Aufklärungsaktion

Polizei klärt über Gefahr durch Handys am Steuer auf

Die Verkehrssicherheitsberater Philipp Hörnig und Katrin Gastrat führen mit Passanten einen Reaktionstest durch.
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Die Verkehrssicherheitsberater Philipp Hörnig und Katrin Gastrat führen mit Passanten einen Reaktionstest durch.

Bei einer Aufklärungsaktion im Hofgarten wurde die Reaktion der Passanten getestet.

Von Andreas Römer

Solingen. Die Sinne schärfen und immer wieder an die Gefahren durch Ablenkung im Straßenverkehr erinnern – das waren die Ziele der Polizei, die gestern Nachmittag Passanten im Hofgarten zu Gesprächen und einem Reaktionstest eingeladen hatte. Bei der NRW-weiten „Road Safety Week“ in dieser Woche ist die Verkehrsunfallprävention ein zentrales Thema.

„Das Thema Handynutzung am Steuer ist leider immer wieder Unfallursache“, erläutert Polizeihauptkommissarin Katrin Gastrat. Sie arbeitet seit acht Jahren in der Verkehrserziehung und wundert sich immer über das Verhalten der Verkehrsteilnehmer. „Wenn man hier mit ihnen spricht, ist jeder einsichtig, gibt zu, dass das gefährlich sein kann. Doch wenn sie dann hinterm Steuer sitzen, haben sie das scheinbar zu schnell wieder vergessen.“ Wem es nicht gleich einleuchtete, dass ein Blick aufs Smartphone während der Fahrt keine gute Sache ist, konnte den Reaktionstest machen. Ohne das Telefon in der Hand schafften den die meisten locker. Doch als sie dann gleichzeitig einen Text auf dem Smartphone schreiben sollten, waren die Zeiten deutlich schlechter und die Zahl der Fehler stieg enorm.

Neben der Möglichkeit, seine Reaktionsfähigkeit zu testen, gab es von der Polizei wichtige Informationen: Wer bei einer Geschwindigkeit von 50 km/h nur zwei Sekunden abgelenkt ist, fährt rund 30 Meter im Blindflug. Telefonieren, Simsen, WhatsApp-Schreiben ist genauso gefährlich wie Fahren mit mehr als 0,8 Promille Alkohol im Blut. Untersuchungen sagen, dass die Smartphone-Nutzung im Auto 164 Mal häufiger zu Unfällen führt.

„Im Gespräch weisen wir natürlich auch auf die zahlreichen anderen Ablenkungen hin“, so Gastrat. Fummeln am Radio oder Navi, Trinken, Kinder oder Tiere, ungesicherte Ladung – all das kann ebenfalls den Fahrer ablenken. „An einem Tag wie diesem wollen wir in erster Linie aufklären, die Menschen auf die Gefahren hinweisen und aufmerksam machen, damit sie ihr eigenes Verhalten prüfen und sich hoffentlich daran erinnern, wenn sie in ihr Auto steigen.“

Bei aller Einsicht in den Gesprächen glaubt die Verkehrserzieherin aber fest daran, einige mit denen man am Aktionstag gesprochen hat, in den nächsten Tagen mit dem Smartphone in der Hand im Auto sehen zu können. Da helfe dann nur noch das Bußgeld, das immerhin aktuell bei 100 Euro für das Nutzen des Smartphones am Steuer fällig ist. Und das nicht nur im Auto, es gilt auch auf dem Fahrrad oder dem E-Scooter.

Hintergrund

Kontrollen: Parallel zu der Aufklärungsaktion führte die Polizei Kontrollen im Städtedreieck durch. Die Beamten hielten 150 Fahrzeuge an, 53 der Personen wurden dabei beobachtet, wie sie während der Fahrt ein Handy benutzten, 36 Verwarngelder gab wegen anderer Verstöße, etwa fehlender Anschnallgurte. 11 Ordnungswidrigkeitenanzeigen wurden wegen technischer Veränderungen am Fahrzeug gefertigt.

Blaulichtmeldungen aus Solingen finden Sie hier.

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