, führen Grastat und ihre Kolleginnen in rund 80 Kindertagesstätten Verkehrsspaziergänge durch. Vor den Grundschulen behalten die jeweiligen Bezirksbeamten die Situation im Blick und sind Ansprechpartner.

Er machte tausende Kinder fit für den Verkehr: Ulli Schmidt, Verkehrssicherheitsberater der Polizei, wurde in den Ruhestand verabschiedet.

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