Max-Leven-Gedenkstätte bekommt ihren Platz

Politiker geben grünes Licht für Sparkassen-Neubau

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Am Neumarkt wird die neue Hauptstelle der Stadt-Sparkasse gebaut. Sie findet im höchsten Teil des Gebäudekomplexes zwischen Kölner Straße und Neumarkt Platz.

Die Hauptstelle soll den Neumarkt aufwerten.

  • Der Solinger Hauptausschuss hat den Bebauungsplan beschlossen.
  • Baugrenzen und Gebäudehöhen wurden geregelt.
  • An der Max-Leven-Gasse wird die neue Max-Leven-Gedenkstätte ihren Platz haben.

Von Andreas Tews

Solingen. Die Politik hat den Weg für den geplanten Neubau der Stadt-Sparkasse am Neumarkt frei gemacht. Der städtische Hauptausschuss beschloss den Bebauungsplan für das Gebiet zwischen Neumarkt, Peter-Knecht-Straße, Kölner Straße und Max-Leven-Gasse einstimmig. Über die ebenfalls angestrebte neue Verkehrsregelung rund um dieses Gebiet fiel noch keine Entscheidung. Der Ausschuss tagte wegen der pandemischen Lage als Ersatz für den Stadtrat.

In dem Bebauungsplan sind in erster Linie Baugrenzen und Gebäudehöhen geregelt. Nicht nur die Hauptstelle der Stadt-Sparkasse soll in dem Neubau unterkommen. Auch weitere Büros, 26 Wohnungen verschiedener Größen und eine zweistöckige Tiefgarage mit 125 Stellplätzen sind geplant. An der Max-Leven-Gasse wird die neue Max-Leven-Gedenkstätte ihren Platz haben.

Die geplanten Gebäude sollen sich mit einem Mix aus fünf- und dreistöckigen Teilen jeweils in die umgebende Bebauung einpassen. Die Bauverwaltung von Stadtdirektor Hartmut Hoferichter (parteilos) verbindet mit dem Projekt große städtebauliche Erwartungen. Es werte nicht nur den Neumarkt auf. Auch trage es durch eine dichtere Bebauung auf bereits versiegelten Flächen dazu bei, dass innerstädtische Flächen besser genutzt werden. Dies ist ein stadtplanerisches Ziel, um Neubauprojekte auf der grünen Wiese zu vermeiden.

Solingen: Entscheidung über Verkehr kommt im Zuge eines Gesamtkonzepts

Nachhaltig sollen die Gebäude auch durch Merkmale sein, die in einem städtebaulichen Vertrag geregelt sind. Darin verpflichtet sich die Stadt-Sparkasse unter anderem zu einer Begrünung der Flachdächer auf ihrer neuen Hauptstelle. Außerdem sind Photovoltaikanlagen festgeschrieben. Die Bauherrin will zudem ein Energiekonzept zur Nutzung von Fernwärme prüfen lassen.

In der Tiefgarage sollen an etwa 30 Prozent der öffentlichen Stellplätze und an allen Parkplätzen, die für Bewohner der Wohnungen vorgesehen sind, Ladesäulen für Elektroautos installiert werden. Auch Fahrrad-Abstellplätze sind vorgesehen. Öffentliche Parkplätze sind unter anderem auch vor dem Gebäude am Neumarkt (mindestens drei) und an der Kölner Straße geplant.

Wie der Verkehr rund um die neue Hauptstelle künftig fließen könnte, haben Experten im Auftrag der Stadt zwar untersucht. Diese Regelungen sollen aber im Zusammenhang mit einem Verkehrskonzept für die gesamte Innenstadt beschlossen werden. Alle in dem Gutachten vorgestellten Varianten seien mit dem Neubauprojekt vereinbar, betonte die Stadtverwaltung.

Artikel vom 2.2.2021

Politik macht Weg für Sparkassen-Neubau frei

Bezirksvertretung Mitte und der Fachausschuss für Stadtplanung tagten gemeinsam.

Von Philipp Müller

Solingen. Technisch hat der von der Bezirksvertretung (BV) Mitte und dem Ausschuss für Stadtplanung beschlossene Bebauungsplan die schmucklose Bezeichnung S 700.

Mit dem Ausbau der Max-Leven-Gasse auf mehr als zehn Meter Breite mit beidseitigen Bürgersteigen laufen die Planungen für den Sparkassen-Neubau (rechts liegende Grundstücke) weiter. Im Rahmen eines Verkehrskonzepts für die Innenstadt kann sich das aber wieder ändern.

Doch optisch wird er die Innenstadt zwischen Neumarkt und Kölner Straße stark verändern. Denn nach dem Abriss einer Häuserzeile am Neumarkt werden diese Grundstücke und der Parkplatz Peter-Knecht-Straße mit der neuen Hauptstelle der Stadt-Sparkasse Solingen bebaut. Das muss morgen anstelle des Rats noch der Hauptausschuss beschließen. Daran gibt es aber keine echten Zweifel.

BV und Ausschuss tagten dazu gemeinsam. Zwei Beschlüsse mussten gefasst werden. Denn Basis für den neuen B-Plan S 700 ist zunächst eine Änderung der Verkehrsführung entlang der Grundstücke, die in einem bauhabenbezogenen Vertrag zwischen Stadt Solingen und Sparkasse ihren Niederschlag finden wird. Und die neue Verkehrsführung ist nicht unumstritten.

Solingen: Peter-Knecht-Straße soll zur Sackgasse werden

So wurde zunächst beschlossen, die Max-Leven-Gasse auf 10,50 Meter auszubauen. Damit rückt die Straße ein gutes Stück auf jetzt noch bebaute Fläche. Links und rechts wird es einen 2,50 Meter breiten Bürgersteig geben. Die Fahrbahn wird auf 5,50 Meter verbreitert und in beiden Richtungen befahrbar sein. Im Bereich des geplanten Max-Leven-Zentrums im Sparkassen-Neubau wird der Bürgersteig auf 30 Metern Länge auf 3,25 Meter verbreitert, die Fahrspur entsprechend 75 Zentimeter enger. Die Peter-Knecht-Straße wird zur Sackgasse und nur noch von der Kölner Straße aus erreichbar (siehe Kasten).

Doch Baudezernent Hartmut Hoferichter (parteilos) betonte, dass das nicht in Stein gemeißelt sei. Denn parallel zum Sparkassen-Neubau und dem Konzept City 2030 für die gesamte Innenstadt steht noch das Projekt einer kompletten Neuplanung der Verkehrsströme in der City an. Das steckt aber noch ganz in den Anfängen. Trotzdem müsse man der Sparkasse jetzt eine Planungsorientierung geben, betonte Hoferichter.

Quer durch alle Parteien wurde der Bebauungsplan nebst der vorläufigen Verkehrsplanung für die Max-Leven-Gasse begrüßt. In der Abstimmung zeigte sich die Uneinigkeit in den Reihen der AfD. Während BV-Mitglied Armin Bender beiden Beschlussvorlagen – wie auch die anderen Vertreter – zustimmte, lehnte Ausschuss-Mitglied Andreas Lukisch die Planungen ab.

Für die im laufenden Jahr beginnende Planung und Diskussion der Verkehrsführung für die gesamte Innenstadt mahnte Oliver Langer für die SPD an, die BV Mitte nicht zu übergehen. Sie sei als Ortsgremium als Erstes mit dem Thema zu befassen, erst danach die Fachausschüsse. Dietmar Gaida (Grüne) blickte bereits in die Zukunft des alten Sparkassengebäudes. So würden die Grünen verlangen, dass dort 30 Prozent geförderter Wohnungsbau umgesetzt werde. Dabei müsse man auch die 26 Wohnungen in der neuen Hauptstelle mit berechnen.

Max-Leven-Gasse: Spar- und Bauverein plant Wohnungen

Bei der Verkehrsplanung wird sicher noch einmal der Wunsch des Spar- und Bauvereins zur Max-Leven-Gasse bedacht werden müssen. Er ist dafür, auch die Peter-Knecht-Straße offen zu halten, um die Gasse zu entlasten. Hintergrund: Der Bauverein will gegenüber der neuen Sparkasse selbst Wohnungen bauen, dazu die alte Bunkeranlage abreißen. Im ersten Schritt zur neuen Verkehrsführung für das Sparkassen-Projekt setzte sich dieser Wunsch nach Verteilung des Verkehrs allerdings nicht bei den Politikern durch.

Vorläufige Verkehrsführung

Ausschüsse und die BV Mitte haben dies beschlossen:

Max-Leven-Gasse: Ausbau für zweispurigen Gegenverkehr, damit die neue Sparkassen-Tiefgarage erreicht werden kann.

Peter-Knecht-Straße: Sie wird für den Durchgangsverkehr angebunden und die derzeitige Verkehrsfläche in die Platzfläche Am Neumarkt integriert. Anlieger- und Anlieferverkehr ist weiter möglich.

Am Neumarkt: Aufhebung der Einbahnstraßenregelung zwischen der Elsa-Brandström-Straße und der Heinestraße. Geprüft wird eine Einbahnregelung für die Elsa-Brandström-Straße.

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