Automatische Unterdrückung wurde aufgehoben

Polizei ruft jetzt mit Nummer an - 110 ist immer ein Betrugsanruf

Zwar ist die Nummer nicht mehr unterdrückt, mit dem Notruf Tel. 110 wird aber nicht angerufen. Das sind dann Betrugsanrufe.
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Zwar ist die Nummer nicht mehr unterdrückt, mit dem Notruf Tel. 110 wird aber nicht angerufen. Das sind dann Betrugsanrufe.

Nummer erscheint seit Kurzem im Display, mit der 110 wird aber nie angerufen.

Von Manuel Praest

Solingen. Einige Solinger werden es bereits gemerkt haben. Anders als früher üblich wird seit einigen Wochen bei Anrufen der Polizei die Telefonnummer im Display angezeigt. Tel. (02 02) 2 84 plus die jeweilige Durchwahl der betreffenden Dienststelle ist zu lesen. Mit der Tel. 110, heißt es aus der Pressestelle der Wuppertaler Behörde, rufe die Polizei allerdings auch weiterhin nicht an.

Zuständig für die Neuerung sei das Landesamt für polizeitechnische Dienste, sagt ein Sprecher der Wuppertaler Polizei. Kollegen auch aus anderen Kommissariaten hätten sich dort gemeldet und erklärt, „dass sie die Rufnummernunterdrückung nicht mehr für zeitgemäß halten“. Viele hätten den Eindruck, dass zum Beispiel wichtige Zeugen bei unterdrückter Nummer nicht rangehen. „Und dann natürlich auch nicht zurückrufen können, weil sie die Nummer nicht erkannt haben.“ Deshalb sei die bisherige Regelung umgekehrt worden: Grundsätzlich werde die Nummer jetzt übermittelt. „Das ist so vorab eingerichtet“, so der Sprecher, der jedoch hervorhebt. „Wenn Kollegen wünschen, dass sie nicht übermittelt wird, geht das aber auch noch.“

Wichtig, da weist der Sprecher noch einmal darauf hin: Die Tel. 110 wird definitiv nie von der Polizei im Display erscheinen. „Das sind dann auf jeden Fall Betrugsanrufe.“ Bei der Wuppertaler Polizei seien es immer die Klarnummern Tel. (02 02) 2 84-X, die angezeigt werden.

Dass Behörden wie die Polizei, aber manchmal auch andere Institutionen mit unterdrückter Nummer anrufen, hatte in der Vergangenheit immer wieder mal für Diskussionen gesorgt. Dass das jetzt bei der Polizei aufgehoben wurde, trifft nicht bei allen Beamten auf Zustimmung. So ist aus Polizeikreisen zu hören, dass einige die „dauernde Erreichbarkeit“ kritisieren.

Gewerkschaft befürwortet die Umstellung

Ein Vorschlag stattdessen: Eine immer erreichbare Hotline, die weiter vermittele. Die Mehrheit sieht die Neureglung aber positiv, vor allem, dass die Bürger dann zurückrufen können. „Das war bislang eine Schwierigkeit“, sagt ein Beamter unserer Redaktion. Die Polizei sei ja meistens auch nicht im Geheimen unterwegs, dass die Nummer verborgen werden müsste.

„Grundsätzlich finden wir die Umstellung auch gut“, sagt Björn Lüdtke von der Kreisgruppe Bergisches Land der Gewerkschaft der Polizei (GdP). „Gerade im Hinblick auf die Transparenz für den Bürger“, so Lüdtke. „Wir als Gewerkschaft haben damit kein Problem. Und für den Bürger bedeutet das mehr Sicherheit.“ Es sei ja auch nur eine Änderung der Systematik: Wer bei der Polizei seine Nummer unterdrücken will, könne das schließlich auch weiterhin tun.

Die Polizei warnt vor Betrugsmasche, die bereits mehrfach im Städtedreieck vorkam.

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