Schlagbaumer Straße

Polizei rückt wegen illegalen Glücksspiels aus - mehrere 100.000 Euro sichergestellt

Wegen des Verdachts auf illegales Glücksspiel rückte die Polizei am frühen Mittwochmorgen gegen 4.10 Uhr mit einer Vielzahl von Kräften zu einer Gaststätte an der Schlagbaumer Straße aus.
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Wegen des Verdachts auf illegales Glücksspiel rückte die Polizei am frühen Mittwochmorgen gegen 4.10 Uhr mit einer Vielzahl von Kräften zu einer Gaststätte an der Schlagbaumer Straße aus.

Vor Ort wurden 50 Personen kontrolliert. Die Personen versuchten aus dem Fenster zu flüchten. Nun wird auch geprüft, ob ein Verstoß gegen die Corona-Regeln vorliegt.

Von Kristin Dowe

Solingen. Noch am späten Vormittag trugen Einsatzkräfte der Polizei gestern zahlreiche Kisten mit beschlagnahmtem Beweismaterial aus einer Gaststätte an der Schlagbaumer Straße und sicherten den Eingang. Das Etablissement an der stark befahrenen Hauptstraße in Gräfrath wirkt von außen recht unscheinbar. Klassische Laufkundschaft dürfte hier eher selten zu erwarten sein.

Wie die Polizei mitteilt, gab es einen Hinweis, dass in dem Lokal illegales Glücksspiel betrieben wird. Der Tipp erwies sich für die Beamten als Volltreffer – unter anderem wurden mehrere 100 000 Euro Bargeld bei dem Einsatz sichergestellt. Fein säuberlich sortiert liegen die Scheine stapelweise auf einem Tisch für Beweismittel ausgebreitet, wie ein Foto der Polizei zeigt.

Verdächtige trafen sich zum Kartenspielen

Gegen 4.10 Uhr in der Nacht zu Mittwoch begannen die Kräfte, die Räume umfassend zu durchsuchen und trafen vor Ort 54 Personen an, die sich dort offenbar illegal zum Kartenspielen verabredet hatten. „Bei der Durchsuchung und Feststellung der Personalien verdichtete sich der Verdacht auf illegales Glücksspiel im größeren Rahmen“, teilt die Polizei dazu mit. Wer in Deutschland legal glücksspielartige Angebote verkaufen will, benötigt dafür eine behördliche Erlaubnis.

Die Verdächtigen reagierten reflexhaft: Einige aus der Gruppe versuchten noch vergeblich, durch ein Fenster zu flüchten und sich so der Kontrolle zu entziehen. „Sofern wir das aus jetziger Sicht beurteilen können, ist aber niemandem die Flucht gelungen“, berichtet Polizeisprecher Stefan Weiand. Angesichts der hohen Teilnehmerzahl bei der Spielrunde stünden nicht nur der Vorwurf des illegalen Glücksspiels, sondern auch vielfache Verstöße gegen die Bestimmungen der Corona-Schutzverordnung im Raum. Zu Festnahmen kam es nicht – zwar konnten die verdächtigen Personen nach einer ersten Befragung entlassen werden, doch wurde gegen sie ein Strafverfahren eingeleitet.

Zu den Hintergründen konnte Weiand gestern noch keine Angaben machen. „Die Kriminalpolizei hat gerade erst ihre Arbeit aufgenommen.“ Unter anderem werde auch der Verdacht auf Clankriminalität in die Ermittlungen miteinbezogen. Bei dem Einsatz unterstützten Kräfte aus Remscheid und Wuppertal die Solinger Polizei.

Die Teilnahme an illegalem Glücksspiel sowie die Veranstaltung solcher Aktivitäten ist durch § 284 Stgb (Strafgesetzbuch) geregelt und sieht für die Täter Geldstrafen bis hin zu mehrjährigen Freiheitsstrafen vor. Ein Glücksspiel liegt vor, wenn von den Spielern hohe Vermögenswerte versetzt werden, deren Gewinn oder Verlust in erster Linie vom Zufall abhängt. Die gesetzlichen Einschränkungen sollen nicht zuletzt gefährdete Menschen davor schützen, in die Spielsucht abzugleiten.

Unsere erste Meldung vom 19. Januar, 11.05 Uhr

Solingen. Wegen des Verdachts auf illegales Glücksspiel rückte die Polizei am frühen Mittwochmorgen gegen 4.10 Uhr mit einer Vielzahl von Kräften zu einer Gaststätte an der Schlagbaumer Straße aus. Das teilte die Polizei mit.

„Der Hinweis hat sich bestätigt“, sagte Polizeisprecher Stefan Weiand auf Nachfrage - vor Ort seien etwa 50 Personen kontrolliert worden. Die Polizisten stellten mehrere 100.000 Euro Bargeld sicher. Zu dem Vorwurf des illegalen Glücksspiels verstießen die Teilnehmer vielfach gegen die Bestimmungen der Coronaschutzverordnung. Die verdächtigen Personen konnten nach einer ersten Befragung entlassen werden.

Im Einsatz waren auch Kräfte aus Wuppertal und Remscheid. „Die Kriminalpolizei hat inzwischen die Ermittlungen übernommen“, so Weiand. KDow

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