Bundesweite Aktion

Polizei hatte Radfahrer am Mittwoch besonders im Blick

Die Polizei-Verkehrserzieherinnen Katrin Grastat (r.) und Beate Lenz waren mit dem Rad unterwegs und suchten das Gespräch. Foto: Christian Beier
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Die Polizei-Verkehrserzieherinnen Katrin Grastat (r.) und Beate Lenz waren mit dem Rad unterwegs und suchten das Gespräch.

Solinger Verkehrserzieherinnen beteiligten sich an der bundesweiten Aktion „sicher. mobil. leben“

Solingen. Obwohl Solingen mit seiner bergischen Topographie im Allgemeinen und mit dem Regenwetter am Mittwoch im Besonderen nicht die typische Fahrradstadt ist, treten doch immer mehr Menschen – auch mit Blick auf die klimafreundliche Stadt – in die Pedale. Am Mittwoch mischten sich auch die Solinger Verkehrserzieherinnen Katrin Grastat und Beate Lenz unter die Radler und beteiligten sich an der bundesweiten Aktion „sicher. mobil. leben“.

„Wir wollen an diesem speziellen Tag die Radfahrer ganz besonders im Blick haben, aber in Gesprächen auch bei allen anderen Verkehrsteilnehmern den Blick für die Radler schärfen“, erklärte Katrin Grastat. Die steigende Zahl an Fahrradunfällen (| Kasten) zeigt, wie wichtig dieses Anliegen ist.

Am Mittwoch haben sich die beiden Verkehrserzieherinnen dann selbst auf den Sattel gesetzt und schwerpunktmäßig auf der Trasse und in der Innenstadt das Gespräch gesucht. Dabei tauchten einige Themen immer wieder auf.

Toter Winkel: Autofahrern könne gar nicht oft genug erklärt werden, wie wichtig es ist, beim Abbiegen darauf zu achten, ob sich möglicherweise ein Radler im „toten Winkel“ befindet und nicht gesehen wird. „Gerade mit E-Bikes sind Radler, die man vielleicht vor 100 Metern schon überholt hat, an der Kreuzung schnell wieder neben dem eigenen Auto und werden übersehen“, warnt Katrin Grastat.

Fahrradhelm: Es gibt keine Helmpflicht, deshalb könne man bei diesem Thema nur appellieren. „Wenn Eltern mit Kind unterwegs sind, erinnern wir die Erwachsenen gerne an die Vorbildfunktion beim Helmtragen“, so die Verkehrsexpertin.

Rote Ampeln: Gerade in der Innenstadt seien immer wieder Radfahrer zu beobachten, die eine rote Ampel „umgehen“ und stattdessen über den Gehweg fahren. „Das ist eine Rotlichtfahrt und wird mit 60 Euro bestraft“, klärt Katrin Grastat auf. Absteigen und das Rad über die Kreuzung schieben sei hingegen erlaubt.

Telefonieren beim Radeln: Wer beim Radfahren mit dem Handy telefoniert, muss ebenso wie im Auto mit einem Bußgeld rechnen, wenn er das Handy dabei in der Hand hält.

Alkohol am Steuer: Nicht nur am Lenkrad, auch am Lenker sollte Alkohol tabu sein. Gilt beim Autofahren die 0,5-Promille-Grenze, liegt diese bei Radfahrern bei 1,6 Promille – aber nur bei unauffälligem Fahren. Gerät der Radler in einen Unfall oder fährt er auffällig, droht schon ab 0,3 Promille eine Strafanzeige.

Radwege: In ihren Gesprächen verwiesen Katrin Grastat und Beate Lenz immer wieder darauf, die vorhandenen Radwege auch zu nutzen. „Für das nicht vorhandene Radwege-Stück vor dem Rathaus in der Innenstadt gibt es beispielsweise eine empfohlene Umfahrung über Schwesternstraße und Cronenberger Straße“, informierten sie.

Parkende Autos: Fahrradschutzstreifen zwischen dem rollenden Verkehr und einem Parkstreifen seien nicht ungefährlich. „Deshalb empfehlen wir Autofahrern beim Öffnen der Tür den sogenannten Holland-Griff“, erklärt Beate Lenz. Die Tür auf der Fahrerseite wird also mit der rechten Hand geöffnet, so dass man als Autofahrer automatisch einen Schulterblick macht und schaut, ob von hinten ein Fahrrad kommt.

E-Bikes haben Tempo: Gerade die Generation 65plus haben die Verkehrserzieherinnen im Blick. Viele ältere Radler, die auf ein E-Bike umgestiegen sind, unterschätzen dessen Geschwindigkeit. Deshalb komme es in dieser Altersgruppe oft zu Alleinunfällen, auch wenn das mehr als 20 Kilo schwere Rad kippt. Auch die Autofahrer unterschätzen das Tempo der Pedelecs. „Die Räder können bis zu 25 oder 30 Stundenkilometer schnell werden“, warnt Katrin Grastat.

Unfälle mit dem Fahrrad

Pedelecs: In der Corona-Pandemie verstärkt sich der Trend hin zum Elektro-Fahrrad. Der Radverkehr gewinnt auch mit Blick auf die Mobilitätswende immer mehr an Bedeutung.

Unfälle: Während die Anzahl der im Straßenverkehr verletzten Personen in Solingen 2020 um 12,9 Prozent auf 488 fiel, stieg die Zahl der verletzten Radfahrer um 23,4 Prozent auf 79, die der E-Bike-Fahrer um 21,4 Prozent auf 17.

Radtraining: Die Verkehrserzieher der Polizei empfehlen gerade für ältere E-Bike-Fahrer Rad- und Pedelec-Trainigs, etwa von der Verkehrswacht angeboten.

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